Jävenitz l Die beste Defensive der abgelaufenen Saison in der 1. Altmark West Liga bröckelte im Testspiel gegen Goldbeck zum bereits dritten Mal hintereinander gewaltig. Eine 3:0-Führung nach weniger als 15 Minuten reichten den Mannen von Coach Guido Euen nicht zum Sieg. Die Zuschauer an der Algenstedter Straße dagegen durften nach dem 2:5 gegen Grün-Weiß-Bregenstedt und dem 4:8 gegen Rot-Weiß Nennhausen zum wiederholten Male ein Torfestival mit Jävenitzer Beteiligung sehen.

Jävenitz führt früh

Nach nicht einmal handgestoppten 120 Sekunden nutzten die Gastgeber einen kapitalen Schnitzer in der Hintermannschaft der Gäste zum frühen 1:0 für Jävenitz. Franz Petrov hieß der Glückliche, der am Ende einer Goldbecker Fehlerkette erfolgreich abschloss. Nach dem Wiederanstoß zeichnete sich das gleiche Bild ab. Kaum am Ball und schon im Tor, durfte sich Angreifer Ammar Shakir in der zehnten Spielminute bei den schlafmützig agierenden Männern aus Goldbeck bedanken.

Geschockt und völlig verunsichert vom zweiten Gegentreffer binnen zehn Minuten, bereitete der Kreisoberligist aus der Ost-Altmark ohne jegliche Gegenwehr das 0:3 für Jävenitz vor. Kapitale Fehlpässe und mangelndes Zweikampfverhalten der Gäste ließen Schlimmstes befürchten. Doch anstatt sich dem Schicksal zu ergeben, agierten die Gäste nach dem dritten Tor durch Salam Naom (14.) plötzlich, als stünde es noch 0:0. Mit viel Offensivdrang und wenig Gegenwehr der Jävenitzer erholten sich die Gäste und kamen durch Tobias Heyder zum 1:3-Anschluss in der 36. Spielminute. Wie aus dem Nichts stand es nach schönem Kombinationsspiel der Mannschaft von Coach David Rose plötzlich 2:3, als Andreas Schmidt mustergültig über die linke Seite bedient wurde (41.).

Goldbeck setzt Sturmlauf fort

Die zweite Hälfte begann ebenso spektakulär wie Durchgang eins. Goldbeck setzte nun alles auf eine Karte und befand sich nur noch in der Vorwärtsbewegung. Vom hergestellten Anschluss beflügelt, zeigten die Goldbecker eine tolle Moral und glichen in Person von Stephan Schulze tatsächlich zum nicht für möglich gehaltenen 3:3 aus (50.).

Ein irres Spiel, das die Jävenitzer innerhalb von nur wenigen Minuten herschenkten, erinnerte fortan an Wasserball. So schwammen die Mannen von Trainer Euen völlig indisponiert weiter und kamen nicht mehr aus dem Verwaltungsmodus heraus. Das Problem nur: Spätestens mit dem 3:4 nach 56 Minuten durch Ramhzan Aftorkhanov gab es nichts mehr zu verwalten. Goldbeck schaffte es tatsächlich noch, den Spieß komplett umzudrehen und ein schon sicher verloren geglaubtes Spiel zu seinen Gunsten zu drehen, was sich mit dem 3:5 durch Oliver Stachel abzeichnete. Die Mannschaft von Guido Euen blieb sichtlich geschockt und fand kein Mittel mehr, um gegen charakterstarke Goldbecker anzukämpfen.

Waterloo für Heide

Was sich als zweistelliges Schützenfestival für den Jävenitzer Anhang anbahnte, entwickelte sich zum absoluten Waterloo. Mit dem Tor von Andreas Schmidt in der 81. Spielminute und dem Spielstand von 3:6 schienen die Spieler aus Jävenitz plötzlich wachgeküsst und unternahmen mit dem 4:6 durch Franz Petrov in der 85. Minute den Versuch, sich vor ihren Fans glimpflich aus der Affäre zu ziehen.

Die bittere Realität nur: Mit der direkten Antwort zum 4:7-Endstand durch Tobias Heyder in der 90. Minute bezog der SV Heide regelrecht Prügel. In einem irren Spiel wurde Goldbeck schlussendlich für seinen Kampfgeist belohnt. Die sich nie aufgebenden Blau-Gelben verstanden es besser, die Hitzeschlacht von Jävenitz anzunehmen und trotz desaströsen Beginns den Faden wieder zu finden.

Goldbeck-Trainer lobt Moral

„Vergangene Saison stellten wir die beste Defensive der 1. Altmark West Liga. Nun kommt eben ein bisschen Aufbauarbeit auf uns zu. Mich ärgert nicht das Ergebnis, sondern viel mehr, dass wir nach 3:0-Führung nur noch das Ergebnis nach Hause bringen wollten. Wir können uns nicht hinten rein stellen und nur verteidigen. Das ist nicht unser Spielstil. Jetzt gilt es, die Köpfe wieder aufzurichten. Wir werden wieder aufstehen. Davon bin ich überzeugt“, erklärte Jävenitz‘ Trainer Guido Euen nach dem Abpfiff.

„Obwohl uns viele Spieler gefehlt haben und wir einen hohen Altersschnitt verzeichnen mussten, bin ich positiv überrascht. Die Gegentore haben wir den Jävenitzern durch individuelle Fehler geschenkt. Deshalb habe ich der Mannschaft Mut zugesprochen. Der Gegner kam nicht zu Chancen, weil wir die schlechtere Mannschaft waren. Das haben meine Jungs angenommen und unbeirrt weiter gespielt. Die Comebackqualität meiner Mannschaft macht mich stolz“, lobte Goldbeck-Coach David Rose sein Team.

Während Goldbeck mit einem positiven Erlebnis in die Saison blicken kann, müssen die Jävenitzer noch einiges nachholen, um in der anstehenden Spielzeit bestehen zu können. Die Spieler von Guido Euen treten erneut am Freitag um 19 Uhr zu Hause im Testspiel an. Gegner dieses Mal wird die Schinner Eintracht aus der Kreisoberliga Altmark Ost sein.

Statistik

SV Heide Jävenitz: Heinze – Shakir, Müller (63., Beck), Marunde, Petrov, Schönfeld, Haering, Weber, Naom, Jahn, Staschock (46., Vollbeding).

Blau-Gelb Goldbeck: Kannenberg – Stachel, Voß, Schulze, Aftorkhanov, Schmidt, Prigge, Heyder, Krüger, Al Ahmed (31., Abdou), Kautz.

Torfolge: 1:0 Franz Petrov (4.), 2:0 Ammar Shakir (10.), 3:0 Salam Naom (14.), 3:1 Tobias Heyder (36.), 3:2 Andreas Schmidt (41.), 3:3 Stephan Schulze (30.), 3:4 Ramhzan Aftorkhanov (56.), 3:5 Oliver Stachel (70.), 3:6 Andreas Schmidt (81.), 4:6 Franz Petrov (85.), 4:7 Tobias Heyder (90.).

Schiedsrichter: Christian Braun

Besondere Vorkommnisse: Keine.

Zuschauer: 30