Salzwedel l Aktuell beträgt die Inflationsrate 1,7 Prozent. Das betrifft damit auch unsere Sportvereine, die wie jeder Haushalt auch Kosten für beispielsweise Strom, Wasser und Heizung zu tragen haben.

Um die Kosten, zu denen natürlich auch Abfall und weitere Gebühren zählen, zu decken, dient den Vereinen in erster Linie der Beitrag ihrer Mitglieder. Wir haben uns bei den Vereinen umgehört, wie dieser sich entwickelt hat und welche Ausgaben damit abgedeckt werden.

Kalbenser Angler halten Beiträge konstant

Manfred Rackow stand dem Kalbenser Anglersportverein „Mildeufer 1935“ bis 2019 30 Jahre vor und bekleidet seit dem Vorjahr den Posten des Ehrenvorsitzenden. In dem Klub, der in den vergangenen Jahren um die 150 Mitglieder zählte, wurde der Mitgliedsbeitrag schon beinahe eine Dekade nicht erhöht.

„Etwa 75 Prozent der Beiträge unserer Mitglieder führen wir für verschiedene Ausgaben an den Landesverband ab. Daher dient uns die Höhe der Abführung als Richtwert, ob wir unsere Beiträge anpassen müssen. Da es bald zehn Jahren keine nennenswerten Veränderungen gab, mussten wir nichts anpassen“, erklärt Rackow.

„Mit den weiteren 25 Prozent decken wir unsere Ausgaben für Grundstück und Nebenkosten. Die Steigerungen in den vergangenen Jahren konnten wir damit immer abfangen, so dass eine Beitragserhöhung kein Thema war“, so der Ehrenvorsitzende der Kalber Angler weiter.

Heide Jävenitz kann auf die Sponsoren bauen

Beim Sportverein Heide in Jävenitz sind die Beiträge nach wie vor „moderat“, wie der Vorsitzende Jörg Nielsen es beschreibt. In den vergangenen zehn Jahren gab es nur eine Erhöhung von etwa 20 Prozent und damit etwas weniger als die Summe der Inflationsrate.

„Das liegt vor allem an unseren starken Partnern. Wir wollen den Mitgliedsbeitrag auch weiter konstant halten, vor allem, weil wir viele Kinder im Verein haben und die Familien schon genug belastet sind.“ Den Anstieg der Nebenkosten konnten die Jävenitzer so ganz gut wegstecken.

Einen ähnlichen Anstieg der Beiträge verzeichnete auch der ESV Lokomotive Salzwedel. Etwa um 20 Prozent sind die Kosten für die Mitglieder zwischen 2010 und 2020 gestiegen. „Solange wir die Kosten damit abdecken können, sehen wir auch keinen Handlungsbedarf“, sagt der Vorsitzende Thomas Kölle.

Pape sieht Problem in der Zahlungsmoral

Uwe Pape, Vorsitzender des FSV Heide Letzlingen, kann sich an die letzte Beitragserhöhung gar nicht mehr erinnern. „Ich sehe weniger die Höhe des Mitgliedsbeitrags, als vielmehr die Zahlungsmoral als Problem“, erklärt Pape. Natürlich haben auch die Letzlinger Betriebskosten und deren Steigerungen in den vergangenen Jahren zu tragen, doch erhalten sie dafür auch Zuschüsse.

„Wir sind der Hansestadt Gardelegen hier sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit. Bisher konnten wir über alles reden. Darüber hinaus helfen uns die Verträge über die Vermietung von Bandenwerbung, die Kosten zu decken“, so der FSV-Chef weiter.

Von dieser Unterstützung der Kommunen für die Vereine weiß auch Andreas Lenz, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Altmark West. „Die Vereine haben natürlich unter der Last dieser Betriebskosten zu leiden, bekommen aber oftmals Zuschüsse durch die Gemeinden. Diese variieren natürlich von Kommune zu Kommune“, erklärt Lenz. Dennoch richtet sich der KSB-Geschäftsführer – gerade in der aktuellen Situation – an die Städte und Gemeinden: „Beitragserhöhungen für die Mitglieder sollten das letzte Mittel sein, Betriebskosten abzudecken. Daher appelliere ich an die Kommunen, unsere Vereine auch zukünftig zu unterstützten.“