Magdeburg l Es war ein Einwurf. Ein schneller Einwurf, der ganz viel zerstörte. Gerade einmal fünf Minuten waren gespielt. Und die Zeichen waren bereits auf Niederlage gesetzt. 0:3 haben die A-Junioren des 1. FC Magdeburg am Wochenende in der Bundesliga bei Werder Bremen verloren. Nach fünf Spielen sind die weiter Vorletzter in der Tabelle – ohne einen Punkt.

Dabei hatte sich das Team mit großen Hoffnungen schon am vergangenen Freitagabend auf den Weg nach Bremen gemacht. Hoffnungen auf den ersten Zähler, bestenfalls sogar den ersten Dreier der Saison. Doch die Ernüchterung folgte am Sonnabend dann ganz früh.

Taktik nach Rückstand dahin

Durch einen Doppelpack von Eren Sami Dinkci führten die Bremer bereits nach 21  Minuten mit 2:0, setzten kurz vor der Pause durch Junioren-Nationalstürmer Nick Woltemade sogar noch den dritten Treffer drauf. „Damit war unser Plan natürlich zeitig über den Haufen geworfen“, resümierte FCM-Trainer Matthias Mincu.

Was ihn aber viel mehr ärgerte: „Die Gegentore sind wieder viel zu einfach gefallen. Es kann nicht sein, dass wir in Rückstand geraten, weil wir bei einem schnell ausgeführten Einwurf pennen.“ Dabei hatte er genau diese Kleinigkeiten, die in der U-19-Bundesliga bisher so eiskalt bestraft worden sind, in den drei Wochen Pflichtspiel-Pause intensiv besprochen.

Doch zur Wahrheit dieses Spiels gehörte auch: Individuell konnten seine Schützlinge mit dem Werder-Bundesliga-Nachwuchs nicht mithalten. „Was die Qualität angeht, war uns Bremen im ersten Durchgang klar überlegen. Vor allem vorne waren sie kaum zu bändigen“, sagte Mincu.

Moral gezeigt

Aufgegeben hatten sich die Magdeburger A-Junioren trotz des 0:3-Pausenrückstands nicht. Ganz im Gegenteil: Im zweiten Durchgang sah Mincu einen viel besseren Auftritt seiner Jungs. „Man hat schon das Gefühl, dass die Jungs erst zu ihrem Mut finden, wenn das Spiel schon verloren scheint“, meinte der Trainer. „Natürlich kann man mit null Punkten zum Start nicht erwarten, dass die Jungs vollgepumpt mit Selbstvertrauen aufspielen. Aber wir haben doch schon gezeigt, dass wir mithalten können. Darum ist es besonders schade, dass die Jungs erst mutiger werden, wenn sie schon keine Chance mehr sehen.“ So lief es bereits zu Gast beim VfL Wolfsburg und zu Hause gegen den FC St. Pauli, als die U  19 jeweils erst beim Stand von 0:4 ihre Qualitäten ausspielte und jeweils noch doppelt traf.

Zwar blieb ein Torerfolg diesmal verwehrt, doch zeigte sich Mincu dennoch zufrieden mit Hälfte zwei.

Sonnabend gegen Hertha

Die nächste Chance auf die ersten Punkte bekommt die U19 am Sonnabend, wenn mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC das fraglos schwierige Auftaktprogramm beendet wird. „Wir wollen keine Ausreden suchen, aber unser Auftakt war schon extrem schwer. Jetzt kommt mit Hertha nochmal ein richtiger Kracher. Natürlich wollen wir auch am Sonnabend punkten, aber in den Wochen danach stehen wir in der Pflicht“, sagt Mincu.