Magdeburg l Die beiden Trainer der erfolgreichen Mannschaften, Vanja Radic auf Seiten des Vizemeisters SC Magdeburg und Bob Hanning von den Füchsen, sind zwar vom Wuchs her keine Riesen. Was ihre Schützlinge aber in den 60 Spielminuten in der mit 800 Zuschauern gut gefüllten altehrwürdigen Hermann-Gieseler-Halle boten, war aller Ehren wert, mehr als nur guter Nachwuchshandball.

Da keimten bei vielen Besuchern Erinnerungen an alte Handballzeiten in dieser Halle auf, die aber nun verkauft und anderweitig genutzt werden soll. Jedenfalls deuteten die stehengebliebenen Uhren auf einen wohl schon einsetzenden Wartungsstillstand hin.

Neuhaus trifft zum 1:0

Doch zurück zum Spiel: Max Neuhaus brachte den heimischen Club unter frenetischem Jubel der Zuschauer mit 1:0 in Front. Danach kamen die Berliner, die das Hinspiel mit 27:25 gewannen, zum Ausgleich und zur Führung, hielten diese auch bis zum 8:6 (16. Minute).

Dann folgten starke Szenen des SCM, der mit Toren von Hannes Bransche, Yannick, Danneberg, Alex Reimann und Justin Kurch plötzlich mit 10:8 (22.) führte.

SCM mit Kempa-Tor

Diese Zwei-Tore-Führung in einem mitreißenden Spiel hielt bis zur Pause (15:13). Positiver Höhepunkt aus SCM-Sicht sicherlich das hervorragend herausgespielte Kempa-Tor von Reimann zum 14:13. Auf Berliner Seite wurde der bis dato viermal erfolgreiche Max Raguse mit Roter Karte disqualifiziert (29.).

Wer nun dachte, das SCM-Feuerwerk setze sich in Hälfte zwei fort, sah sich getäuscht. „Aus bisher unerfindlichen Gründen konnten wir nicht mehr an die starke erste Hälfte anknüpfen“, suchte SCM-Trainer Radic noch am Montag nach Erklärungen.

SCM hält nur bis 18:18 mit

Bis zum 18:18 hielt der heimische Club noch gegen, dann setzten sich die Füchse, lautstark unterstützt von vielen Berliner Fans, Stück für Stück ab. Über die Zwischenstation von 21:18 (38.) zogen die Berliner vorentscheidend auf 26:22 (43.) davon.

Diesen Vorsprung ließen sich die Füchse, bei denen die „Recken“ Erik Gerntke, Rolando Gonzalez Urios und Tolga Durmaz nunmehr ein kaum noch zu überwindendes Abwehrbollwerk bildeten, wobei Urios noch neun Treffer markierte, nicht mehr nehmen.

„Berlin ist ein verdienter Sieger. Das Team konnte über 60 Minuten konstant und konsequent spielen. Wir konnten da nur 30 Minuten mithalten“, so Radic nach dem Spiel.

SC Magdeburg: Patzwald, Mohs – Reimann 3, R. Danneberg, Bransche 7, Baumgart, Hack 1, Schöll 1, Y. Danneberg 3, Schwaneberg 2, Neuhaus 6, Schikora 6, Kurch 2

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