Staßfurt/Calbe l Erinnerungen als Spieler hat Sebastian Retting noch an die Spiele gegen Calbe. Der jetzige Coach des Handball-Sachsen-Anhalt-Ligisten HV Rot-Weiss Staßfurt bestritt unzählige Partien gegen die Calbenser und weiß daher ganz genau, worauf es im Prestigeduell gegen die TSG am Sonnabend um 15.30 Uhr ankommen wird. „Es waren immer hitzige Duell. Wir bestreiten allerdings ein Heimspiel und es ist ein Derby. Ich denke, dass ich niemanden motivieren muss“, sagt der Staßfurter Coach vor dem Duell gegen Calbe.

Indes klar ist auch, bei welcher der beiden Teams die Favoritenrolle liegt. Hannes Krausholz von der TSG Calbe sagt: „Staßfurt muss gewinnen wenn sie den Vorsprung gegenüber Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz halten wollen. Sie sind der klare Favorit.“ Damit nimmt der TSG-Coach etwas Druck von den Schultern seiner Mannschaft, denn viele waren im Training nicht dabei, bedingt durch Arbeit und Krankheit. „Wir werden nicht mit voller Kapelle anreisen. Wer nicht dabei ist, verrate ich aber nicht“, hält sich Krausholz bedeckt.

Anders sieht das im Lager der Staßfurter aus. Keiner der Spieler hat sich verletzt gemeldet, doch Gefahren sieht Retting dennoch: „Derbys haben auch immer eigene Gesetze. Ich kenne Calbe gut. Sie haben eine gute Mannschaft. Ein Selbstläufer wird das ganz sicher nicht“, sagt der Rot-Weiss-Übungsleiter und schiebt nach: „Wir müssen über 60 Minuten konstant unsere Leistung abrufen.“

Gerade dies ist der derzeit das große Problem bei den Saalestädtern wie Krausholz einschätzt. „Wir haben sehr hohe Schwankungen in der Form.“ Und genau das macht die TSG so gefährlich. Vor der kurzen Winterpause holten die Calbenser gegen Radis und den BSV Magdeburg jeweils einen Punkt. Der Rückrundenauftakt gegen Kühnau ist allerdings missglückt (21:25). „Calbe kann jede Mannschaft in der Liga schlagen. Kühnau ist immer ein unbequemer Gegner“, weiß auch Retting und zieht daraus seine Schlüsse für das Derby.

Calbe hingegen setzt auf den Überraschungseffekt, der einigen Mannschaften bereits zum Vorteil wurde. „Wir werden alles heraushauen, was wir zur Verfügung haben. Unter der Woche haben wir uns schon einige Pläne geschmiedet. Wir fahren auf jeden Fall gut gerüstet nach Staßfurt“, blickt Krausholz optimistisch auf das Prestigeduell. Mut macht dem Übungsleiter zudem die Partie aus dem Hinspiel (23:26). Im ersten Durchgang „haben wir unseren Plan sehr gut umsetzen können“, erinnert sich der TSG-Coach zurück. Die „Schwächephase in Halbzeit zwei“ wollen die Calbenser im Rückspiel aber abstellen. Denn genau auf diese Situationen lauert der Tabellenführer der Sachsen-Anhalt-Liga. Mit viel Tempo und einem sicheren Passspiel rollen die Angriffe. Die nötige Frische kommt zudem von der Bank.