Salzlandkreis l Nachdem das Team des SV 09 Staßfurt 2017 sein großes Saisonziel – den Landesligaaufstieg – mit 15 Punkten Vorsprung, bereits erreicht hatte, stellte der Pokalsieg für die Bodestädter den i-Punkt auf eine nahezu perfekte Saison dar.

Zwar hatte sich die Calbenser TSG-Reserve personell recht gut verstärkt, stand aber meist auf verlorenen Posten. Man hatte den Eindruck, dass das Team mit zwei Spielsystemen spielte. Im Vorfeld hatte der Salzlandligist für einige Überraschungen gesorgt. So mussten die Landesklasse-Teams aus Kleinmühlingen/Zens und Nienburg die „Waffen“ strecken. Die Nienburger rang Calbe II im Halbfinale mit 3:1 nieder, Kleinmühlingen wurde zuvor schon im Achtelfinale eliminiert (7:5 nach Elfmeterschießen).

Die Staßfurter marschierten indes ohne große Mühe bis ins Endspiel. Einem 4:1 in Biendorf folgte im Achtelfinale ein 3:1 in Neugattersleben sowie Kantersiege gegen Alsleben (7:1/Viertelfinale) und Rathmannsdorf (6:0) in der Vorschlussrunde.

Volle Konzentration

Dennoch gingen die Bodestädter nicht überheblich in die Final-Partie und waren natürlich auch durch die Resultate der Calbenser gewarnt. Mit voller Konzentration schickte Trainer Jens Liensdorf sein Team in das Spiel. Nach dem frühen Führungstor von Dustin Abresche (4.), reichten 30 starke Minuten und dadurch waren schon vor dem Pausenpfiff praktisch alle „Messen gesungen“. Felix Jesse erwischte einen sehr guten Tag und erhöhte mit einem Doppelpack (25., 29.) auf 3:0, Matthias Lieder (34.) legte zur 4:0-Halbzeitführung nach. Allerdings trauerten die Calbenser einer Großchance aus Minute acht nach. Alexander Gente umkurvte nach einem langen Ball Staßfurts Keeper Philipp Beier, durfte dann aber nicht jubeln, weil Steven Stachowski das Leder noch von der Linie kratzte.

Zwei Elfmeter als Aufreger in Hälfte zwei

Hälfte zwei hatte dann aus Staßfurter Sicht noch zwei Aufreger zu bieten. Bei beiden spielten ein Strafstoß und der eingewechselte Benjamin Kollmann die Hauptrollen. In der 72. Minute bekam der SV 09 einen Handelfmeter. Benjamin Kollmann trat an, kullerte den Ball aber nur etwa fünf Meter nach vorn. Stefan Stein vollendete aus vollem Lauf. Das war so geplant. Auch Lionel Messi und Luis Suárez hatten einst so einen Trick gemacht. „Ich fand das respektlos. Das muss nicht sein“, meinte Calbe-Coach Björn Bardehle im Nachgang. Genauso sah er das bei einem Foulelfmeter (76.). Auch da trat Kollmann an, wollte den Ball lässig ins Tor lupfen, setzte ihn aber einen Meter über den Kasten.

Indes blieb den Calbensern an diesem Tag die ganz große Sensation verwehrt. Vielleicht auch, weil Coach Bardehle an der Seitenlinie fehlte. Der Trainer musste eine Vier-Spiele-Sperre absitzen. Detlef Sobczak, Co-Trainer der Ersten und gute Seele des Vereins, übernahm für ihn an der Seitenlinie und konnte immerhin noch den Ehrentreffer von Daniel Weisheim zum 1:5 zur Kenntnis nehmen. Es war ein kleiner Trost am Ende einer guten Pokalsaison. „Das Tempo war hoch. Das ist eine spielstarke Mannschaft. Wir wollten das Spiel offenhalten, haben aber gemerkt, dass das nicht klappt. Staßfurt war zwei Klassen besser“, gab Bardehle zu, merkte aber auch an: „Wir sind mit dem Abschneiden sehr zufrieden.“

Und Staßfurts Coach Jens Liensdorf? Der war an seinem 36. Geburtstag zufrieden. „Es war kein Glanz-Spiel. „Aber man muss nicht päpstlicher sein als der Papst. Wir haben das gut heruntergespielt.“

Da der Pokalsieger aus Staßfurt durch seinen Landesliga-Aufstieg bereits das Startrecht für den Landespokalwettbewerb 2017/18 hatte und die TSG-Reserve nicht startberechtigt war, wurde der Kreisteilnehmer in einem Ausscheidungsspiel der Halbfinalverlierer ermittelt. Der 1. FSV Nienburg besiegte den SV Rathmannsdorf mit 3:0. In Runde eins siegten die Saalestädter dann mit 6:5 n. E. gegen Landesligaaufsteiger Havelwinkel Warnau, doch danach kam es heftig mit einer 0:14 Niederlage gegen Oberligist Halberstadt.