Salzlandkreis l „Ein Spiel dauert neunzig Minuten“ ist eine Fußballweisheit, die immer dann zurate gezogen wird, wenn eine Mannschaft durch ein spätes Tor den Verlauf einer Partie verändern konnte. Beim PlaySoccer-Cup trifft diese Aussage natürlich nicht zu – gespielt wird an der Konsole zweimal sechs Minuten – dennoch sollte man sich seines Sieges nicht zu früh sicher sein. Das bewiesen die Viertelfinals, die unter der Woche ausgespielt wurden. Gleich drei der vier Partien gingen in ein Entscheidungsspiel.

Den Anfang machten bereits am Dienstag Salzlandliga-Dino Egelner SV Germania und Landesligist SV 09 Staßfurt. Die 09er hatten ihre Vorrundengruppe dominiert, mussten aber bereits im Achtelfinale hart für das Weiterkommen kämpfen. Das sollte sich auch gegen den ESV wiederholen. Die Egelner drehten einen 1:2-Rückstand in eine 4:2-Führung nach zwei Partien. „Man merkt schon deutlich, dass die Gegner jetzt immer stärker werden. Die weiteren Spiele werden kein Spaziergang“, zollte auch Staßfurts Amon van Linthout dem Gegner Respekt.

Er selbst nahm im dritten Spiel den Controller in die Hand. Eine Reihenfolge, die er und seine Mannschaftskameraden Nick Pumptow und Philipp Beier vor dem Turnierstart festgelegt hatten. „Ich muss vor meinem Spiel wissen, woran ich bin. Muss ich das Ergebnis verwalten oder unbedingt Tore schießen? Das ist für mich auch eine Kopfsache“, so der 17-Jährige.

Dass diese Strategie funktioniert, stellte er zum Abschluss einmal mehr unter Beweis. Mit einem 3:1-Sieg glich er den Spielstand aus und erzwang ein Entscheidungsspiel. In diesem avancierte er zum Matchwinner für die Staßfurter, denn während sein Gegner Lukas Jahn diesmal ohne Torerfolg blieb, traf van Linthout erneut dreifach zum 8:5-Endstand.

Im zweiten Viertelfinale standen sich „Schulle & Friends“ und die SG Warmsdorf/Güsten gegenüber. Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Mit 6:0 konnte Steven Mues die erste Partie für sich entscheiden. „Ich habe danach nicht mehr geglaubt, dass Warmsdorf/Güsten noch weiterkommt“, gab van Linthout zu, der auch die Spiele der Konkurrenz aufmerksam verfolgt.

Wunschfinale gegen die SG Warmsdorf/Güsten

Doch das SG-Team belehrte ihn eines Besseren, denn während Lucas Dübecke und Chris Karnstedt nur noch drei weitere Treffer beisteuerten, konnten Eric von Kalnassy und Dominik Siegmund für den Underdog ausgleichen. Im Entscheidungsspiel war bei „Schulle & Friends“ dann endgültig die Luft raus. Siegmund sicherte seiner Mannschaft das Weiterkommen mit einem abschließenden 5:1-Erfolg.

Sehr zur Freude von van Linthout, denn der wünscht sich ein Endspiel gegen die Spielgemeinschaft. „Mein Trainer in der A-Jugend ist Warmsdorfer, sodass ich ein paar der Spieler kenne. Aber erstmal müssen wir uns auf das Halbfinale konzentrieren“, merkte der ehrgeizige Junioren-Spieler an.

In diesem trifft der SV 09 auf den FSV Eiche Pobzig – das einzige Team, welches nicht in ein Entscheidungsspiel musste. Gegen den SC Seeland setzte sich der Kreisligist souverän mit 9:6 durch. Mit dem FSV Wespen musste zudem der letzte Vertreter aus dem Schönebecker Raum seinen Hut nehmen. Gegen Saxonia Gatersleben konnten die Wespener zwar einen 2:8-Rückstand aufholen, mussten sich letztlich aber dennoch knapp mit 12:13 geschlagen geben.