Magdeburg l Dabei verpassten die Gastgeber ihrem Trainer Stephan Behrens, der in Hamburg beim Handball-Final-Four mit dem SCM mitfieberte, mit dem frühem 0:2-Rückstand in Hälfte zwei ein paar zusätzliche Schweißperlen auf der Stirn.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Cracauer nämlich schon zahlreiche Chancen zur eigenen Führung liegengelassen. Allein viermal setzten die Grün-Weißen das Leder im ersten Durchgang ans Aluminium: William-Leonard Sierig (19.) und Colin Singh (44.) jeweils an einen der Pfosten, Bogdan Dragos Miriuta (35.) und Christian Karg (40.) an die Latte.

Torlos in die Pause

Da auch die beste Offensivbemühung der Stadtfelder, ein Freistoß von Kapitän Alexander Schüßler, in der 10. Minute am Pfosten landete, ging es torlos in die Pause.

Im zweiten Durchgang waren es dann die Gäste, die den Torreigen eröffneten. Dazu bedurfte es in der 49. Minute eines Elfmeters, den David Nordt souverän verwandelte. Nur fünf Minuten später erhöhte Tobias Volkmer mit einem Treffer der Kategorie Traumtor auf 2:0 für das Schlusslicht. Mit der Brust legte sich der Angreifer die Kugel vor und platzierte sie aus der Drehung genau unter die Latte.

Schnelles Anschlusstor

Nur wenige Sekunden später aber bereits der Anschlusstreffer. Jaques Bullert durfte auf der rechten Seite unbedrängt marschieren, legte die Kugel für Miriuta quer, der problemlos zum 1:2 einschob und dem eigentlich schon demoralisierten BSV neue Hoffnungen einverleibte.

Nachdem Singh (62.) in der Folge eine sehr gute Kopfballchance vergab und Jonathan Ulbrich (64.) in sehr guter Position zu Unrecht zurückgepfiffen wurde, hätten die Gäste den Sack zumachen müssen. In der 70. Minute hatte Volkmer die Entscheidung auf dem Fuß, brachte die Kugel aber nicht an Tobias Pattberg im BSV-Kasten vorbei.

Sechsmal Aluminium

Dies bestraften die Hausherren schließlich in der Schlussphase. Erst verwandelte Sascha Gruschinksi (78.) einen selbst herausgeholten Elfmeter, dann schob Karg das Leder drei Minuten darauf nach starker Yakhyaev-Vorabeit zum 3:2-Endstand ins Netz. In der Nachspielzeit endete die Partie schließlich – wie sollte es anders sein – mit einem Pfostenschuss.

„Eigentlich musst du das Ding schon in der ersten Hälfte klarmachen. In der zweiten Halbzeit rennen wir nach dem Elfmeter und dem Traumtor plötzlich einem Rückstand hinterher, haben aber große Moral bewiesen und verdient gewonnen. Der Dreier war mit Blick auf den Abstiegskampf natürlich super wichtig. Das war eines der drei Spiele, das wir für den Klassenerhalt unbedingt gewinnen wollten“, meinte Rico Müller. Der verletzte BSV-Spieler vertrat Behrens an der Seitenlinie.

Sein Gegenüber Ronny Kryk befand: „In Summe hat die Mannschaft das gemacht, was ich mir vorgestellt und gefordert hatte. In der ersten Hälfte hatten wir in der einen oder anderen Szene Glück, gehen dann aber zum Start in Durchgang zwei verdient mit 2:0 in Führung. Am Ende läuft es natürlich sehr unglücklich für uns. Wir haben heute aber nicht wie ein Absteiger gespielt. Es gibt noch genug Punkte zu holen, um die Klasse zu halten.“