Staßfurt l Stolz reckte sie ihre Urkunde und Sektflasche in die Höhe. Johanna Stein wurde beim 20. Salzland-Cup am Sonnabend in der Paul-Merkewitz-Halle zur besten Spielerin ausgezeichnet. Die Mannschaften und die Schiedsrichter waren sich einig: Der Neuzugang des HC Salzland 06 hinterließ beim Turnier einen bleibenden Eindruck. Auch ihre Trainerin Sylvia Breitenstein fand nur lobende Worte: „Sie ist schon sehr gut integriert. Sie hat die Mannschaft gut mitgerissen und ihre Aufgabe auf zwei Positionen gut erfüllt.“ Stein, die das Einmaleins des Handballs in Staßfurt beim SV Concordia erlernte, spielte sowohl auf Halbrechts als auch am Kreis.

Doch nicht nur für Stein hatte die Trainerin Lob über: „Die ganze Mannschaft hat überzeugt, die Spiele lassen uns positiv nach vorn blicken.“ Viele Lorbeeren für ein Team, das beim eigenen Turnier nur auf dem vorletzten Platz landete. Den Podestplatz, den Breitenstein noch im Vorfeld als Ziel ausgerufen hatte, „haben wir leider um nur ein Tor verpasst, das ärgert uns.“ Was die Trainerin meinte: Im letzten Spiel des Turniers gegen die SG Lok Schönebeck „haben wir eine klare Führung aus der Hand gegeben“, ärgerte sich die neue Übungsleiterin. Gleich mehrere klare Torchancen ließen die Gastgeberinnen liegen. Das Spiel ging mit 13:12 an Schönebeck. Der dritte Platz damit auch. Dennoch „haben wir im Turnier aber von Spiel zu Spiel eine positive Entwicklung gesehen“, so Breitenstein.

Na klar, weil der Modus aufgrund der kurzfristigen Absage von Wacker Westeregeln auf „jeder gegen jeden“ mit einer Spielzeit von 25 Minuten geändert wurde, ließen die schweren Gegner nicht lange auch sich warten. Direkt zum Start des Salzland-Cups trafen die Staßfurterinnen auf die HSG Riesa/Oschatz. Und der nach einer brasilianischen Metropole getaufte Oberligist siegte schon im Vorjahr beim Vorbereitungsturnier. Auch in diesem Jahr setzte sich die HSG „Rio“ wieder durch und unterstrich mit dem 15:9-Sieg zum Auftakt gegen den HC Salzland die Favoritenrolle.

Bilder

Im zweiten Spiel wartete auf den HC Salzland dann wieder ein Team aus der Mitteldeutschen Oberliga. Gegen den TSV Niederndodeleben verkaufte sich der HCS 06 aber deutlich besser. Mit dem 10:10-Remis war Breitenstein zufrieden: „Das war eine richtig gute Leistung. Die Abwehr stand sehr diszipliniert.“ Den einzigen Sieg holten die Salzländerinnen dann im vereinsinternen Duell gegen die zweite Mannschaft, die sich ihrer Außenseiterrolle im Turnierverlauf fügen musste. Gegen die „große Schwester“ machte es der Bezirksligist aber mit dem 8:9 sehr spannend. „Da haben wir wieder viele Chancen nicht genutzt“, so Breitenstein. Und weil es zum Abschluss gegen die Schönebeckerinnen ähnlich war, blieb für den Gastgeber nur der vierte Rang über.

Erster Test in neuer Halle

Doch das soll Salzland gar nicht lange beschäftigen. Denn mit einem Testspiel gegen den Barleber HC (1. Nordliga) hat der Sachsen-Anhalt-Ligist seinen ersten Auftritt in der neuen Sporthalle in Staßfurt-Nord. Die HCS-Frauen sind dabei klar favorisiert, das Ergebnis spielt aber für Breitenstein nur eine untergeordnete Rolle: „Wir wollen aus taktischer Sicht und auch auf den Positionen einiges testen“, verrät die Trainerin. „Dabei wollen wir auch noch kleine Baustellen aus dem Turnier ausbessern.“

Natürlich wollen die Spielerinnen aber auch die neue Atmosphäre in der Dreifelder-Halle aufsaugen. „Wir sind schon sehr gespannt darauf, die neue Halle kennenzulernen“, so die Trainerin. Langsam wird die Vorbereitung auf die neue Saison intensiviert. Am 1. September geht es mit einem Auswärtsspiel beim HSV Magdeburg dann los. Und bis dahin bleiben sie beim HC Salzland wie gewohnt positiv gestimmt.