Magdeburg l Zwischen Schulschluss im Sportgymnasium und der zweiten Trainingseinheit des Tages nimmt sich U-19-Spieler Marc-André Jürgen eine halbe Stunde Zeit. Halb umgezogen sitzt er in der Kabine. Dabei hat er immer die auf einem Plakat abgedruckten Leitsätze des FCM-Nachwuchsleistungszentrums im Blick. Die hängen über den Kleiderhaken. Und darin geht es unter anderem darum, dass der Verein den jungen Kickern neben allem sportlichen Anspruch auch ein Zuhause sein soll.

Marc-André Jürgen ist gebürtiger Magdeburger, kam am Neujahrstag 2000 zur Welt und wechselte 2013 vom Fermersleber SV zum FCM. „Begonnen habe ich beim Club im rechten Mittelfeld, spielte später auf der Sechser-Position. Als Nick Struy die U 15 von Carsten Müller übernahm, rückte ich nach links in der Fünferkette“, blickt der technisch Begabte an seine erste Zeit bei den Blau-Weißen.

Von Blau-Weiß zu Blau-Weiß

Blau-Weiß ging es für Jürgen ein Jahr später auf Schalke weiter, als er in die „Knappenschmiede“ des Bundesligisten in Gelsenkirchen wechselte. Daran erinnert sich der nur 1,74 Meter große Kicker noch ganz genau: „Das war ein Tag wie jeder andere. Meine Mutter holte mich vom Training ab. Ich hatte ja noch keinen Führerschein. Zu Hause sagte sie mir, es hätte ein Fußballclub angerufen. Auf meine Frage, wer, sagte sie Schalke. Ich war schon erstaunt, denn das war krass.“

Aufmerksam geworden waren die Schalker über Videos, sie scouteten den Magdeburger mehrfach. „Ich sagte mir nur: ,Schöne Chance, die muss ich nutzen.‘“ Und nach einem Probetraining ging alles sehr schnell, er unterschrieb in Begleitung seiner Eltern Silvia und Thomas den Vertrag, zog anschließend ins Internat und besuchte die Gesamtschule.

Nach einem Jahr zurück

Obwohl zunächst alles super lief, er im ersten Spiel gegen Osnabrück gleich das 1:0 erzielte, kam Marc-André Jürgen nie so richtig im Westen an, kehrte nach fünf Spielen in der B-Jugend-Bundesliga West mit 145 Einsatzminuten und einem Tor dann doch zum FCM zurück. Im Nachhinein war es ein eher verschenktes Jahr, obwohl er neue Freunde kennenlernte und dazulernte.

„Ich war nicht ganz sicher, wie ich aufgenommen werde. Doch Trainer Hoßmang und die Jungs, vor allem jene aus dem 2000er Jahrgang, mit denen ich ja schon zusammengespielt hatte, nahmen mich toll auf“, erinnert sich der Rückkehrer an die Tage im Juli 2017. Ganz so, wie es bei der Rückkehr in ein Zuhause sein soll.

Inzwischen ist Marc-André Jürgen fester Bestandteil des U-19-Teams des FCM, kämpft um den Klassenerhalt in der Bundesliga. „Gegen die hinter uns stehenden Teams wie Niendorf, Havelse und Osnabrück müssen wir einfach gewinnen. Gegen die Großen ab und zu mal punkten“, meint Jürgen. Gegen Jena klappte das am Sonnabend beim 2:1 schon.