Magdeburg l Wenn der SV Arminia am Sonntag um 14 Uhr in der 1. Runde des Stadtpokals beim SV Pechau antritt, bedeutet dies nach über vier Wochen Vorbereitung den scharfen Start für den Landesklassisten. Außerdem kommt es dabei zum Bruderduell. Philipp Tietz als Kapitän der Pechauer, die im Vorjahr den Titel in der Stadtliga einfuhren, empfängt seinen älteren Bruder und Cheftrainer der Arminen, Thomas. Dieser freut sich bereits auf das nicht alltägliche Aufeinandertreffen.

„Wir haben früher schon einige Male in Pflichtspielen gegeneinander gespielt, aber das letzte Mal ist schon ein paar Jährchen her. Von daher wird das sicherlich was Besonderes“, so der Arminia-Coach. „Für Philipp wird das sicherlich auch speziell, schließlich kennt er viele Leute von uns auch sehr gut“, weiß Thomas Tietz über seinen Bruder.

„Aufgrund der hohen Fluktuation bin ich aus sportlicher Sicht nicht zufrieden mit der Vorbereitung.“

Arminia-Trainer Thomas Tietz vor dem Stadtpokalspiel beim SV Pechau, bei dem sein Bruder Philipp Kapitän ist

Doch soll es Sonntag nicht nur das Duell mit dem Bruder, sondern auch eine erste Standortbestimmung nach einer durchwachsenen Vorbereitung geben. „Aufgrund der hohen Fluktuation bin ich aus rein sportlicher Sicht nicht zufrieden mit der Vorbereitung. Natürlich sollen sich die Spieler lieber jetzt mal rausnehmen und dafür in der Saison voll dabei sein, wir sind ja schließlich auch keine Profis, aber so gestaltet sich das natürlich äußerst schwierig“, erklärt Tietz.

So sind auch die schwankenden Ergebnisse der Arminen in den Testspielen zu erklären. Beispielsweise, als die Buckauer vor zwei Wochen gegen den Stadtoberligisten Roter Stern Sudenburg mit 0:1 verloren und dabei eine „durchwachsene Leistung“ boten. Drei Tage später gelang gegen Landesliga-Aufsteiger TuS 1860 in einem sehr ansprechenden Spiel ein 3:3.

„Da haben wir innerhalb von wenigen Tagen unsere Bandbreite gezeigt. Im Spiel bei den Sternen hatten wir schon große Probleme im Aufbauspiel und konnten die taktischen Vorgaben kaum umsetzen. Gegen TuS sah das dagegen schon richtig gut im Spielaufbau aus, wie wir es uns auch im Punktspielalltag vorstellen“, kommentierte Tietz.

Auch in der letzten Vorbereitungswoche zeigten die Arminen zwei Gesichter. Auf die 0:4-Niederlage beim Landesklassisten SG Germania Wulferstedt am vergangenen Sonnabend folgte am Dienstagabend ein 6:1-Erfolg beim ambitionierten Bördeoberligisten SG Grün-Weiß Dahlenwarsleben.

Was die Saisonziele angeht, hält man sich an der Klinke vorerst bedeckt. „Eine Platzierung wollen wir in diesem Jahr nicht als Ziel ausrufen“, erklärt Tietz. „Stattdessen sehen wir in dieser Saison eine große Chance. In unseren erfahrenen Kader wollen wir junge Leute integrieren, perspektivisch in die Zukunft schauen.“

Einer dieser Perspektivspieler ist der Student Lukas Brauer von der LSG Lieskau, der mit Zweitspielrecht der einzige externe Neuzugang der Buckauer. Dazu bekamen fünf Spieler aus der Zweiten sowie zwei Akteure der A-Jugend in der Vorbereitung die Chance, bei Trainer Tietz und Co-Trainer Steve Krüger vorzuspielen.

Wer von ihnen es letzten Endes in den angestrebten 25er Kader schafft, wird nach dem Pokalspiel in Pechau besprochen. Für das erste Pflichtspiel der neuen Saison gibt Thomas Tietz vor dem Bruderduell mit Philipp ein klares Ziel für seine Arminia aus: „Wir müssen dieses Spiel genauso konzentriert und ernst angehen wie jedes Landesklasse-Spiel. Als klarer Favorit wollen wir auf jeden Fall in die nächste Runde.“