Stendal l Am Ende hieß es zwar „nur“ 0:0, aber das Oberliga-Spiel am Sonntag im Hölzchen gegen Blau-Weiß Berlin hatte für die Kicker des 1. FC Lok Stendal viele positive Aspekte.

Mit dem einen Punkt haben die Stendaler den letzten Tabellenplatz verlassen. Was aber besonders optimistisch stimmt, war die Art und Weise, wie die Lok Dampf erzeugt hat. Denkt man an die Heimspiele gegen Hansa Rostock II (0:2-Niederlage) oder gegen Staaken (0:3), wo kaum eine Chance kreiert wurde, war das am Sonntag anders. Die Ostaltmärker erspielten sich einige dicke Möglichkeiten, die zu einem Tor hätten führen können, ja müssen. Bereits beim 1:1 in Brandenburg-Süd zeigten sich die Stendaler angriffslustig.

Durch dieses engagierte Auftreten ist der Funke zwischen Mannschaft und den Zuschauern am Sonntag bei besten Fußballwetter schnell übergesprungen.

Neuzugang Knoblich überzeugt

„Wenn ich sehe, nach einer Viertelstunde kommen die Zuschauer und sie sind dann da und unterstützen die jungen Bengels, die auf dem Platz stehen“, freute sich auch Trainer Jörn Schulz, der weiter sagte: „Vor einiger Zeit haben sie noch auf der Tribüne gesessen, jetzt stehen sie auf dem Platz. Da bekommt der eine oder andere auch Gänsehaut und bekommt noch weitere zehn Prozent herausgedrückt.“ Mit dieser Aussage hat der Lok-Coach neben einigen anderen (Lukas Pfeiffer, Maurice Pascale Schmidt) wohl besonders an Felix Knoblich gedacht, der in der Abwehrkette mit Sebastian Hey, Johannes Mahrhold und Philipp Groß ein Riesen-Spiel gemacht hat. Das i-Tüpfelchen wäre natürlich noch ein Tor gewesen. Die Chancen dazu hatte der Ex-Bismarker in einigen Szenen.

Besonders die Spielweise der Stendaler, bei denen einige interne Reiberein vor dem Spiel geklärt worden, gegen eine favorisierten Gegner hat auch das Publikum entzückt.

„Wir wollten umzusetzen, was wir schon in Brandenburg versucht haben: Hohes Anlaufen, Fußball spielen und wenig lange Bälle. Es war aber bei diesem tiefen Boden aber schwierig Fußball zu spielen, wir haben dann umgestellt und sind auf den zweiten Ball gegangen“, erklärte Schulz die taktischen Überlegungen.

Lok kann Neumann-Ausfall kompensieren

Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Zielspieler Denis Neumann sah das Konzept der Altmärker etwas anders aus. Als dann noch der bis dahin starke Steven Schubert den Platz verlassen musste (35.), war Schulz erneut gezwungen, taktisch etwas zu ändern.

Martin Gödecke ging vom Sturm ins Mittelfeld, dafür stürmte neben Lukas Pfeifer dann Tim Seidel-Holland.

Vom kämpferischen Auftreten des 1. FC Lok waren die Gäste nicht überrascht. „Wir wussten, dass wir auf eine aufopferungsvoll kämpfende Stendaler Mannschaft treffen. Man sagt immer so schön Mentalität schlägt Qualität. Das hat man nur in der ersten Halbzeit noch nicht so gesehen“, sagte Berlins Trainer Marco Gebhardt.

Seine Mannschaft durfte zuletzt nur auf Kunstrasen trainieren. „Da hat man dann doch gesehen, dass es für einige Spieler auf den tiefen Platz doch ein Umstellung war, aber das soll keine Entschuldigung sein. Das war zu wenig von uns.“

Teilschritt für Lok

Natürlich hebt Schulz nach diesem Spiel auch warnend den Finger. „Wir haben noch ganz, ganz viel Arbeit vor uns.“ Dennoch freut er sich natürlich, dass seine Mannschaft immer besser in diese Oberligaserie findet. „Wir haben einen weiteren Punkt erkämpft. Ich glaube, wenn man in die Vergangenheit guckt, haben wir gegen Blau-Weiß auch mit anderen Spielern schon einmal fünf Gegentore bekommen. Es ist für uns ein Riesenerfolg. Natürlich hätten wir es in Überzahl noch etwas besser ausspielen können. Aber ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Sie hat gefightet und die Null gehalten. Es ist ein nächster, weiterer kleiner Schritt.“

Der Trainer weiß natürlich auch, dass jetzt weitere folgend müssen, um den Tabellenkeller zu verlassen. „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Weg, den wir mit dem Vorstand gewählt haben, der absolut richtige ist, auch wenn viele Hürden zu nehmen sind. Natürlich ist das kräftezehrend, auch für mich als Trainer, aber auch für den Vorstand, für die Mannschaft. Aber ich bin guter Dinge, dass wir weitere Punkte einfahren können. Es geht aber nur als Team.“