Oschersleben/Atzendorf l Es hätte ein perfekter Nachmittag werden können für die ZLG Atzendorf aus der Landesklasse, Staffel III. Die Blau-Weißen siegten mit 3:0 (0:0) beim Oscherslebener SC und rückten mit dem achten Saisonsieg auf den vierten Platz vor. Doch Trainer Heinz Weile fasste zusammen: „Wir haben den Sieg teuer bezahlt.“ Nicht nur Frantisek Smetana musste mit einer Blessur am Sprunggelenk ausgewechselt werden, auch Marcel Schmidt. Und wie sich herausstellte, war vor allem die Verletzung des Verteidigers folgenschwer. Denn Schmidt hat sich das Außenband gerissen und das Kreuzband überdehnt, wird mehrere Monate ausfallen. „Das ist sehr schade“, sagte Weile.

Dieser Rückschlag ändert jedoch nichts daran, dass es für die Atzendorfer sportlich weiter hervorragend läuft. Das 1:4 im vergangenen Heimspiel gegen Osterwieck ausgeklammert, war das bereits der fünfte Sieg in Folge. Jeweils souverän mit 3:0. Eine kompakte Abwehr und eine treffsichere Offensivabteilung waren auch in Oschersleben wieder der Schlüssel zum Erfolg. „Der Sieg war auch in der Höhe verdient“, so Weile.

Hälfte eins hätten sich dabei jedoch beide Teams fast schenken können. Die ersten 45 Minuten blieben nicht nur tor-, sondern auch ereignislos. Und in Hälfte zwei zeichnete sich dann eine gewisse Parallele zum Osterwieck-Spiel ab. Auch beim 1:4 ging es torlos in die Pause und die Eintracht setzte sich durch einen Doppelschlag in Durchgang zwei ab. Und genau das machte auch die ZLG in der Börde.

Tupy überzeugt bei Rückkehr

Nachdem Marcel Maier einen Elfmeter, „souverän verwandelte“ (61.), brauchten die Atzendorfer nur vier weitere Minuten für das 2:0. Karel Tupy vollendete einen guten Angriff (65.). „Damit war das Spiel entschieden, wir haben das Geschehen dann dominiert“, so der ZLG-Coach. Und das ausgerechnet Tupy traf, war bezeichnend. Der Tscheche hatte in der Vorwoche gefehlt und zeigte beim OSC, warum er so wichtig für die Atzendorfer ist. Er hat seine Aufgabe im zentralen Mittelfeld neben Smetana „sehr gut gelöst“, lobte Weile. „Die beiden haben ihre Cleverness ausgespielt und waren auch in den Zweikämpfen sehr stark.“

Dass dazu auch noch Philipp Voigtländer in der Abwehr wieder mit dabei war, war ein „weiteres wichtiges Puzzleteil“, sagte der Trainer. Denn der Abwehrchef brachte viel Stabilität in die Viererkette. So musste Weile schon zugeben, dass die Rückkehr dieser beiden Einzelkönner den Unterschied ausmachte. Auch im Sturm zeichnete sich das noch ab. Denn Tolle, der bereits den Elfmeter vor dem 1:0 herausholte, trug sich in der Nachspielzeit noch in die Torschützenliste ein und erzielte den Endstand zum souveränen 3:0 (90.+2).

Damit ging auch das kleine persönliche Duell der Torjäger mit OSC-Mann Benjamin Rode (zehn Tore) an den Atzendorfer, der nun schon 14 Treffer auf dem Konto hat. Das lag jedoch auch wiederum an der sehr starken Innenverteidigung um Voigtländer und Maier. „Sie haben Rode trotz seiner Robustheit und Schnelligkeit sehr gut in den Griff bekommen“, lobte Weile, der in der Pausenansprache noch darauf plädierte, die Null zu halten. Dass vorne, wieder einmal, drei Tore gelingen sollten, spricht für den Lauf der ZLG. Die Atzendorfer werden in der aktuellen Form gar nicht so glücklich sein, wenn es demnächst in die Winterpause geht. Das einzig Positive: Dann hat Marcel Schmidt im Winter genug Zeit, um sich zu regenerieren.

Atzendorf: Fiser, Schmidt (46. Hänsch), Maier, Voigtländer, Tupy, Smetana (82. Leuchtmann), Hranicka, Burdack (74. Rapavy), S. Rock, Tolle, Ma. Gehrke

Tore: 0:1 Marcel Maier (61. FE), 0:2 Karel Tupy (65.), 0:3 Sebastian Tolle (90.+2), SR: Daniel Papenhagen (Magdeburg), ZS: 40