Wernigerode l Das Harzderby im Landespokal-Achtelfinale gegen den VfB Germania Halberstadt vor 750 Zuschauern brachte aus Sicht der Hasseröder nicht die erhoffte Überraschung. Ab sofort steht der Klassenerhalt wieder im Fokus.

Platzverweis als Knackpunkt

„Wir waren gut drin und müssten eigentlich mit breiter Brust auftreten, stattdessen bringen wir uns mit individuellen Fehlern auf die Verliererstraße“, kritisierte Einheit-Coach Marko Fiedler. „Es war eine tolle Kulisse, mit 750 Zuschauern kamen mehr als im Vorfeld erwartet. Da macht Fußball Spaß und ich hätte schon etwas mehr erwartet. Mit einer ähnlichen Leistung wie beim Derby in Westerhausen wäre es für Halberstadt sicher schwerer geworden. Aber der ein oder andere hatte vielleicht nicht seinen besten Tag oder zu viel Respekt vor dem Gegner. Nach der Roten Karte und dem Ausgleich haben viele nicht mehr an den Erfolg geglaubt“, fügte Fiedler hinzu.

Auch wenn Germania Halberstadt schon in den ersten 30 Minuten viel Druck entwickelte, die Rote Karte gegen Mathias Günther war sicher ein Knackpunkt im Spiel. „Da hätte ich mir vom Schiedsrichter mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. Eine Gelbe Karte mit Hinweis an die Trainer hätte es auch getan. Auch wenn der Ausgang vielleicht der Gleiche gewesen wäre, ohne Rote Karte hätten wir es dem Gegner sicher schwerer gemacht“, blickte Marko Fiedler zurück.

Germania-Coach Körner zufrieden

Sein Gegenüber Sven Körner zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden und lobte vor allem die hohe Intensität, die für einen Sieg in solch einem Derby unerlässlich ist. „Diese Intensität haben wir heute abgerufen, weil wir unglaublich viel gesprintet sind, weil wir eine hohe Fehlerquote beim Gegner produziert haben und es heute auch mit Standardsituationen gut funktioniert hat“, verwies der Halberstädter Coach auf drei Tore, die aus Eckbällen resultierten. „Dazu haben wir zur richtigen Zeit die Tore gemacht, mit Überzeugung und Wille. Und das möchte ich von den Jungs sehen. Ich glaube, dass wir mit der Mannschaft eine gute Basis gerade legen“, so Sven Körner.

Rahmenbedingungen stimmen

Rundum zufrieden war der FC Einheit mit dem Ablauf des Derbys. „Mit der Zuschauerzahl hatten wir auch im Vorfeld gerechnet, alles ging reibungslos über die Bühne, auch mit beiden Fanlagern. Hier gilt auch der Polizei, Security und dem VfB Germania, mit denen wir schon im Vorfeld eine sehr gute Zusammenarbeit hatten, ein großes Lob“, so Dirk Rühr, sportlicher Leiter beim FC Einheit.

Aus sportlicher Sicht ärgerte sich Dirk Rühr auch zwei Tage später noch über die Rote Karte. „Es war sicherlich keine Fehlentscheidung, aber in dieser Szene fehlt mir beim Schiedsrichter einfach das Gespür für die Situation. Es war trotz des Derby-Charakters ein absolut faires Spiel. Es hätte gereicht, wenn er die Bank darauf hinweist, dass sie den Spieler auswechselt. Dann wäre die Partie für ihn zu Ende gewesen, aber nicht für die gesamte Mannschaft. In der ersten halben Stunde haben wir es richtig gut gemacht, mit dem schnellen Anschlusstreffer, der Roten Karte und dem Ausgleich mit dem Pausenpfiff wandert das Spielglück dann komplett auf die andere Seite“, so Rühr.

„Wir werden das Spiel im Training auswerten und konzentrieren uns dann voll und ganz auf das nächste Punktspiel in Zorbau, das wird schwer genug“, meinte Marko Fiedler mit einem Blick auf die Personallage. Nach Danny Wersig und Nick Schmidt (beide Gelb-Sperre) fällt nun auch Mathias Günther nach der Roten Karte aus.