Schönebeck l Das Boxen mehr als nur Sport ist, beweisen die Trainer des PSV Schönebeck und des Spandauer Box-Clubs. Denn Frank Käsebier und Marten Thielemann verbindet eine lange Freundschaft. „Ich kenne Frank und seine Brüder schon sehr lange“, sagt Thielemann. Denn einer der Brüder von Käsebier ist immer noch Trainer bei Einheit Berlin und ein guter Freund von Thielemann. „Es ist für mich daher ein Stück Heimatgefühl. Dass ich nach 33 Jahren mit meiner Truppe hier herkommen kann, ist schon geil“, sagte Thielemann. „Die Käsebiers sind eine große Nummer in Schönebeck und Magdeburg.“ Denn die Berliner befinden sich zurzeit in Plötzky und absolvieren selbst ein Trainingslager. „Da haben wir die Einladung doch gerne angenommen“, meinte Thielemann mit einem Lächeln.

Tipps vom Profi

Und dass der Coach des Spandauer Box-Clubs selbst einiges drauf hat, beweist seine Trainingsgruppe. Mit Danils Trevilofs trainiert der deutsche Meister von 2018 im Team von Thielemanns. Doch auch im Trainerteam haben die Spandauer einen großen Namen. Alen Rahimic boxt in der Bundesliga und trainiert bei Hertha BSC. Sein größter Traum ist die Sommerolympiade 2020 in Tokio, denn Rahimic ist Boxer in der Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina. Doch der Weg dahin war hart, denn Rahimic hat seit der Geburt Plattfüße. Doch das hielt den Boxer nicht auf. In Schönebeck war er als Trainer dabei, um den jungen Boxern Tipps und Tricks zu geben. „Ich freue mich, dass ich hier sein darf und den Jungs einen respektvollen Umgang beibringen kann.“ Der zweifache deutsche Meister (U 19) und zweifache Vizemeister (U 21) möchte „nach dem Urlaub wieder langsam ins Training kommen“.

Was Rahimic bereits geschafft hat, davon träumen auch Tina Hartmann und Katharina Bock. Beide Boxerinnen nutzen die Trainingseinheiten, um sich auf die im September stattfindenden deutschen Meisterschaften der Frauen in Rostock vorzubereiten. So durfte sich Tina zum Beispiel gegen Danils im Trainingskampf probieren. „Sie sollen mit anderen trainieren, denn das bringt einen weiter“, sagt Käsebier. Denn die jeweiligen Gruppen wurden „nach der Gewichtsklasse ausgewählt. So können sich auch Anfänger mal mit Stärkeren messen.“

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Und so trainierten Kleinere und Größere, Mädchen und Jungen, zusammen. „Das soll die Boxer sportlich und menschlich weiterentwickeln“, erklärte Käsebier. Denn der Boxsport erzieht die Kinder zu einem hohen Grad an Disziplin, aber auch die Selbsterziehung nimmt einen hohen Stellenwert ein. Denn wurden Schläge falsch oder unsauber ausgeführt oder hat ein Kämpfer nicht auf die Anweisungen eines Trainers gehört, musste der Boxer Liegestütze oder Hock-Streck-Sprünge absolvieren. „Es ist schon ein harter Umgang, aber die Sportler wollen das so“, sagte Käsebier. Dennoch ist es ein respektvoller Umgang zwischen den Trainern und den Boxern, egal ob aus Schönebeck oder Berlin.