Aschersleben l Etwas verwundert schauten alle Beteiligten beim Heimspiel des HC Salzland gegen den Dessau-Roßlauer HV in der 52. Minute in Richtung Zeitnehmertisch. Der Gästetrainer Thomas Kirschstein nahm eine Auszeit, als zeitgleich seine Spielerin Lisa Ehlert zum 26:24 traf. Es gab eine längere Unterbrechung. Die Schiedsrichter diskutierten. Wird das Tor gegeben oder nicht? Letztlich zählte der Treffer. Und diese Aktion hatte laut Trainer Pierre Altnau großen Anteil an der knappen 26:29 (12:13)-Niederlage der Salzländerinnen gegen den Tabellenführer.

„Das hat uns aus dem Fluss gebracht“, so Altnau. „Dadurch waren wir in den letzten Minuten zu lethargisch.“ Vorher sind sich die Teams aber auf Augenhöhe begegnet. Es war kaum zu sehen, dass es sich um ein Duell des Tabellenneunten gegen den souveränen Spitzenreiter handelte. „Die Gesamtleistung war super. Es war ein sehr angenehmes Spiel.“

Natürlich konnten die Gäste ihre Qualitäten, in erster Linie durch Lea Gödde, Julia Frens und Lisa Proske, immer wieder ausspielen und auch mit drei Toren in Führung gehen (8:5, 16.). Doch der HCS hatte immer wieder die passenden Antworten. Mit dem 12:12 durch Außenspielerin Gina Kregelin 14 Sekunden vor der Pause glichen die Gastgeberinnen erstmals wieder aus. Doch mit diesem Ergebnis sollte es nicht in die Pause gehen. Nach einer Auszeit spielte es der DRHV bis auf die letzte Sekunde runter. Letztlich kamen sie mit einem sehenswerten Kempa-Trick zum Erfolg, Ann-Christin König stellte den 13:12-Pausenstand her.

Gastgeberinnen taktisch clever

In Hälfte zwei ein ähnliches Bild: Zwar ließ Theresa Hähnel eine Chance liegen und ein Konter führte zum 16:19 (40.), anschließend hatten die Salzländerinnen aber wieder eine stärkere Phase. So konnte die junge Peggy Grenzer einen Siebenmeter gegen Proske entschärfen und Jo-Ann Brunne zeigte sich vorne einmal mehr treffsicher. Generell agierten die Gastgeberinnen taktisch clever. „Wir haben eine stabile Abwehrleistung gezeigt und mit gutem Kreisläuferspiel überzeugt.“ So hatte Salzland mit Laura Nahrendorf und Lisa Franziska Wolff-Reike lange mit zwei Kreisspielerinnen mehr offensive Optionen.

Auch als der DRHV in Hälfte zwei dann vermehrt mit einer Manndeckung gegen Yvonne Sachse spielte, hatte Salzland die passenden Lösungen. Die Rückraumspielerin nahm sich schlichtweg komplett aus dem Spiel und ließ ihre Mitspielerinnen gewähren. „Wir haben das gut gelöst“, bescheinigte auch Altnau. Und so war der Zwischenstand von 20:20 (45.) verdient. Auch nach der Verwirrung um das 26:24 kämpfte sich die Altnau-Sieben noch einmal auf ein 26:26 heran (55.).

Doch in den letzten fünf Minuten fehlte mit Maria Friedrichs, die sich am Knie verletzte, nicht nur eine wichtige Spielerin im Innenblock, den Gastgeberinnen sollte dann auch kein weiterer Treffer mehr gelingen. „Das war ärgerlich“, so der Trainer. „Wir haben dann kleinere Fehler gemacht, die eiskalt bestraft wurden.“ Nicht umsonst steht der DRHV an der Tabellenspitze.

Salzland: Braune, Ellermann, Grenzer - Zeidler (1), Wolff-Reike (1), Kregelin (1), Nahrendorf (2), Brunne (9), Sachse (1), Kriebel (2), Hähnel (5)

Siebenmeter: Salzland 6/5 - DRHV 10/9 Zeitstrafen: Salzland 5 - DRHV 8 Rot (3x2): Lea Gödde (51.)