Salzwedel l Von Topspielen bis hin zu Kellerduellen ist alles dabei, was das Herz begehrt. Bereits am Freitag wird die Spielrunde eingeläutet. Während sieben Begegnungen erst am Sonnabend ab 15 Uhr über die Bühne gehen, ist der SSV 80 Gardelegen schon am Freitag aktiv. Er hat den Spitzenreiter Osterburger FC ab 18.30 Uhr auf der Rieselwiese zum ersten Spitzenspiel zu Gast. Ein weiteres geht morgen beim SV Liesten 22 über die Bühne, der den FSV Saxonia Tangermünde erwartet. Die große Rückrundenüberraschung FSV Heide Letzlingen erwartet den Möringer SV, während Schlusslicht SV Heide Jävenitz auf den Kreveser SV trifft. Auf Reisen gehen indes der SV Eintracht Salzwedel (SV Grieben), der MTV Beetzendorf (FSV Havelberg) und der SV Grün-Weiß Potzehne (TuS Wahrburg).

SSV 80 Gardelegen – Osterburger FC (Schiedsrichter: Steffen Look).

Vier Punkte liegt der aktuelle Spitzenreiter aus Osterburg aktuell vor den Gardelegenern. Allerdings haben die Biesestädter auch vier Begegnungen mehr auf dem Konto. Der SSV dürfte also bis in die Haarspitzen motiviert sein, denn mit einem angestrebten Heimerfolg könnte er bis auf einen Zähler an den OFC heranrücken. „Wir sind ohnehin in jedem Spiel motiviert. Wir wissen, dass es keinen Deut einfacher wird als zuletzt in Möringen, wo wir gut gespielt haben“, erklärt Gardelegens Trainer Norbert Scheinert, der Osterburg („Eine vor allem in der Breite gut besetzte Mannschaft“) bis zum Ende oben im Klassement erwartet.

An Leistung anknüpfen

An die Leistung aus der Vorwoche (1:1) wollen die Rolandstädter heute Abend anknüpfen, müssen aber im Torabschluss noch effektiver werden. „Wir erspielen uns die Möglichkeiten, müssen sie aber deutlich besser nutzen“, so Scheinert. Der muss ohne Marko Wißwedel und Daniel Burkardt planen und bangt noch um den Einsatz von Dominec Soeder. Ansonsten sind alle Akteure einsatzbereit und heiß, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen. Mut dürfte das Hinspiel machen, das mit 2:1 gewonnen wurde.

SV Liesten 22 – FSV Saxonia Tangermünde (Schiedsrichter: Maximilian Presser).

Im Liestener Waldstadion trifft der gastgebende Rangzweite auf den Tabellendritten. Es ist also auf dem Papier das absolute Spitzenspiel dieses Wochenendes. Ob es seinen hohen Erwartungen auch auf dem grünen Rasen gerecht wird, bleibt hingegen abzuwarten. „Wir haben uns taktisch immer hochwertige Duelle geliefert, in denen nur selten viele Tore gefallen sind. Beide Mannschaften haben eine ähnliche Spielweise, agieren aus einer kompakten Defensive heraus“, urteilt im Vorfeld SVL-Sektionsleiter Mario Schulz, der von einem „50:50-Spiel“ ausgeht. „In solchen Toppartien ist oft die Tagesform entscheidend. Wir hoffen natürlich, dass unsere möglichst gut ist.

Wir brauchen 100 Prozent, um gegen Tangermünde zu bestehen“, weiß Schulz um die Schwere der Aufgabe. Zuletzt beim müden 0:0 in Salzwedel lief bei den Liestenern offensiv wenig zusammen. Auch wenn Steffen Mangrapp und Lucas Bresch weiterhin fehlen, wollen und müssen die Schützlinge von Trainer Michael Piotrowski diesmal eine Schippe drauflegen. Ein ähnliches Ergebnis wie im Hinspiel (1:0/Torschütze: Stephan Benecke) würden sie sicherlich sofort unterschreiben, um weiterhin ganz oben dranzubleiben.

FSV Heide Letzlingen – Möringer SV (Schiedsrichter: Kevin Shaikh)

Auch das 0:4 vor sechs Tagen in Arneburg ändert nichts an der Tatsache, dass die Letzlinger eine starke Rückrunde spielen. „Uns war klar, dass es nicht so weitergeht. Auch andere Mannschaften haben ihre Stärken. In der zweiten Halbserie war es aber unser schlechtestes Spiel, wir waren irgendwie von der Rolle“, blickt FSV-Coach Thilo Stimbra zurück. Seine Elf verlor den Großteil der Zweikämpfe und kassierte in der Schlussphase noch drei Gegentreffer. Dennoch ist Stimbra weiterhin optimistisch: „Ich denke, dass der Abstieg für uns abgehakt sein sollte. Wir wollen die Saison jetzt in Ruhe zu Ende bringen und vielleicht schon ein paar Sachen für die neue Spielzeit vorbereiten.“

MSV sollte gewarnt sein

Möringen sollte vor den Mannen aus dem Heidedorf gewarnt sein, bezwangen diese im Jahr 2018 doch bereits weitere Spitzenteams wie Salzwedel, Tangermünde oder auch Liesten. „Warum sollte uns das nicht auch morgen gelingen? Mindestens einen Punkt wollen wir schon holen“, so Letzlingens Trainer. Da nur die Einsätze von Andreas Lenz und Tobias Benecke fraglich sind, dürfen die Westaltmärker mit breiter Brust in ihr Heimspiel gehen.

SV Heide Jävenitz – Kreveser SV (Schiedsrichter: Thomas Wissel)

Genau genommen enden für den SV Heide mit dem morgigen Heimspiel gegen den Drittletzten des Klassements bereits die „Wochen der Wahrheit“. Zuvor setzte es gegen die direkten Kontrahenten aus Havelberg (1:6) und Potzehne (0:4) deftige Niederlagen, die auch die allerletzten Hoffnungen auf den Klassenerhalt schwinden ließen. „Die Stimmung im Team ist natürlich am Boden nach so vielen Nackenschlägen. Dennoch wollen wir weitermachen und uns sportlich fair aus dieser Liga verabschieden“, verrät der Jävenitzer Co-Trainer Sören Kleinau, der in Potzehne eine gute erste Halbzeit seiner Elf sah, an die es anzuknüpfen gilt.

Die Planungen für die Kreisoberliga haben bereits begonnen, doch auch in der Landesklasse würde das Schlusslicht gern noch einmal punkten. „Es wäre schön, wenn uns irgendwann noch einmal eine Überraschung gelingt. Ich würde es gern sehen, dass wir mal in Führung gehen“, so Kleinau. Letztmalig war dies am 28. Oktober 2017 im Heimspiel gegen Potzehne (Endstand: 1:1) der Fall. Mit voller Kapelle werden die Euen-Schützlinge alles daran setzen, dass die schwarze Serie morgen gegen den Landesliga-Absteiger endet. Aus dem Hinspiel (0:3) haben sie auch noch etwas gutzumachen.

SV Grieben – SV Eintracht Salzwedel 09 (Schiedsrichter: Marko Schmidt)

Es wäre mal wieder Zeit für einen Sieg. Den letzten feierte die Salzwedeler Eintracht am 10. März beim 3:2 gegen Arneburg. Es war zugleich auch der einzige Erfolg in der gesamten Rückrunde. „Die Tendenz der letzten Spiele war in Ordnung. Eigentlich wäre jetzt mal wieder ein Sieg dran“, klingt auch SVE-Trainer Burghardt Schulze recht optimistisch. Das Ziel vor der Saison wurde mit „oberes Tabellendrittel“ definiert. Mindestens als Fünfter wollen die Hansestädter die Spielzeit also abschließen. „Insgesamt wollen wir wieder etwas mehr Sicherheit reinkriegen, wobei das zuletzt schon ganz ordentlich aussah. Grieben hat zuletzt zu Hause leichte Schwächen offenbart, sollte aber in Sachen Abstieg keinen Druck mehr haben. Also können beide Teams sicherlich auch befreit aufspielen“, vermutet Schulze.

Gegen den Rangelften muss er zwar weiterhin den verletzten Kevin Gebert ersetzen, doch ansonsten stehen alle Akteure zur Verfügung und wollen ihrem scheidenden Coach endlich mal wieder einen Sieg bescheren. Sollte dies in Grieben nicht gelingen, dann aber spätestens am Montagabend im Nachholduell gegen Krevese.

FSV Havelberg – MTV 1880 Beetzendorf (Schiedsrichter: Felix Lewanscheck)

Für den MTV ist es die womöglich wichtigste Partie in der Saisonschlussphase. Die Beetzendorfer müssen Havelberg, das den ersten Abstiegsplatz einnimmt, auf Distanz halten. „Daher sollten wir mindestens einen Punkt holen, doch wirklich gut sieht es nicht aus“, blickt Trainer Mayk Zürcher mit ein wenig Sorge auf seinen Kader. Dieser ist durch die Ausfälle von Gordon Bock, Michael Banse, Nico Schulz und Sebastian Spychalski – dazu drohen auch noch Tino Fricke und Robert Diekmann auszufallen – nämlich stark ausgedünnt. „In Havelberg haben wir eigentlich immer klare Niederlagen kassiert.

Ich denke, dass der Gegner uns hinten reindrängen wird. Vielleicht kommt uns das entgegen, damit wir über Konter Nadelstiche setzen können“, erklärt Zürcher. Den Druck sieht der MTV-Coach vor allem auf Havelberger Seite. „Für sie geht es um mehr, denn sie haben noch ein recht schweres Restprogramm“, weiß Mayk Zürcher. Die Westaltmärker spielen indes noch gegen mehrere Mitkonkurrenten und bekommen daher noch genügend Chancen, um Bigpoints zu landen. Den Anfang wollen sie aber möglichst schon morgen machen.

TuS Wahrburg – SV Grün-Weiß Potzehne (Schiedsrichter: Thomas Krugel)

Bei den Grün-Weißen läuft es momentan. Aus den letzten zwei Begegnungen holte der Aufsteiger sechs Punkte und verschaffte sich damit etwas Luft im Abstiegskampf. Vor allem die während dieser Saison oft kritisierte Offensive blühte dabei richtig auf und markierte sowohl in Grieben als auch gegen Jävenitz vier Tore. „Da hat einfach alles zusammengepasst. Die Effektivität war erfreulicherweise gut, vorher hat das ja leider nicht immer so gut funktioniert“, blickt Potzehnes Trainer Erich Krümmling zurück.

Duell zweier formstarker Mannschaften

Zudem wurden die Treffer zumeist zum richtigen Zeitpunkt erzielt. In Wahrburg wird die Aufgabe – das weiß natürlich auch Krümmling – ungleich schwerer: „Der Gegner war zuletzt gut drauf. Es wird sehr schwer, dort etwas mitzunehmen. Wir werden aber versuchen, einen Punkt einzufahren. Das hängt aber auch von vielen Faktoren ab.“ Ein Faktor ist beispielsweise das Personal. Mehrere Akteure auf Seiten der Grün-Weißen waren unter der Woche angeschlagen, beispielsweise Jan Küllmei und Kai Klose. Ihr Mitwirken wäre morgen wichtig, um dem wiedererstarkten Rangsechsten einen heißen Tanz zu liefern.