Atzendorf l Die Parallelen zur Vorwoche waren unübersehbar, auch wenn der Gegner ein anderer war. Wieder machte Landesklasse-Vertreter ZLG Atzendorf ein gutes Spiel, hatte selbst zahlreiche Torchancen – doch nach 90 Minuten stand die Zentrale Landessportgemeinschaft wie schon gegen den SV Wolmirsleben mit leeren Händen da. Co-Trainer Marcus Brüggemann bestätigte nach dem Abpfiff: „Das hat schon sehr an das Spiel aus der Vorwoche erinnert“.

Was er damit meinte, waren insbesondere zwei spielentscheidende Szenen. Die erste nach einer halben Stunde, die zweite nur Augenblicke vor dem Abpfiff, in denen die Gastgeber gönnerhaft Geschenke an die Gäste aus der Landeshauptstadt verteilten und diese damit zum Toreschießen einluden.

Dabei waren die ZLG-Kicker gut in die Partie gekommen und hatten sich immer wieder vor das Magdeburger Tor gespielt, wenn auch ohne spielerisch zu glänzen. Doch dann fehlte im letzten Moment oft die zündende Idee beziehungsweise die nötige Portion Zielwasser. Die vergebenen Torchancen brachten nicht nur die anwesenden Zuschauer der Heimmannschaft zu Verzweiflung, sondern auch ZLG-Coach Stefan Rock und Brüggemann an der Seitenlinie. „Die Chancen waren da. Nach Torschüssen stand es heute wahrscheinlich 24:3 für uns, doch am Ende bringt uns das heute nichts“, kritisierte der Co-Trainer.

Grund dafür waren die eingangs erwähnten Gastgeschenke, die Atzendorf nach 30 Minuten erstmals verteilte. Nachdem die Verteidigung des Landesklassisten den gegnerischen Angriffsversuch bereits geklärt hatte, verpasste es die ZLG-Defensive, den Ball endgültig aus der Gefahrenzone zu befördern. Bei einem Pass zurück zu Torwart Sascha Eisenträger regierte Gästespieler Philip Ulrich blitzschnell, eroberte mit einem Sprint den Ball und schob diesen zur 1:0-Führung für den SV Aufbau Empor Ost in die Maschen.

Gegentor stellt Spielverlauf auf den Kopf

Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt, doch am Geschehen auf dem Platz änderte sich zunächst wenig. Immer wieder tauchten die Atzendorfer vor dem gegnerischen Tor auf, nur um im entscheidenden Moment die falsche Entscheidung zu treffen, oder zu ungenau zu zielen. So ging es mit einem für die Gastgeber kaum zufriedenstellenden 0:1 in die Kabinen.

Die Pausenansprache von Rock und Brüggemann fiel entsprechend deutlich aus. „Mit der Spielweise waren wir zufrieden, nur belohnen wir uns nicht für unser Plus an Chancen“, merkte Letzterer an. Um das zu ändern, stellte das Trainerteam zu Beginn der zweiten 45 Minuten auf ein 4-4-2-System um und dieses trug schnell Früchte. „Durch die Umstellung hat sich unser Spiel in der zweiten Hälfte noch einmal verbessert“, merkte Brüggemann erfreut an. Und so kamen die Gastgeber immer mehr zu aussichtsreichen Ausgleichschancen.

Nachdem Atzendorfs Offensive den Ball in Minute 65 nicht im leeren Tor unterzubringen wusste, zappelte das „runde Leder“ fünf Minuten später tatsächlich im Netz der Magdeburger, doch der gute junge Schiedsrichter Leon Kocherscheidt zeigte schnell an, dass er den Treffer nicht anerkannte. Aufbau-Trainer und Aushilfstorwart Ronny Neumann war beim Torschuss gefoult worden. Es ging mit einem Freistoß für die Gäste weiter.

Freude über Ausgleich hält nur kurz an

Neumann versuchte seine Mannschaft im Anschluss noch einmal zu motivieren, denn von den Magdeburgern waren kaum noch gefährliche Szenen zu sehen. „Das ist ein Vorbereitungsspiel, ihr könnt ruhig ein bisschen schwitzen“, hallte es über den Platz.

Doch während der Stadtoberligist nach Meinung des eigenen Trainers nicht alles gab, konnte man das von den Atzendorfern nicht behaupten. Sie kämpften und versuchten alles, was schließlich zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit mit dem 1:1-Ausgleich belohnt wurde. Das erste Erfolgserlebnis der Vorbereitung – wenn auch ein kleines –  schien in greifbarer Nähe, wurde den Gastgebern aber nur 30 Sekunden später jäh entrissen. Nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Marcel Maier auf den eigenen Torwart war der Gegner abermals gedankenschneller und nahm auch das zweite Geschenk an.

Brüggemann erklärte anschließend: „Es ist ärgerlich, aber zum Glück in einem Testspiel passiert. In der Liga können dich solche Patzer die gesamte Hinrunde verfolgen.“