Rohrberg/Diesdorf l Eigentlich ist Alexander Schulze keiner, der gern im Rampenlicht steht. Dennoch zeichnet ihn sein ungeheurer Ehrgeiz aus, der ihm viele Sympathien eingebracht hat. Wenn der 26-Jährige den Rasen oder auch das Parkett betritt, gibt er alles – vor allem für den Erfolg der Mannschaft.

Früher war es eher noch der Handball, der es Schulze angetan hatte. Mit Unterbrechungen ist er schon seit 13 Jahren am Ball. Als C-Jugendlicher startete der Westaltmärker seine Laufbahn bei seinem Heimatverein SV Rohrberg. Trainer der Truppe war damals Otto Klopp, der den heute 26-Jährigen auch schnell zwischen die Pfosten beorderte. Diese Position lag dem Rohrberger einfach am meisten. Eher unregelmäßig spielte Alexander Schulze auch Fußball. In der F-Jugend war er für den MTV Beetzendorf aktiv, auch im C-Junioren-Alter stieg der Sportenthusiast wieder beim MTV ein. Seine Position? Na klar! Torhüter. Doch das änderte sich spätestens ab der B-Jugend. Dort wechselte Schulze zur SG Kuhfelde/Saalfeld und spielte ab sofort, nachdem er schon zuvor in Beetzendorf des Öfteren draußen agierte, konstant auf dem Feld. „Ich war zwar sicherlich technisch nicht überragend, doch meine Stärken waren Kampf und Ehrgeiz“, verrät der 26-Jährige, der auch konditionell stark und daher ein unangenehmer Gegenspieler war und nach wie vor ist.

Nach Wiedereinstieg sofort der Aufstieg

Handball ging für Alexander Schulze allerdings vor. „Zum einen, weil es in Rohrberg war, zum anderen, weil mich dieser Sport allgemein mehr interessiert hat“, erklärt der Westaltmärker. Der beendete mit 19 Jahren dann auch vorerst seine Fußball-Karriere und konzentrierte sich voll und ganz auf seine Aufgabe beim SVR. Der hatte sich zwar zwischenzeitlich für zwei Jahre aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, stieg dann aber wieder ein. Und das auch sehr erfolgreich, schaffte das Team um Tony Heyer und Hendrik Schulz doch auf Anhieb den Aufstieg von der Kreisliga in die 2. Nordliga. Aus dieser zog man sich nach zwei Jahren freiwillig zurück, ehe sich das Team wenig später aus Personalgründen wieder komplett auflöste. „Das tat natürlich weh“, erklärt der Rohrberger. „Es war eine schöne Zeit, doch man hatte eben auch ziemlich weite Fahrten und hat dann oft auch ziemlich hohe Klatschen kassiert“, denkt Schulze zurück. Mittlerweile hat er sich dem Kreisligisten Diesdorfer SV, der ebenfalls aus der 2. Nordliga kam, angeschlossen. „Trainer Sigurd Lüchow hat mich gefragt, ob ich ab und an mal aushelfen könnte. Es macht wirklich Spaß“, sagt der 26-Jährige.

Bereits seit gut einem Jahr spielt Alexander Schulze auch wieder Fußball – für die zweite Herrenvertretung des DSV. Die spielt unter der Regie von Trainer Mario Gebert momentan sehr erfolgreich in der 1. Kreisklasse. Ab und an kommt Schulze zwar dank seiner großen Einsatzbereitschaft auch auf dem Feld zum Einsatz, zumeist hütet er aber den Kasten der Landesklasse-Reserve. „Ich kannte viele Leute aus der Truppe, einige davon sind gute Freunde. Das war eigentlich meine Motivation, wieder anzufangen“, verrät der Westaltmärker. Die Diesdorfer spielen mit ihrem eingespielten Team in dieser Saison weit oben mit und haben sogar die Spitzenposition in der 1. Kreisklasse ins Visier genommen. „Es wäre sicherlich schön, wenn wir irgendwann mal aufsteigen könnten“, blickt Alexander Schulze recht optimistisch in die Zukunft.

Für fünf Jahre auch als Rugby-Spiel

Auch wenn Schulze seinen Fokus mittlerweile mehr auf Fußball gelegt hat, spielt er auch weiterhin sehr gern Handball. Bei den DSV-Kreisliga-Herren kommt der Rohrberger ebenfalls als Torhüter zum Einsatz. „Ich denke, ich habe ganz gute Reaktionen. Angst vor dem Ball darf man natürlich auch nicht haben“, erzählt der 26-Jährige, der nur im absoluten Notfall – wie es auch in Rohrberg nur selten vorkam – mal als Feldspieler agieren würde. An einen Aufstieg glaubt Alexander Schulze vorerst nicht. „Das wird schwer. Wobei ich glaube, die Kreisliga ist schon das Richtige für uns“, so der Westaltmärker, der übrigens fünf Jahre lang auch Rugby spielte. „Ein Freund hatte mich mal dorthin mitgenommen und es hat mir viel Spaß gemacht“, schildert Schulze. Von 2009 bis 2011 war er in Jena aktiv, von 2011 bis 2014 hingegen in Braunschweig.

Wenn es hart auf hart kommt, steht für Alexander Schulze, der – solange er Spaß daran hat – auch weiter am Ball bleiben wird, in der Woche fünfmal Sport auf dem Programm. Während nämlich dienstags und freitags mit den Fußballern trainiert wird, proben am Donnerstag die Handballer. Letztere tragen zumeist sonnabends ihre Partien aus, während die DSV-Kicker am Sonntag im Einsatz sind. „Zu jedem Training schaffe ich es nicht. Zudem ist es gut, dass es beim Fußball und Handball selten Überschneidungen gibt. So kann ich die fußballfreie Zeit nun mit Handball überbrücken“, verrät der 26-Jährige. Dennoch gibt es unter der Woche selten Momente, in denen der Rohrberger untätig ist. Auch der Diesdorfer SV als Gesamtverein ist für Schulze mit der Zeit immer wichtiger geworden. „Was allein Sigurd Lüchow leistet, ist schon Wahnsinn – sowohl als Organisator als auch als Trainer. Er ist immer da, wenn er gebraucht wird“, lobt der Westaltmärker den stellvertretenden Vereinsvorsitzenden. Doch was Einsatz und Engagement angeht, so muss sich auch Alexander Schulze selbst ganz sicher nicht verstecken.