Magdeburg l Auf einmal klatschten im Filmstudio alle. Gut 20 Kameraleute und noch einmal so viele Personen drumherum am Set der Serie „Dark“. Die Gänsehaut bei Paul Radom, der mit einem weiteren Schauspieler die Szene drehte, kam wie auf Abruf. „Das fühlte sich schon sehr gut an“, sagt der U-19-Spieler des 1. FC Magdeburg, der nebenbei noch schauspielerisch tätig ist und bei der Netflix-Eigenproduktion seine erste größere Rolle hatte.

„Früher, als ich noch in Berlin gespielt habe, hatte ich mehr Zeit“, berichtet der aus Hohen Neuendorf nördlich der Hauptstadt stammende Rotschopf. „Ein Freund unserer Familie war bei einer Filmagentur, da habe ich mich dann auch angemeldet.“ Schon als Kind hat der heute 17-Jährige mehrere Statistenrollen bekleidet. Für „Dark“ hat er dann in einem Casting überzeugt und sich gegen eine Handvoll Mitbewerber durchgesetzt. Auch wenn er nur in drei Folgen mitwirkte, war das eine Erfahrung, die er nicht missen möchte.

Priorität hat der Fußball

Heute fokussiert sich Radom aber nicht mehr so sehr auf das Schauspiel. „Priorität hat ganz klar der Fußball, das wird immer so sein“, sagt er. Und der Sport ist auch schon deutlich länger seine Leidenschaft. Nachdem Radom in der Jugend viele Berliner Vereine durchlaufen hat, folgte mit dem Wechsel zum BFC Dynamo „der erste große Schritt“. 2017 ging er dann zu Tennis Borussia Berlin, ein Jahr später folgte der Schritt in die B-Jugend des FCM. „Die Magdeburger hatten schon vorher Interesse“, erinnert sich Radom, der den Schritt in die Domstadt nie bereute. „Die Anlage hier ist super, ich habe mich in Magdeburg gleich sehr wohl gefühlt.“

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Der Zwölftklässler, der das Sportgymnasium in Magdeburg besucht, weiß genau, dass er sich in diesem Jahr „voll reinhauen“ muss. Denn in der Bundesliga Nord/Nordost stehen nur 16 Spiele an. Aufgrund der Folgen der Corona-Krise wurde auf eine Rückrunde verzichtet. Radom ist optimistisch. „Wir haben eine sehr gute Chance, die Klasse zu halten.“ Die früheren U-17-Spieler haben sich bereits nach wenigen Wochen der Vorbereitung „gut integriert und bringen uns zusätzliche Qualität“, weiß er. „Wir haben eine gute Mischung aus Jung und Alt.“

Radom will Profi werden

Wenn die neue Bundesliga-Saison am 19. September dann mit einem Auswärtsspiel bei Energie Cottbus losgeht, gilt es für die Elf von Neutrainer Petrik Sander, Punkte zu sammeln. Und für Radom, sich noch einmal in den Fokus zu spielen. Denn: Es wird das letzte A-Jugend-Jahr des 17-Jährigen, der große Ziele hat: „Ich will Fußbalprofi werden. Dies hier beim FCM zu schaffen, wäre ein Traum.“

Doch er weiß, dass der Sprung in die 3. Liga groß ist, könnte sich auch vorstellen, bei einem Regionalligisten anzuheuern. Einen alternativen Plan hat er aktuell nicht wirklich, gibt er ehrlich zu. „Ich habe nur Fußball im Kopf.“ Aber er will sich auch anderen Wegen nicht verschließen. „Vielleicht studiere ich auch.“ Schauspiel womöglich? Nach den positiven Erfahrungen bislang ist das sicher eine Option.