Stendal l In unserer Serie „Damals war’s“ geht die Volksstimme-Sportredaktion unter anderem auch auf die Suche nach Sportplätzen, die nicht mehr genutzt werden, wo kein Wettkampfbetrieb mehr stattfindet. Im achten Teil unserer Serie geht es um den Platz in Stendal (Gardelegener Straße).

Durch Initiativen vieler Funktionäre haben sich auch in der östlichen Altmark über einige Jahre Fußballvereine mit über Wasser gehalten.

Doch durch den demografischen Wandel, durch die schrumpfenden Bevölkerungszahlen – besonders bei der Jugend – wurde es immer komplizierter, spielfähige Mannschaften in einem Wettkampfbetrieb zu melden. Teams verschwanden von der Bildfläche. Sportplätze, die mit viel Aufwand gepflegt wurden, liegen heute brach. Leider.

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Die Volksstimme-Sportredaktion hat bereits einige Plätze (Weißewarte, Krusemark, Wahrenberg, Meßdorf, Heeren, Bertkow und Birkholz) besucht und beschäftigt sich in dieser Ausgabe mit dem ehemaligen Platz in Stendal (Gardelegener Straße).

Nur vier Jahre gespielt

Etwas anders als in den Serien zuvor ist es um den Platz der ehemaligen DDR-Grenztruppen in der Gardelegener Straße bestellt. Er gehörte dem 1. FC Stendal, der nur von der Spielserie 1998/99 bis 2001/02 existierte.

Die FSG Arneburg/Krusemark spielte in der Landesliga und begann unter Trainer Jürgen Dobberkau die Saison 1998/99. Gespielt wurde in Bertkow und Arneburg. Parallel wurde in Stendal ein Platz gesucht und gefunden. Die Mannschaft sollte in die Kreisstadt umziehen. Initiatoren waren der (bereits verstorbene) Präsident Klaus Schlieker und Manager Frank Lühe. Der sagt: „Als ich den Platz das erste Mal gesehen habe, dachte ich, ich bin in Lanzarote oder auf einer Mondlandschaft. Zudem war der Platz übersät mit Maulwurfshügel.“

Training ohne Tore

Dennoch wurde das Projekt „eigener Platz“ in Angriff genommen, denn Bezug zu Krusemark hatte die Besetzung der Mannschaft wenig. „Wir haben dann dort schon Training durchgeführt, ohne Tore ohne Waschräume. Wir hatten elf Bälle und einen Kegel“, erinnert sich Trainer Jürgen Dobberkau. In der Halbserie gab es schließlich den Umzug nach Stendal und die Umbenennung – aus der FSG Arneburg/Krusemark wurde der 1. FC Stendal. Die ersten beiden Jahre landete das Team auf Landesliga-Mittelfeldplätzen. Doch die Mannschaft wird peu à peu verstärkt. Beim anderen Stendaler Verein, dem FSV Lok/Altmark Stendal, rumorte es damals mächtig, so dass gute Spieler den Verein wechselten. Zur Saison 2000/01 schaffte der 1. FCS schon Rang drei. Doch das war den Verantwortlichen noch nicht gut genug. Es wurde mit einem Aufstieg in die Verbandsliga geliebäugelt.

Das bereits gut besetzte Team wurde noch einmal verstärkt. Unter anderem kamen von Lok Henry Berg und Randy Gottwald. Damit war die Mannschaft in der Landesliga eigentlich unschlagbar. Und das bewies sie auch. Nach dem vierten Sieg in Folge kam aber der Hammer. Einige Neuzugänge waren durch eine Datums­eintragung in den Pässen für die erste Halbserie nicht spielberechtigt. Dem 1. FC Stendal wurden die zwölf Punkte wieder abgezogen. In der Folge gewann der 1. FCS jedoch 29 von 30 Spielen in der Serie. Unter anderem gab es auch einen 3:1-Sieg vor 680 (!) Zuschauern in Bismark. Aber das entscheidende Spiel gegen Bismark verloren die Stendaler. Staffelsieger und Aufsteiger wurde Bismark. Im Endeffekt spielte das aber keine Rolle mehr, denn der 1. FCS fusionierte mit dem FSV Lok Altmark zum 1. FC Lok Stendal.

Der Platz an der Gardelegener Straße wurde aufgeben, denn Lok spielt bekanntlich im Hölzchen. Das Areal des ehemaligen 1. FC Stendal wird heute nur noch als Ablageplatz für Bauunternehmen genutzt.