Magdeburg l Mit dem 30:28-Erfolg gegen den USV Halle II konnte der BSV 93 sein Punktekonto in der Sachsen-Anhalt-Liga ausgleichen. Dagegen kassierte Schlusslicht HSV beim 34:39 (15:20) zu Hause gegen Glinde bereits die neunte Niederlage im zehnten Spiel.

BSV 93 - USV Halle 30:28 (18:13)

Der Gastgeber bestimmte zunächst das Geschehen. Über die Zwischenstände von 5:0 (6. Minute), 10:5 (14.), 16:10 (24.) führte der BSV, bei dem Interimstrainer Thorsten Lantzsch sein Debüt auf der Bank gab, zur Pause mit 18:13. „Trotzdem ging es gegen einen ebenbürtigen Kontrahenten hin und her“, sagte der Coach, der darauf baut, diese Funktion nur vorübergehend ausüben zu müssen. Eigentlich trainiert er nämlich die A-Jugend des Vereins.

Zu Beginn der zweiten Hälfte setzte sich die Dominanz der Olvenstedter bis zum 22:14 (35.) fort. „Dann kam aber ein Riss in unser Spiel“, erzählte der Coach. Halle kam auf, traf zum 25:25 (51.) bzw. 27:27 (56.). „In dieser Phase haben wir uns mehr mit uns selbst und den Schiedsrichtern beschäftigt. Das hat Halle konsequent ausgenutzt“, so Lantzsch weiter.

Eigentlich war das Spiel schon weg

Halle kam immer mehr auf, war jetzt ebenbürtig. „Das Spiel war da eigentlich schon weg“, hatte Lantzsch eine Vorahnung.

Letztlich war es wohl die sehr schwere Verletzung von Falko Nowak, die den Gastgebern wieder zurück ins Spiel brachte. „Da war plötzlich ein Wille im Spiel, dieser Wille, dieses Match unbedingt gewinnen zu wollen“, so der Coach. Und so stellten John Bade, Sebastian Bischoff und Jens Osterloh, mit sieben Toren auch bester BSV-Werfer, den knappen Erfolg sicher.

Verletzung von Nowak schmerzt

„So war es letztlich ein verdienter Sieg“, schätzte Lantzsch hinterher ein. Allerdings schmerzt die Verletzung von Nowak sehr. Ist er doch aktuell mit 74 Treffern viertbester Schütze der Liga. Diese Verletzung wiegt doppelt schwer, da sich im Spiel zuvor mit Till Wagner ein zweiter wichtiger BSV-Akteur verletzte. Beiden Spielern droht nun eine wochenlange Pause und dem BSV eine echte Schwächung.

HSV - Glinde 34:39 (15:20)

HSV-Trainer Harry Jahns war der Ärger wegen der Niederlage gegen den Glinder HV Eintracht noch Tage nach dem Spiel anzumerken. „Das war eine ganz schwache Abwehrleistung unsererseits“, sagte der Coach. „Wir haben gegen Glinde nicht nur die Anfangsphase verschlafen. Nein, wir haben im gesamten Spielverlauf absolut keine Einstellung zu Spiel und Gegner gefunden.“

Dabei hielten die Gastgeber in der ersten Hälfte zunächst noch mit. Trotzdem lag der HSV nur beim 2:1 (4.) vorn, lief ansonsten stets einem Rückstand hinterher. Als Glinde auf 9:5 (14.) wegzog, blieb der HSV aber noch dran. Jedenfalls bis zum 15:16 (25.). Doch bis zur Pause (15:20) nutzte der Gast die HSV-Schwächen gnadenlos. „Während wir im Angriff vieles verworfen haben, waren wir hinten ganz schwach. Da haben wir einfach keinen Zugriff auf die gegnerischen Spieler bekommen“, berichtet Jahns.

Wiesner läuft seiner Form hinterher

Es sei zwar nicht das schnelle Spiel wie zuletzt gegen Schönebeck gewesen. „Dafür war es aber sehr intensiv“, sagte der Trainer weiter.

Trotz einer späteren Steigerung fand der HSV weiter in der Abwehr kein Maß. Ausschlaggebend für die schwache Abwehrleistung sei auch der Umstand, dass HSV-Torhüter Matthias Wiesner einen schlechten Tag erwischte. „Er rennt aktuell einfach seiner tollen Vorjahresform hinterher.“

Zwei dicke Brocken zum Schluss

Mit dieser Niederlage bleibt der HSV am Tabellenende. „Wir wussten von vornherein, dass wir gegen den Abstieg spielen. Wir haben uns aber noch nicht aufgegeben – auch wenn bis zur sehr kurzen Weihnachtspause noch zwei dicke Brocken auf uns warten.“ Zunächst geht es nach Calbe, danach kommt dann Spitzenreiter Wittenberg zum HSV.