Salzwedel l Spielrunde Nummer zwei wird bereits am Freitagabend mit einem packenden Duell auf der Salzwedeler Flora eröffnet. Nach der 0:2-Auftaktniederlage beim TuS Wahrburg möchte der SV Eintracht Salzwedel ab 18 Uhr im Heimspiel gegen den SV Medizin Uchtspringe seinen ersten Erfolg einfahren, was aber wohl alles anderes als einfach wird.

Die restlichen vier westaltmärkischen Vertretungen greifen erst am Sonnabend ab 15 Uhr ins Geschehen ein. Mit dem SV Grün-Weiß Potzehne und dem FSV Heide Letzlingen stehen sich zwei Auftaktsieger im Nachbarschaftsduell gegenüber, dazu reist der SV Liesten 22 zum Spitzenreiter Kreveser SV und der MTV Beetzendorf gibt seine Visitenkarte beim SV Rot-Weiß Arneburg ab.

Brinkmann in den Griff bekommen

SV Eintracht Salzwedel 09 - SV Medizin Uchtspringe (Schiedsrichter: Thorsten Ebeling).

Weil Leistungsträger Manuel Stoppa am Sonnabend heiraten möchte, baten die Mediziner um eine Spielverlegung auf den heutigen Freitag. Die Eintracht stimmte zu, so dass sich die Zuschauer auf ein spannendes Abendspiel auf der Flora freuen dürfen. Besonders motiviert sind dabei natürlich die Salzwedeler nach ihrer Auftaktniederlage in Wahrburg (0:2).

„Zu Hause wollen wir ohnehin kein Spiel verlieren und möglichst auch souverän auftreten“, verrät der neue Eintracht-Trainer Helge Kietzke. Die Auftaktpleite ärgert ihn noch immer ein wenig, zumal seine Mannschaft beim Titelaspiranten 70 Minuten lang ein solides Spiel ablieferte. „Das war bitter, denn wir haben lange Zeit wenig zugelassen und dann durch zwei Fehler in der Innenverteidigung noch verloren. Positiv hervorzuheben ist, dass die defensive Disziplin lange Zeit gestimmt hat, allerdings haben wir es selten geschafft, offensiv Akzente zu setzen“, blickt Kietzke zurück.

Stammspieler kehren zurück

Was die Offensive angeht, hat der neue Übungsleiter nun wieder mehr Alternativen, weil Gregor Roth, Joey Krüger, Hannes Schreiber und womöglich auch Sebastian Heuer in den Kader, in dem definitiv der beruflich verhinderte Malte Liestmann fehlt, zurückkehren.

„Ich denke, dass ich personell in der Startelf nicht viel verändern werde. Entscheiden werde ich das jedoch erst kurzfristig“, erklärt Helge Kietzke. Der hofft, dass seine Schützlinge Uchtspringes Angreifer Marcel Brinkmann so gut wie möglich aus dem Spiel nehmen und Standardsituation weitestgehend vermeiden.

Denn genau dort liegen die Stärken der erfahrenen Mediziner, die mit einem 3:0 gegen Grieben in die Saison starteten. Sollten die Kreisstädter aber an ihre Leistung vom Auftakt anknüpfen und die Fehler vermeiden, scheinen die ersten Punkte schon heute Abend durchaus realistisch.

SV Grün-Weiß Potzehne - FSV Heide Letzlingen (Schiedsrichter: Niclas Dirk)

Beiden westaltmärkischen Vertretern gelang ein Start nach Maß. Die Grün-Weißen siegten in Beetzendorf mit 2:0, die Heide-Mannen bezwangen Tangermünde mit 6:1.

Mindestens eine weiße Weste wird nun also Flecken erhalten. Potzehnes Trainer Erich Krümmling hofft, dass seine Schützlinge im Derby den Schwung vom Auftakterfolg mitnehmen können. „Man sollte dieses 2:0 nicht überbewerten. Wir haben zwar eine ordentliche Leistung gezeigt, hatten aber auch ein wenig Glück. Wichtig sind aber die drei Punkte, denn nun treffen wir erst einmal auf mehrere harte Brocken, von denen Letzlingen der erste ist“, zollt Krümmling dem morgigen Kontrahenten großen Respekt.

„Ich erwarte Letzlingen schon unter den besten Teams der Liga, denn sie sind sehr gut aufgestellt. Auch wenn wir der krasse Außenseiter sind, sollten wir uns aber auf dieses Derby freuen und alles geben, um die Räume so eng wie möglich zu machen“, fügt der Coach der Grün-Weißen an.

Vorrangiges Ziel ist es, so wenig Chancen wie möglich gegen eine der sicherlich stärksten Offensiven der Liga zuzulassen. Dann ist vielleicht – auch wenn Ingo Wiegmann (Verletzung) und Thomas Müller (Verletzung) fehlen – erneut eine Überraschung für die Potzehner möglich.

Stärkste Landesklasse seit zehn Jahren

Genau diese wollen aber die FSV-Mannen mit allen Mitteln verhindern. „Gegen Tangermünde ist meine Mannschaft sehr diszipliniert aufgetreten. Genau daran müssen wir ansetzen und dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, ist Letzlingens neuer Trainer Dirksen Höft einerseits noch immer begeistert, hebt andererseits aber auch warnend den Zeigefinger. Eine ähnlich konzentrierte Leistung wird auch im morgigen Nachbarschaftsduell nötig sein, um den Traumstart perfekt zu machen.

„Wichtig ist vor allem die Einstellung. Potzehne ist eine kompakte und kampfstarke Mannschaft, die zu Hause viele Punkte holt. Genau darauf müssen sich meine Jungs einstellen“, weiß Höft. Zwar fehlen weiterhin Tobias Benecke und Andreas Lenz, dennoch verfügt der FSV Heide über einen breiten Kader, der schon in der Vorwoche andeutete, dass er in der Lage ist, weit oben mitzumischen.

Kreveser SV - SV Liesten 22 (Schiedsrichter: Felix Lewanscheck).

Dass die Liestener am zweiten Spieltag beim Tabellenführer gastieren, der zum Auftakt in Möringen mal eben mit 8:1 gewann, hätten sie wohl auch nicht gedacht. Daher sind die Westaltmärker wohl umso mehr gewarnt.

Spiel auf Augenhöhe erwartet

„Das ist ein aggressives und kampfstarkes Team, das sich durchaus gut verstärkt hat. Ich erwarte schon ein enges Spiel“, äußert sich im Vorfeld SVL-Trainer Michael Piotrowski. Der rechnet aber damit, dass seine Mannschaft dazu gezwungen wird, das Spiel zu gestalteten.

„Zehn, elf Mannschaften der Liga werden gegen uns hinten drin stehen und kontern. Wir müssen es gegen solche Gegner offensiv einfach besser lösen und unsere Chancen nutzen“, so Piotrowski. Beim 0:0 am ersten Spieltag gegen Arneburg sahen die Liestener, dass sie spielerisch noch Steigerungsbedarf haben.

„Daraus müssen wir unsere Schlüsse ziehen“, weiß Liestens Coach. Der muss definitiv auf die Mangrapp-Brüder René (Urlaub) und Steffen (Studium) sowie auch auf Torhüter Jonathan Gehrke verzichten. Dafür kehren aber Matthias Wiese und womöglich auch – sofern es seine lädierte Schulter zulässt – Pawel Kijewski in den Kader zurück.

Mit einer dementsprechend schlagkräftigen Mannschaft und einer Steigerung gegenüber dem ersten Duell möchte der SVL dem Spitzenreiter auf dessen Platz also ein Bein stellen.

SV Rot-Weiß Arneburg - MTV 1880 Beetzendorf (Schiedsrichter: Mario Lach).

Dass es eine schwere Saison wird, war den Beetzendorfern bewusst. „Das ist aus meiner Sicht die stärkste Landesklasse der letzten zehn Jahre“, hatte Neucoach Michael Banse bereits vor dem Saisonauftakt betont. Allerdings hatte er trotzdem auf einen erfolgreichen Start erhofft.

Dieser ging aber vor sechs Tagen in die Hose, denn gegen Mitkonkurrent Potzehne hieß es daheim 0:2. Es war direkt eine bittere Pille für den MTV, für den es morgen in Arneburg natürlich nicht einfacher wird. Personell sieht es womöglich wieder etwas besser aus, dennoch dürften die Trauben diesmal noch höher hängen.

RWA hat sich in der Sommerpause allerdings gezielt verstärkt und dank einer starken Defensivvorstellung in der Vorwoche ein 0:0 in Liesten erreicht.

„Diesen Punkt wollen wir nun mit einem Sieg im nächsten Heimspiel veredeln“, sagte Arneburgs Trainer Mario Bittner nach der Partie im Waldstadion. Die Rot-Weißen sind also motiviert. Das dürfte allerdings auch auf die Beetzendorfer zutreffen, die zumindest nicht mit leeren Händen die Heimreise antreten wollen. Mut dürfte die Vorsaison machen, denn dort erreichte der MTV in Arneburg ein 2:2.