Seit 1995, also gut 25 Jahre, hält Nicole Krause der SG Lok Schönebeck inzwischen die Treue. Als Spielerin ist die 31-Jährige nur noch selten aktiv. Als Co-Trainerin der Sachsen-Anhalt-Liga-Handballerinnen des Vereins ist Krause dennoch bei jedem Spiel dabei. Mit Volksstimme-Mitarbeiter Kevin Sager sprach die Schönebeckerin vor dem ersten Spiel der Saison gegen den HSV Magdeburg am Sonnabend um 16 Uhr über die Vorbereitung und die anstehende Spielzeit.

Volksstimme: Frau Krause, Sie sind bei der SG Lok Schönebeck vermehrt im Hintergrund aktiv. Welche Aufgaben haben Sie?

Nicole Krause: Ich bin eingefleischte Schönebeckerin und habe schon in der Jugend hier gespielt. Verletzungsbedingt habe ich mich vor drei Jahren dazu entschlossen, als Co-Trainerin aktiv zu sein. Auf der Platte stehe ich nur noch selten. Seit gut neun Jahren bin ich zudem noch Nachwuchsleiterin und kümmere mich, wenn es Probleme gibt. Auch die Trainingszeiten koordiniere ich. Schon mit 17 Jahren habe ich auch eine Zeit lang die „Minis“ trainiert, diese Aufgabe habe ich zuletzt aber weniger ausgeübt.

Belastbarkeit getestet

Als Co-Trainerin waren Sie während der Vorbereitung hautnah dabei. Wie lief diese ab und gab es Highlights?

Die Vorbereitung verlief trotz Corona gut. Es waren alle motiviert am Ball. Ende Mai haben wir bereits mit der Vorbereitung begonnen, haben uns dort aber mehr auf die konditionellen Grundlagen konzentriert. Ende Juni durften wir dann unter strengen Auflagen in die Halle. Im August kam dann der Ball dazu. Im September haben wir bei zahlreichen Testspielen beobachtet, wie belastbar die Spielerinnen sind.

Wie fällt das Fazit aus, sind die Spielerinnen bereit für den Saisonstart?

Definitiv. Und das trotz eines Abgangs, der uns sehr schmerzt. Aus beruflichen Gründen spielt Tugce Gümüs nicht mehr für Schönebeck. Wohin sie geht, steht nicht fest. Spielerisch war sie sehr wertvoll für uns. Mit Carolin Gress und Vanessa Goldgraebe gibt es allerdings zwei Rückkehrerinnen. Daher haben wir viele Testspiele gemacht, um die „Neuen“ im Team zu integrieren.

Leicht verändert geht es nun in die neue Spielzeit. Eine Woche später als alle anderen Teams...

Leider ja. Die anderen Teams haben bereits einen gewissen Eindruck sammeln können. Dieser fehlt uns, sowohl mental als auch körperlich. Das klingt zwar komisch, aber vieles im Spiel ist wirklich reine Kopfsache.

Wie stehen denn die Chancen im ersten Spiel gegen den HSV Magdeburg?

Ich denke, es wird eine offene Partie. Ich kann den Gegner nicht einschätzen. Am ersten Spieltag, das ist ähnlich wie bei so gut wie jeder anderen Sportart, ist alles möglich. Da kommt es drauf an, wie die Mannschaft ins Spiel findet und wie teamfähig sie agiert. Für uns zählt zuhause nur der Sieg und ich denke, die Chancen stehen gut. Viele Spielerinnen in unserem Kader besitzen reichlich Erfahrung und können die „Jüngeren“ somit an die Hand nehmen und führen. Eine Sache, die vor allem für den Kopf gut sein kann. Sollte uns das gelingen, stehen unsere Chancen gut.

In der abgebrochenen Corona-Saison stand die Mannschaft durch die Berechnung nach dem norwegischen Modell auf Platz drei. Wo sehen Sie die Mannschaft in diesem Jahr?

Wir waren schon etwas traurig, doch die alte Spielzeit ist aus den Köpfen. Als Mannschaft wollen wir schon gerne unter den ersten fünf Teams der Liga landen.