Gardelegen l Es ist soweit. Am Sonnabend um 14 Uhr steigt das langersehnte Spitzenspiel zwischen dem Tabellenzweiten SSV 80 Gardelegen und dem Ligaprimus MSC Preussen Magdeburg. Das Spiel der beiden Giganten könnte richtungweisend für den Rest der Saison werden.

Zuversicht beim SSV

Der SSV Gardelegen hat sich genau zum richtigen Zeitpunkt aus seiner kleinen Formkrise befreit. Gut gerüstet und mit einer gelungenen Generalprobe vor dem Duell mit dem Tabellennachbarn Preussen Magdeburg, kann der SSV zuversichtlich die kommende Herkules-Aufgabe angehen.

Mit dem souveränen 4:1-Erfolg im letzten Heimspiel gegen Absteiger Union Schönebeck und dem 4:0-Sieg gegen Schwarz-Weiß-Bismark, haben die Scheinert-Schützlinge inzwischen wieder in die Spur gefunden und klopfen an das Tor zur Verbandsliga. Wenngleich SSV-Cheftrainer Norbert Scheinert es nicht gern hören wird: Der SSV hat sich zu einem Spitzenteam entwickelt.

Spiel von hoher Bedeutung

Die Favoritenrolle in der kommenden Partie gegen den Tabellenführer MSC Preussen Magdeburg ist allerdings nicht eindeutig zu verteilen. Der MSC Preussen hat am letzten Spieltag in Ilsenburg überraschend Federn gelassen, zeigte aber nach 0:2-Rückstand, Comeback-Qualitäten.

Im „6-Punkte-Spiel“ könnte der Aufstiegskonkurrent mit einem Sieg gegen den SSV auf 32 Punkte davonziehen und den Vorsprung auf die Gardelegener auf fünf Punkte ausbauen. Der Druck liegt dennoch bei den Preußen, die nur eine Saisonniederlage und lediglich elf Gegentore bis dato zugelassen haben.

Druck liegt beim Gegner

Der SSV kann frei aufspielen, nachdem das interne Saisonziel „Etablierung in der Liga“ bereits nach einem knappen Drittel der aktuellen Spielzeit erreicht ist. Mit bereits 27 Punkten auf der Habenseite, kann der SSV perspektivisch schon für eine weitere Saison in der Landesliga planen. Seit Aufzeichnung der Datenbank im Jahr 2002, haben 42 Punkte noch immer für den sicheren Klassenerhalt ohne Abstiegsrelegation gereicht. In der Saison 2011/2012 reichten 27, 2012/2013 sogar schon 21 Punkte für den sicheren Klassenverbleib (Quelle: www.fupa.net). Das Minimalziel des SSV wird aller Voraussicht nach am Saisonende ungefährdet erreicht. Stressfrei und ohne Sorgen, dürfen die Gastgeber frei aufspielen und zeigen, was die Mannschaft dieses Saison so stark macht. Offensiv flexibel agierend und auf schnelle Umschaltmomente bedacht, ist die Taktik des SSV genau auf das Sturmduo Simon Bache und Sascha Gütte zugeschnitten.

„Beide sind unglaublich schnell und weit für ihr Alter. Es ist kaum zu glauben, aber sie können noch mehr Tore machen in Zukunft“, so Trainer Norbert Scheinert.

SSV ist taktisch flexibel

Eine weitere Stärke des Tabellenzweiten in dieser Saison, ist die taktische Flexibilität der Mannschaft, die mehrere Systeme spielen kann: „Wir reagieren von Spiel zu Spiel. Es kommt auch auf die Trainingsleistungen innerhalb der Woche an. Entweder werden wir im 4-3-2-1 oder im 5-2-3-1 spielen. Das müssen wir noch abwarten“, lässt Scheinert durchblicken.

Vor dem Spitzenspiel an der Rieselwiese bleibt indes eine personelle Frage offen. Frank Fehse fehlte bislang krankheitsbedingt und musste das Training aussetzen. „Wir wissen nicht, wann er wieder fit ist, aber wir hoffen, dass es für Samstag bei ihm reicht“, so Scheinert. Kein Fragezeichen dagegen steht hinter Marvin Bogdahn, der sich von einer verletzungsbedingten Auszeit erholt hat und bereits in der vergangenen Woche wieder im Mannschaftskader stand.

Ein Sieg gegen Preussen würde die bislang gute Hinrunde des SSV vergolden. Eine Herbstmeisterschaft unter dem Weihnachtsbaum, wäre in diesem Fall nicht unrealisitisch.