Staßfurt l Das entspannte Trainerduo hat absolutes Grundvertrauen. Da starten die Handballerinnen vom HC Salzland 06 aus der Sachsen-Anhalt-Liga beim „Megawoodstock“ Open-Air-Turnier in die neue Saison. Und dann das. Weder Trainer Stefan Rähm noch Co-Trainerin Silvia Breitenstein sind bei dem bunten Turnier in Aschersleben dabei. Was nicht schlimm ist.

Es ist eben so: Die Ernsthaftigkeit des Turniers ist streitbar. Es ist aber eine wunderbare Abwechslung zum Training in stickigen Turnhallen. „Es geht um Spaß“, erklärt Stefan Rähm. Das als Festival ausgeschriebene Kräftemessen hat Event-Charakter. Freiluft-Handball gibt es nur einmal im Jahr. Und da sind die Ergebnisse erst einmal zweitrangig beim Sammeln der Erfahrungen auf ungewohntem Terrain.

Turnier ohne Trainer

Trotzdem freuen sich die Salzländerinnen natürlich. Sie sind ja Titelverteidiger bei der zweiten Auflage. Und das geplante Fernbleiben des Duos Rähm/Breitenstein forciert auch die Eigenverantwortung der Spielerinnen. „Sie haben das letztes Jahr schon selbst gemacht“, sagt Breitenstein. Das hat prima funktioniert. Also bekommen die Handballerinnen auch anno 2016 das Vertrauen der Bosse. Yvonne Sachse wird heute den Hut aufhaben bei einer Mannschaft, die etwa zehn bis elf Spielerinnen umfassen wird.

Das Team ist gemischt. Die Hälfte der Mannschaft kommt aus dem aktuellen Kader der Sachsen-Anhalt-Liga. Der Rest besteht aus Spielerinnen der im letzten Jahr zurückgezogenen Drittliga-Truppe, die in letzter Zeit etwas kürzer getreten waren.

Es wird das erste Mal sein, dass ein Teil der Mannschaft in den Vorbereitungen für die neue Saison zum Handball greift. Da sind Abstimmungsschwierigkeiten allemal verzeihbar. Auch das ist nicht schlimm. Richtig los geht es am Montag in Staßfurt. Dann aber ohne Ball. „Wir starten mit einem Grundlagen-Ausdauer-Programm“, erzählt Breitenstein. „Da geht es darum, den inneren Schweinehund zu überwinden.“ Intervall-Läufe, Cooper-Tests oder Staffel-Läufe stehen im Stadion der Einheit beim SV 09 in Staßfurt für drei Wochen an. Dreimal die Woche. Da wird sich zeigen, wer die Hausaufgaben im Sommer erledigt hat. Denn: „Die Spielerinnen sollten sich individuell fit halten“, wie Rähm sagt. Ob das kontrolliert wird? „Nein, sie sind alt genug.“

Da ist es wieder, das absolute Grundvertrauen der Trainer. Auch Krafttrainingseinheiten stehen an. Ein paar fiese Sachen haben sich die Verantwortlichen schon überlegt. Mit Medizinbällen oder sogenannten Sprintfallschirmen wird Kondition und Kraft gebolzt. Der Clou: Beim Sprintfallschirm muss ein Widerstand überwunden werden. Das schlaucht. „Aber wir meinen es nur gut und wollen ja auch was erreichen“, sagt Breitenstein.

In der zweiten August-Woche geht es endlich wieder ans geliebte Spielgerät. Dann wird mit dem Handball trainiert. Das Team muss sich auf kleinere Veränderungen im Zusammenspiel einstellen. Stephanie Jäger tritt kürzer aus beruflichen und privaten Gründen, soll aber im Trainerteam der Reserve-Mannschaft weiter beim HC Salzland dabei sein. Auch Carolin Beck ist erst einmal nicht mehr Bestandteil des Kaders. „Beide hatten Drittliga-Erfahrung, das tut schon weh“, klagt Breitenstein. Kreisläuferin Julia Bartsch ist für das Studium nach Österreich gezogen.

Zwei Neue beim HC Salzland 06

Trotzdem wird der Kader ungefähr 16 bis 17 Spielerinnen umfassen. Denn mit Stevie Mittwollen von Lok Schönebeck und Maria Friedrichs vom HSV Magdeburg gibt es auch zwei Neuzugänge. Friedrichs kann im Tor spielen oder auf Außen. Wo genau? Wird sich zeigen. Zum Beispiel beim „Megawoodstock“. Da ist Friedrichs nämlich dabei. Da könnte es für den HC Salzland doch noch Erkenntnisgewinne aus dem Freiluft-Event geben.