Stendal l Durch den 1:0-Sieg gegen den BSC Brandenburg-Süd haben sich die Altmärker am Sonntag im Abstiegskampf wieder etwas Luft verschafft. Manchmal helfen auch unkonventionelle Maßnahmen. „Etwas muss geändert werden. Ich spiele heute nicht moderne Musik, sondern welche aus den 80er-Jahren“, meinte Loks Stadionsprecher Sven Jaluschka aus Spaß vor dieser Partie.

Ganz klar, zuletzt gab es seit geraumer Zeit keinen Sieg mehr für Stendals Oberligisten. Der Druck auf alle Beteiligten war riesengroß. Im sogenannten „Sechs-Punkte-Spiel“ gegen den ebenfalls im Abstiegskampf steckenden BSC Brandenburg-Süd durfte nur ein dreifach zählbarer Heim­erfolg auf der Tagesordnung stehen.

Kampf um jeden Zentimeter

Die Stendaler Mannschaft war fokussiert, wollte auf eigenem Platz den Bock endlich umstoßen. Dass es ein zähes Ringen wird, war allen Beteiligten im Vorfeld klar. So kam es dann auch. Lok überstand die erste dicke Möglichkeit der Gäste und kreierte danach eigene Chancen, die aber vorerst nicht zum Erfolg führten. Nebenbei sammelten die Stendaler noch vier Gelbe Karten (Buschke, Kolzenburg, Krüger und Schaarschmidt). Die kleinlich leitende Schiedsrichterin Christine Weigelt ließ sich nicht lumpen und verteilte in einem keineswegs unfairen Spiel auch noch drei Gelbe Karten an die Gäste. Der immer auf Betriebstemperatur stehende Lok-Trainer Jörn Schulz musste sich auch noch den Gelben Karton anschauen. Vielleicht war es Übereifer der Schiedsrichterin, die wusste, dass ein Schiri-Beobachter vor Ort war.

„Wir hatten in der Vorwoche einen Schiri, der war richtig schlecht, dagegen war die heute Weltklasse“, beurteilte Brandenburgs Trainer Mario Block die Leistung der Unparteiischen.

Neumann erlöst seine Mannschaft

Dass alles war den Stendalern aber nach den 90 Minuten egal. Denis Neumann erlöste die Altmärker mit seinem Treffer zum 1:0 in der 81. Minute.

„Heute hätte auch das ganz böse Szenarium passieren können, wenn wir das Heimspiel verloren hätten. Wir haben die Woche viel mit den Jungs gearbeitet und gesprochen. Wir haben uns über Brandenburg informiert. Der Gegner hat dann auch so gespielt, wie wir es erwarteten. Wir hatten aber Probleme, Lösungen zu finden“, sagte Loks Trainer Schulz, der in seiner aktiven Zeit auch zwei Jahre in Brandenburg-Süd gespielt hat.

Er betonte weiter: „Wenn der Gästestürmer in den ersten Minuten trifft, wird es ganz schwer für uns. Man hat gesehen, dass unsere Mannschaft in den ersten Minuten verkrampft und nervös war.“ Diese Verkrampfung löste sich aber in den 90 Minuten, besonders nach der Pause lag das 1:0 mehrfach in der Luft. Die Möglichkeiten wurden aber reihenweise von den Lok-Kickern versemmelt.

„Wenn man die Chancen nicht nutzt, dann bekommt man eigentlich hinten einen rein, aber dafür hat uns die Qualität gefehlt. Die Mannschaft steht zurecht da, wo sie ist“, zog Block ein schonungsloses und ehrliches Fazit über sein Team. Er hat Veränderungen im Kader zur Winterpause angekündigt. „Es ist schwierig gute Spieler zu bekommen, aber wir werden alles versuchen.“

Lok belohnt sich

Einig waren sich beide Trainer, dass der Stendaler Sieg durch die Häufigkeit der Chancen für Lok erzwungen wurde.

„Wir haben die verdammten drei Punkte im Sack“, sagte abschließend Stadionsprecher Sven Jaluschka. Ob die Musik der 80er-Jahre dabei eine Rolle gespielt hat? Wer weiß.