Kleinmühlingen l Während TSV-Coach Mario Katte etwas auf die Euphoriebremse treten muss, beobachtete Thomas Sauer einige Fehlerchen. Es wurde viel probiert und durchgewechselt. Im ersten Durchgang sah es so aus, als würde Verbandsliga-Absteiger Union Schönebeck das große Ass im Ärmel haben. Johannes Schliemann trumpfte groß auf, erzielte im ersten Durchgang einen lupenreinen Hattrick und dachte bereits, dass er der große Matchwinner wird. Doch im zweiten Durchgang kam es anders, als es sich die Verantwortlichen von Union vorgestellt hatten. Denn der TSV Grün-Weiß Kleinmühlingen/Zens aus der Landesklasse IV drehte nicht nur auf, sondern auch das Ergebnis und gewann mit 4:3 (2:3).

Viele Erkenntnisse gesammelt

Dabei ist das Resultat für beide Trainer eher unwichtig gewesen. Viel wichtiger war die spielerische Erkenntnis. „Im taktischen Bereich müssen wir noch arbeiten“, sagte Mario Katte, Trainer des TSV, der vor allem mit der Disziplin und dem Zusammenhalt seiner Mannschaft zufrieden war. Nach dem Pokalsieg beim Sparkassen-Cup kamen die Spieler zum Zuge, die vorher auf ihren Einsatz warten mussten. „Der Cup hat viel Kraft gekostet. Ich wollte allen Spielern die Chance geben.“

Sein Gegenüber, Thomas Sauer, war der Meinung: „Wir hatten mehr Spielanteile in Halbzeit eins und haben konsequent gespielt. Eine klar erkennbare Fehlerkette führte dann zum Gegentreffer. Aber daran werden wir arbeiten.“ Denn bei jedem Pass standen die Unioner zu weit weg und Chris Katte war der Nutznießer dieser Abfolge (2.). Aber Schliemann drehte innerhalb von 13 Minuten (6., 9., 19.) die Partie. Noch vor der Pause war Erik Schmidt zur Stelle, der satt aus der Distanz einnetzte (45.).

Beide Teams nutzten die zweite Hälfte, um zu wechseln. „Dadurch haben wir etwas den Spielfaden verloren“, meinte Sauer. Bei Kleinmühlingen hatten die Wechsler einen positiven Einfluss. Mit dem „Tor des Tages“ sorgte Maurice Hertel für den Ausgleich. Nach einer Einzelleistung jagte er das Leder unhaltbar in den Winkel (64.). Den Schlusspunkt der Partie setzte der eingewechselte Kevin Junge, nachdem Chris Katte gute Übersicht bewies und clever zurücklegte. „Da sah unsere Innenverteidigung nicht gut aus. Die Abwehr hat zu hoch gestanden und wir hatten damit keine Absicherung mehr. Das ist unsere Hauptfehlerquelle“, beobachtete Sauer. Mario Katte hingegen war mit dem Auftritt seiner Mannschaft mehr als zufrieden: „Nach einem Pokalfinale die Konzentration wiederzufinden, ist schwer. Aber die Jungs haben das gut gemacht. Aufgrund der guten Frühform müssen wir aber auch auf die Euphoriebremse treten. Man sieht allerdings, was hier entstehen kann.“

Die heiße Phase beginnt

Eine lange Verschnaufpause ist für beide Teams aber nicht möglich. Bereits heute Abend ist Union Schönebeck wieder gefragt. Um 19 Uhr treffen die Elbestädter auf den FC Stahl Brandenburg, eine ehemalige feste Größe im DDR-Fußball. Inzwischen kickt die Mannschaft in der Landesliga in Brandenburg und ist für Coach Sauer gänzlich unbekannt. „Aber das ist gut. Ich weiß nicht, was auf uns zukommt. Es kann sein, dass ich schnell auf das gegnerische System reagieren muss.“ Bei den Unionern hat das Spiel eine lange Tradition. Den Kontakt stellte erneut der sportliche Leiter Michael Steffen her. „Im Mittelpunkt wird erneut die Abwehr stehen. Wir kommen langsam in die klare Phase, in der ich nach Leistung aufstelle. Ich werde nicht mehr so viel durchwechseln“, versicherte Sauer.

Kleinmühlingen betritt am Sonnabend wieder den heimischen Platz. Ab 15 Uhr ist dann der SV Irxleben zu Gast. Wieder eine höherklassige Mannschaft, doch für Mario Katte haben andere Sachen Priorität. „Der Punktspielstart rückt langsam immer näher. Ich werde auf jeden Fall noch einmal rotieren und allen Spielern eine Chance geben“, meinte der Coach.

Somit gehen beide Teams mit anderen Ansichten in die Testspiele. Während der TSV dann dem Pokalspiel entgegenfiebert, trifft Union noch auf den 1. FC Magdeburg.