Schönebeck l Die ersten Glückwünsche bekam Nicole Moschner. Schon vor dem Spiel. Die Handballerin der SG Lok Schönebeck aus der Sachsen-Anhalt-Liga, die gerade eine Babypause macht, wurde im Heimspiel am Sonnabend gegen die SG Seehausen wegen eines sehr erfreulichen Anlasses nach vorn gebeten, um Blumen und Glückwünsche abzuholen. „Es ist für Nachwuchs gesorgt“, schallte es durch die Halle. Denn Töchterchen Hanna hat kürzlich das Licht der Welt erblickt. Logisch, dass alle Schönebeckerinnen schon vor der Partie strahlten.

Danach war das Grinsen noch breiter. Denn gegen die SG Seehausen fuhren die Elbestädterinnen einen am Ende souveränen 25:21 (11:10)-Sieg ein. Dank viel Geduld, bemerkenswerter Fitness und kühlen Köpfchens. Denn zu Beginn war es ein Duell auf Augenhöhe. 10:7 lag Lok zwar in der 25. Minute vorn, bis zum 17:16 (44.) konnte sich aber kein Team absetzen. Was auch daran lag, dass die Schönebeckerinnen in der ersten Hälfte einige Chancen liegengelassen hatten. Was gut war: „Wir sind nicht nervös geworden und haben konzentriert weitergespielt“, erklärte Trainer Dirk Schedlo. Denn die Lok hatte zwei wichtige Faustpfänder auf ihrer Seite und wusste: Die Zeit wird es schon richten. Da ist zum einen die gute körperliche Fitness, die den Spielerinnen gerade zum Ende der Partie in die Karten spielte. Zum anderen war die Kaderstärke entscheidend. Zwölf Spielerinnen standen bei Schönebeck im Protokoll, die SGS hatte nur neun anzubieten.

Viele Wechsel im Innenblock

Und das nutzte Schedlo aus. Wegen der Ausfälle von Luisa Bertelmann und Carolin Schedlo stellte der Trainer Cindy Degen und Lisa Marie Bullert in den Innenblock. Aber schon in der ersten Halbzeit wechselte Schedlo durch, brachte Janka Bauer und Nicole Krause in der Abwehrzentrale. „Ich wollte so die Kräfte verteilen“, erklärte der Coach. Insbesondere Bauer mit ihrer jahrelangen Erfahrung war dann ein wichtiger Baustein für den Sieg.

Aber auch im Angriff lief es in der zweiten Hälfte besser. Hier stach Bauer erneut heraus, die mit guten Pässen vor allem Steffi Sauer immer wieder in Szene setzte. Sauer war mit sechs Toren am Ende beste Schützin bei den Gastgebern. „Sie hatte nicht so die Superquote. Aber ich fand es schön, dass sie sich getraut hat“, meinte Schedlo. Mut wird eben manchmal doch belohnt.

Und so konnte Lok mit drei Toren in Folge vom 17:16 (44.) auf 20:16 (48.) davoneilen. Diesen Vorsprung gab Schönebeck nicht mehr her. „Ich wusste, dass meine Spielerinnen fit für 60 Minuten sind. Wir haben die Abwehr des Gegners dann müde gespielt, es gab bei Seehausen am Ende auch mehr Fehler.“ Die die SG Lok immer konsequenter bestrafen konnte. „Die Führungsspieler haben dann das Heft des Handelns übernommen“, so Schedlo. Und Steffi Sauer und Janka Bauer waren da ein „kleines bisschen herausstechend. Das war das Tüpfelchen auf dem i. Aber alle Spielerinnen hatten ein gutes Niveau.“

So schaffte es der Gastgeber auch, Laura Lenk und Bianca Braune, die so wurfgefährlichen Spielerinnen von Seehausen, bei nur je vier Feldtoren zu halten. Auch das ist eine Auszeichnung für Lok. Ja, der Himmel in Schönebeck ist weiterhin hellblau. Die SG Lok steht vor der besten Saisonplatzierung seit Jahren.

Schönebeck: Krakau, Nowicki – Degen (5/1), Sejdovic, Bauer (1), Depta (3), Bertelmann, Krause (1), Sauer (6), Vi. Goldgraebe (4), Hoffmann (1), Bullert (4/3)

Siebenmeter: Lok 6/4 – SGS 7/6 Zeitstrafen: Lok 2 – SGS 4