Salzlandkreis l Abbruch? Fortsetzung? Oder doch eine Zwischenlösung? Die Meinungen sind vielfältig. Folgerichtig tun sich auch die Entscheidungsträger in den Verbänden schwer. Sachsen-Anhalts Fußballverband (FSA) wollte zu dem Thema eine weitere Pressemitteilung veröffentlichen. Viele Fußballer im Land erhofften sich davon mehr Klarheit. Doch diese blieb aus. Und das, weil die Präsidenten der einzelnen Kreisfachverbände sich gegen die vorgeschlagene Lösung des FSA aussprachen.

Im Kern wollte das Präsidium über eine mögliche Tendenz informieren, auf die man sich verständigte hatte. Doch damit waren die Beteiligten KFV-Fans anscheinend nicht einverstanden. „Ich habe es nicht verstanden, warum man dies an die Öffentlichkeit tragen wollte. Wir müssen erst einmal abwarten, was andere Instanzen entscheiden, bevor wir als Verband eine Tendenz festlegen können“, äußerte sich beispielsweise Detlef Rutzen vom KFV Harz, der für seinen Kreis außerdem beansprucht, „dass die Vereine gehört werden“ sollen. Ähnlich will man auch in der östlichen Altmark verfahren.

Helmut Lampe, Vizepräsident und verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit beim KFV Salzlandkreis, mahnt unterdessen zu Ruhe und Besonnenheit. „Wir müssen einfach abwarten, was das Land, also der FSA entscheidet. Und der FSA ist wiederum davon abhängig, was der NOFV macht. Im Endeffekt sind wir also nur der letzte Rest des Rattenschwanzes.“

Verschiedene Szenarien

Dennoch sagt Lampe: „Wir sind beim KFV nicht untätig, haben verschiedene Szenarien schon diskutiert.“ Positiv bewertet der Vizepräsident auch die Änderungen der Spielordnung. Diese wurden aufgrund der Corona-Krise und anhand der Vorgaben des Deutschen Fußball Bundes (DFB) vom FSA bereits vorgenommen und vor wenigen Tagen an die Vereine in ganz Sachsen-Anhalt übermittelt. „Die Anpassungen lassen für uns als KFV vieles zu und wir erhalten echten Spielraum in verschiedene Richtungen. Das wichtigste daran ist aus meiner Sicht, dass die Saison nicht zwingend am 30. Juni 2020 enden muss“, unterstreicht Lampe.

Damit ist auch klar, dass die Tendenz deutlich in Richtung Fortsetzung der Saison geht. Offen bleibt dabei nur die Frage nach dem Wann? Da dies aber nicht absehbar ist, scheint das „auf Zeit spielen“ der Fußballverbände derzeit der einzig richtige Lösungsansatz. Ein Saisonabbruch wäre im Moment ebenso eine Kurzschlussreaktion, wie einer fixer Termin für eine Fortsetzung der Spielzeit. Es heißt also weiter: Abwarten und Tee trinken.