"Wir können die Felle nicht verteilen, wenn der Bär noch am Leben ist", sagte Jürgen Dawils, Handball-Trainer des SV Germania Borne, in Bezug auf die Meisterschaft in der Verbandsliga. Sein Team rückte dieser mit dem 27:23 (15:10)-Sieg beim SV Eiche Biederitz einen großen Schritt näher.

Biederitz l Auch wenn "Meister Petz", wie das Raubtier in Fabeln bezeichnet wird, noch nicht gänzlich erlegt ist. So ist er doch zumindest schon einmal getroffen. Bei drei verbleibenden Spielen könnte Borne im schlechtesten Fall noch auf maximal zehn Minuspunkte kommen. Die Verfolger MSV 90 und Post SV Magdeburg weisen jeweils schon neun auf. Es müsste also schon viel schief laufen für die Germania.

Doch die Vorsicht des Trainers hat berechtigte Gründe. Der Auftritt in Biederitz war keineswegs überzeugend, wenn auch "unterm Strich verdient, weil wir 57 Minuten lang geführt haben", so Dawils. Das solche Statistiken im Handball aber nicht viel zählen, weiß er selbst am Besten. Dabei gelang seinem Team "ein guter Beginn in der Abwehr". Doch die sich daraus bietenden Chancen ließ es fahrlässig liegen, auch weil Gäste-Keeper Christian Schuster "stark begann".

Wieder einmal "machen wir uns das Leben selbst schwer", so Dawils, der weiterhin fehlende Abgezocktheit bei seinem Team diagnostizierte. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Im Bereich Cleverness müssen wir noch zulegen."

Auch nach einem Zwischenspurt zum 11:4 (20.) häuften sich Abspielfehler und zu schnelle Abschlüsse. Biederitz verkürzte zur Halbzeitpause zum 10:15, wobei Dawils vor allem die Art und Weise des letzten Tores verärgerte. Einen eigentlichen schon verlorenen Ball erkämpfte ein Spieler der Gastgeber noch vor dem Aus, passte diesen blind per Rückhandwurf zum Kreis. "Dort schauen dann drei Spieler von uns zu, wie der Gegner den Ball aufnimmt und trifft."

Seine Laune sollte sich auch in Hälfte zwei nicht bessern. "Wir sind nicht mehr in unser Spiel gekommen, haben Biederitz zu viele Handlungsräume gelassen." Beim 21:23 hatte der Gastgeber die große Chance per Siebenmeter, den Rückstand um ein Tor zu verkürzen. Doch Bornes Keeper Dino Spiranec parierte den Versuch von Sören Große. Der Schlussmann hatte aber zuvor eine klare Kontergelegenheit "weggeschmissen", sich so unter Druck gesetzt. Es war die entscheidende Szene, Philipp Eckardt sorgte mit zwei Toren für die Vorentscheidung.

Druck ist das Stichwort für Germanias nächste Aufgabe, allerdings erst in knapp drei Wochen, mit dem Heimspiel am Freitag, 3. Mai, um 19.30 Uhr gegen Post. Als "Showdown" bezeichnete Dawils die Partie, insofern die Magdeburger ihre Aufgaben vorher erledigen. Dann ist es Zeit, den Bären endgültig zu erlegen.

Germania Borne: Spiranec, Kowalski - Fink (4), Lahne, Schulke, Schafflik, Jens Friedrich, Hohmann (5), Jörg Friedrich (5), Prosowski, Scholz (3), Eckardt (9/5), Schmidt (1)

Siebenmeter: Biederitz 5/2 - Borne 5/5; Zeitstrafen: Biederitz 7 - Borne 6; Rot: Karsten Wollf (3x2 Minuten, 60.)-Biederitz-