Kalbe l  „Hier ist alles familiär. Die Stimmung ist toll. Diese Basis die wir hier geschaffen haben, ist großartig und etwas Besonderes. Das Miteinander funktioniert sehr gut. Ich bin dem VfL Kalbe und allen Menschen, die drumherum arbeiten und Unterstützung geben, sehr dankbar“, erklärt Dennis Krahmer.

Maleschka unterstützt als Praktikant

Erstmals in seinem Mitarbeiterstab durfte Coach Krahmer seinen ehemaligen Schützling Maurice Maleschka (14 Jahre alt) begrüßen. Als Praktikant schnuppert der einstige Teilnehmer in die Arbeit als Fußballlehrer hinein: „Er hat all meine Camps durchlaufen, war immer dabei und bringt als ehemaliger Spieler der Talenteliga fußballerische Erfahrung. Wir hatten auch außerhalb der Camp-Zeit den Kontakt gehalten, auch wenn er mit 14 Jahren schon über das vorgeschriebene Teilnehmeralter hinaus gewachsen ist. Nun ist er nicht als Teilnehmer gefragt, sondern darf seine Erfahrungen auf der Trainerseite sammeln“, sagt Krahmer. Komplettiert wurde das Trainerteam durch Thomas Richter. Der Salzwedeler besitzt die Torwart-Trainerlizenz und arbeitete als Trainer bereits in der Talenteliga, sowie am DFB-Stützpunkt in der Altmark West.

„Wir haben nun in der Herbstzeit viele neue Gesichter dabei, die im Sommer kommen wollten. Es freut mich, nun allen diese Möglichkeit geboten zu haben trotz der schwierigen Corona-Zeit“, erklärt der sympathische Hamburger. Alle Teilnehmer, denen Dennis Krahmer das Kind gerechte Fußballspielen näher brachte, haben unabhängig vom Alter und den technischen Fähigkeiten gelernt.

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Kinder sollen selbständig Probleme lösen

Ein wichtiger Aspekt, dem dabei eine Rolle zukommt, ist Mut zum Risiko: „Wir wollen, dass die Kinder weg kommen von dem stupiden Gedanken, nach vorgegebenen Mustern zu handeln. Wir stellen Aufgaben, bei denen die Teinehmer selbst Lösungen finden müssen, die nicht vorgezeichnet werden. Wenn auf einem abgesteckten Feld aus 20 Hütchen exakt zehn Hütchen gewählt werden müssen, um auf die andere Seite eines Feldes zu gelangen, zählt am Ende nur, dass sie in Eigeninitiative versuchen, eine Lösung zu finden. Es ist wichtig zu erkennen, dass sie durch das eigene Handeln, die entsprechenden Lösungen finden und nicht an die Hand genommen werden müssen.“

Der gesetzte Schwerpunkt liegt bei den Einheiten Krahmers ohnehin darauf, neue Reize zu schaffen,um Denkblockaden zu lösen. Mut zum Risiko ist gefragt.: „Die Kinder sollen hier etwas ausprobieren. Auch für den Fall, dass etwas nicht klappt. Nur wenn Kinder etwas probieren und wagen, wofür sie sich sonst schämen, weil sie denken, es nicht zu können, entwickeln sie sich weiter. Wenn jemand von vornherein als Rechtsfuß sagt, er könne nicht mit links schießen, ohne es probiert zu haben, wird diese Blockade niemals gelöst.

 Wenn alle anderen Teilnehmer aber auch mit dem schwachen Fuß die Übungen ausführen, fühlt sich der sonst unsichere Teilnehmer wohler und fühlt sich animiert, sich auszuprobieren. Die Erwartungshaltung ist damit eine andere, als unter den Freunden, mit denen man im Garten spielt. Damit wollen wir neue Denkanstöße geben, damit die Kinder sehen und begreifen, wie wichtig es ist, mit Mut und Bereitschaft an die Dinge heranzugehen. Das bringt die Kinder nicht nur beim Fußball weiter, sondern auch im Leben. Wo sonst kann man sich ausprobieren und sich selbst überraschen, wenn nicht hier?“, erklärt Krahmer.

Spaß steht im Vordergrund

„Wir wollen zwar, dass die Kinder fußballerisch lernen, im Vordergrund steht aber für alle der Spaß. Wir sind alle auf freiwilliger Basis hier und nicht im Auftrag eines Nachwuchsleistungszentrums. Wir stehen nicht unter Leistungsdruck. Für mich ist es wichtiger, dass die Kinder nach der Woche rausgehen und sagen können, dass sie für sich etwas mitgenommen und gelernt haben.“ Damit einher geht für Krahmer ebenfalls, flexibel auf die Wünsche seiner Teilnehmer reagieren zu wollen, trotz festgelegter Schwerpunkte. „Wir planen zwar mit einem Gerüst für die Trainingseinheiten, aber wenn ein Teilnehmer einen Wunsch nach Übungen äußert, die ihm besonders gut gefallen oder die er gern ausprobieren möchte, weil diese schon andernorts praktiziert wurden, dann bin ich der Letzte, der dies verwehrt. Warum soll ich die Feuerwehr spielen und löschen, wenn einer für die Übung brennt? So können wir sogar gemeinsam lernen. Der Spieler und ich als Trainer natürlich auch“, so Krahmer.

An Kreativität, Offenheit, Vielfalt und Begeisterung mangelt es dem Hamburger Fußballlehrer jedenfalls nicht. Deshalb dürfte die Krahmer Fußballschule auch künftig, ein echter Gewinn für den Standort Kalbe und Umgebung sein.