Glinde l Nach einem furiosen Jahr in der Verbandsliga, der mit dem Staffelsieg gekrönt wurde, beginnt für die Handballer des Glinder HV „Eintracht“ nun das Abenteuer Sachsen-Anhalt-Liga. Erster Gegner ist der BSV Magdeburg. Am Sonntag geht es los. Um 15.30 Uhr steht in der Elbesporthalle in Glinde das erste Sachsen-Anhalt-Liga-Spiel für Aufsteiger Glinder HV „Eintracht“ an. Gegner ist mit dem BSV Magdeburg eine Mannschaft, die im Vorjahr einen respektablen siebten Platz belegte.

Ein Neuzugang

Doch was kann der GHV und vor allem die Fans in der neuen Saison erwarten? „Wir müssen überleben“, sagt Trainer Peter Pysall mit einer etwas martialischen, aber doch treffenden Wortwahl. Die Glinder sind ein kleiner Fisch im Haifischbecken Sachsen-Anhalt-Liga. Gern hätte man in der Elbe nach Gold geschürft und damit einen Topstar wie den Franzosen Nikola Karabatic an Land gezogen, doch das ist mit den bescheidenen Möglichkeiten des GHV natürlich utopisch. Und so ist Dustin Pessel vom SV Irxleben der einzige Neuzugang bei der Pysall-Sieben. Er soll auf der Position an der Kreismitte zum Einsatz kommen. Dort tritt er in die Fußstapfen von Oliver Kowaczeck. Dieser laboriert an permanenten Rückenbeschwerden und wird nicht nur zum Auftakt gegen den BSV ausfallen. „Wir müssen abwarten, aber es steht auch im Raum, dass seine Laufbahn vielleicht beendet ist. Man muss dabei auch Faktoren wie die Arbeit und die Familie berücksichtigen“, so Peter Pysall.

Ausfälle zum Auftakt

Zum Auftakt fehlen werden zudem Tony Maynicke (ebenfalls Rückenprobleme) und Sebastian Weiss. Fragezeichen stehen auch hinter den Namen Arvid Schmidt und Julian Bauer. Beide sind zwar weiterhin im Kader, jedoch beruflich so eingespannt, dass sie höchstens unregelmäßig mitwirken könnten. „Im Prinzip hat sich unsere Personallage verschlechtert und wir sind in eine stärkere Liga gegangen“, kommentiert Pysall die Situation mit dem ihm eigenen Galgenhumor. Schlotternde Knie und vor Angst klappernde Zähne dürfen die Gegner der Glinder deshalb trotzdem nicht erwarten.

„Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Klare Ergebnisse werden ganz sicher kommen, aber das ist uns bewusst“, kalkuliert der Trainer bei der Mission Klassenerhalt Niederlagen natürlich mit ein. Um das Saisonziel Nicht-Abstieg zu erreichen, wird Pysall aufgrund der Personallage, wie in der vergangenen Saison, viel improvisieren müssen. „Wir müssen Alternativen finden, die uns weiterhelfen“, sagt der Coach und nennt Max Kreyenberg als ein gelungenes Beispiel dafür. Dieser wurde sukzessive vom Kreisspieler zum Mittelmamn umfunktioniert. Er ist aufgrund seiner Vielseitigkeit ebenso ein wichtiger Leistungsträger: Maximilian Kralik. Dieser soll Toptorjäger Michael Kreyenberg, der im Vorjahr 226 Tore warf, entlasten. „Wir haben schon auch ein paar Trümpfe“, weiß Pysall.

Und die Asse will man in Glinde vor allem vor eigenem Publikum aus dem Ärmel ziehen. „Zuhause wollen wir natürlich vermehrt punkten“, sagt Pysall. Beginnen will man damit am besten gleich gegen den BSV Magdeburg, den Glindes Coach als temporeichen Gegner mit einer jungen Mannschaft einschätzt. Ansonsten hält sich der Trainerfuchs mit Gegner-Bewertungen zurück. „Staßfurt ist für mich der Favorit. Ansonsten steht es mir nicht zu, andere zu beurteilen.“