Wulferstedt l Mit dem SV Altenweddingen empfing Germania Wulferstedt einen alten und guten Bekannten. Da der SVA in die Landesklasse aufsteigen konnte, wurde die zweite Pokalrunde zu einem interessanten Kräftemessen zweier Landesklassisten aus unterschiedlichen Staffeln. Nach den Ereignissen der zweiten Halbzeit dürfte es über den hochverdienten 3:1-Sieg der Germanen keine zwei Meinungen geben.

SV Altenweddingen überrascht

Zu Beginn überraschte die sehr junge Mannschaft von Trainer Mirko Stieler. Zwar fehlten Stützen wie der verletzte Martin Ruffert oder Robin Koch – diese beiden und natürlich der spielende Mannschaftskapitän Hannes Petters sind Wulferstedt gut bekannt – die junge Truppe machte es in den ersten 20 Minuten dennoch richtig gut. Die Lauf – und Passwege stimmten, gedankenschnell ließen sie die Heimmannschaft immer einen Schritt hinterher sein. Mit anderen Worten: Wulferstedt war noch in der Findungsphase, der SVA dagegen mutig obenauf, ohne zu Chancen zu kommen.

Bereits nach 15 Minuten wurde die Linzert-Elf sicherer. Ein erster toller Pass von Rzehaczek auf Reimann, der sich noch aus dem Tritt bringen ließ und am starken Sönke Deike scheiterte. Auch die Nachschüsse bereinigte der SVA-Schlussmann. Mit zunehmender Spielzeit übernahm Wulferstedt die Initiative, aber noch ohne die große Überlegenheit. Die sollte erst in der zweiten Halbzeit kommen. Chancen gab es bereits. Nach Eckstoß stieg Brunke schön hoch, köpfte aber über die Latte (24.). Eine Charwat-Flanke kam optimal für Reimann, der toll gegen die Laufrichtung des Keepers köpfte, aber auch die lange Ecke knapp verpasste (31.). Jahn schoss einen Freistoß über die Latte (32.).

Keine Tore bis zur Pause

Dann nochmal Gefahr durch den SVA. Als Pesel den Ball lupfen wollte, war Beisch schon vor ihm und klärte reaktionsstark (34.). Gleich darauf ein platzierter SVA-Freistoß, der sich in die kurze Ecke senkte. Beisch war unten und klärte, der Ball war aber noch frei. Magel konnte im Nachsetzen Beisch nicht überwinden (35.). Bis zur Pause tat sich dann nichts Aufregendes mehr.

Die zweite Halbzeit führte Wulferstedt in einer Überlegenheit, die ein solches Ausmaß selten erreicht. Und genau darin lag die nahe Verzweiflung von Coach André Linzert und den Wulferstedter Fans begründet. Denn allerbeste Chancen entstanden am laufenden Band, blieben aber lange ungenutzt.

Wulferstedt hat Chancen

Den Anfang machte Reimann. Nach einem Abpraller landete der Ball genau in seinem Lauf. Direkt vor Deike schoss er deutlich am Tor vorbei, statt in die Ecke (48.). Jahn ging es keine Minute später ähnlich. Ilsmann legte direkt vor dem Tor mit der Brust auf Breitenbach ab. Der schoss, aber Deike reagierte mit starker Fußabwehr (50.). Jahn wurde geschickt und lief mit Tempo an der Abwehr vorbei auf Deike zu (53.). Der riss geistesgegenwärtig die rechte Hand hoch und vereitelte den spontanen Torschuss – stark!

Der SVA meldete sich kurz mit sattem Schuss von Becker aus dem Hinterhalt, den Beisch mit den Fingerspitzen drüber lenkte (60.). Nachdem Reimann auf Stadler ablegte, der aber den Außenpfosten traf (61.), fiel endlich das erlösende 1:0. Schön angespielt schaute sich Stadler aus zehn Metern die Ecke aus und traf flach ins Netz (65.).

Ausgleich für Altenweddingen

Durch einen Torwartfehler kam Altenweddingen postwendend zum Ausgleich. Beisch verschätzte sich indem er schon Sicherheit verkündete, doch Petters kam eher zum Kopfball und streichelte den Ball mit dem Kopf ins Tor. Anschließend spielte nur noch Wulferstedt. Reimann legte in den Rückraum auf Jahn ab. Der lief an und schoss direkt vor dem Tor drüber (68.).

Als Reimann den Ball schön mitnahm und ihn aus dem Lauf im langen Eck versenkte, stand es endlich 2:1 (76.). Das ließ sich Wulferstedt jetzt nicht mehr nehmen. Mit dem 3:1 war der Deckel drauf. Reimann erkämpfte sich an der Grundlinie schön den Ball, spielte wieder auf Jahn zurück, der dieses Mal mit sattem Linksschuss erfolgreich war (85.).

Gelb-Rote Karte für Schlieter

In der Schlussphase sah Altenweddingens Schlieter wegen emotionaler Unbeherrschtheit noch Gelb-Rot. Dem SVA blieb nichts anderes übrig, als den Germania-Sieg als verdient anzuerkennen. Die Wulferstedter waren sicherlich auch die bessere Mannschaft, weil sie sich dem erforderlichen hohen Niveau in ihrer leistungsstarken Landesklasse 3 immer mehr annähern.

Germania Wulferstedt: Beisch – Ilsmann, Dilge Brunke, Grzenda, Charwat, Rzehaczek, Dreyer (18. Jahn), Breitenbach (80. Julian Reschke), Stadler (88. Behrens), Reimann

SV Altenweddingen: Deike – Selent (86. Bode), Zunker (90. Rein), Haas (46. Hoffmann), Pesel, Richter, Schweigel, Magel, Petters, Schlieter, Becker

Torfolge: 1:0 Stadler (65.), 1:1 Petters (66.), 2:1 Reimann (76.), 3:1 Jahn (85.)

Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot für Schlieter (SVA, 87. wegen Unbeherrschtheit)

Schiedsrichter: Felix Lewanscheck, Martin Pasemann, Heiko Borchers

Zuschauer: 168