Stendal l Ein Nischen-Sport, der mehr und mehr in den Fokus vor allem der jüngeren Generation gerät, ist zweifelsfrei eSports.

Interview mit Kühnemann und Weiß

Was vor wenigen Jahren noch als „Stubenhocker-Daddelei“ abgetan wurde, ist längst zu einem sportlichen Wettkampf an der Konsole gewachsen, erfreut sich ständig zunehmender Begeisterung. In welche Dimensionen sich diese Sparte bewegt, zeigt die Ausrichtung einer DM im eSoccer, an welcher mit Tom Kühnemann und Chris Weiß auch zwei Vertreter aus Sachsen-Anhalt mit von der Partie waren. Per Interview berichten die beiden Gamer von ihren Erfahrungen.

Welche Erwartungen brachte die Deutsche Meisterschaft mit sich? Schließlich ging es vom „kleinen“ Bismark auf die große Bühne des eSports.

Chris Weiß: Zu allererst einmal war es eine große Ehre für den Fussballverband Sachsen-Anhalt dort antreten zu dürfen. Wir hätten ja selbst nie damit gerechnet, dass es uns von einem Hobby-Turnier in Bismark direkt zur Deutschen Meisterschaft nach Hamburg verschlägt. Besondere Erwartungen an diese Meisterschaft hatten wir nicht, da es komplettes Neuland für uns war. Auch wenn wir sportlich mit den teilweise dort mitwirkenden Vertragsspielern nicht mithalten konnten und am Ende den zwölften Platz belegten, war es schön diese Erfahrung gemacht zu haben. Die Organisation und die Aufmachung des ganzen Turniers waren hingegen noch steigerungsfähig, was sich aber sicher im Laufe der weiteren Entwicklung des eSport, speziell des eSoccer, ändern wird.

eSports/eSoccer hat noch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Was sagt Ihr dazu?

Weiß: Ich denke, dass jeder der mit den Konsolen groß geworden und dazu auch noch fußballverbunden ist, FIFA spielt und sich dafür begeistert. Je mehr die Sportart in den Vordergrund rückt und professioneller wird, desto mehr wächst der Traum mit dem Können an der Konsole etwas zu erreichen.

Tom Kühnemann: Man sieht wie viele Bundesliga-Vereine inzwischen schon eSport-Sparten öffnen. Die sehen dort auch viel Potenzial. Zudem zockt man es ja in den seltensten Fällen alleine. Entweder spielt man es mit einem Kumpel zusammen beziehungsweise gegeneinander oder online gegen Spieler auf der ganzen Welt.

Weiß: Genau, mein Opa hat mich mal gefragt was dieses eSoccer sein soll. Ich habe es ihm als Gesellschaftsspiel zu beschreiben. So wie er früher mit seinen Freunden Skat gespielt hat, spielt unsere Generation zusammen Fußball-Simulationen auf der Playstation.

Kühnemann: Und zu einem gelungenen Teamabend gehört FIFA auch meist schon dazu.

Sachsen-Anhalt, speziell der FSA, geht mit dem Landespokal im eSoccer, der Ausrichtung von Regionalmeisterschaften und dem Finalturnier in Magdeburg in diesem Thema voran.

Kühnemann: Es gab ja auch in unserer Region schon einige kleinere FIFA-Turniere. Dass es jetzt aber mit dem „Game of Goals“ in Bismark und den Folgeturnieren zum Landespokal derart groß aufgezogen wird, ist einfach genial.

Weiß: Es bietet die Möglichkeit neben dem Fußball auf dem grünen Rasen auch einem weiteren Hobby in seiner Heimat nachgehen zu können. Wie wir bei der Deutschen Meisterschaft mitbekommen haben, hat tatsächlich noch kein anderer Verband in Deutschland so wirklich einen konkreten Plan diesen Sport weiter zu fördern und da finde ich den Weg des FSA natürlich klasse.