Westerhausen l Nicht nur wegen einem bis zwei Spielen Rückstand auf die Konkurrenz sieht Trainer Marco Wagner noch deutlich Luft nach oben.

„Der bisherige Saisonverlauf ist schwer zu beurteilen. Klar hätten wir uns ein Stückchen mehr erwartet, 14 Punkte bei acht Spielen sind vielleicht vier zu wenig. Ich wusste allerdings auch, dass von Anfang an nicht gleich alles klappen kann. Ich lasse schon gern einen anderen Stil spielen als vorher. Ich will schon einen sehr aktiven Fußball haben, mit vielen intensiven Läufen. Wir wollen auch viel mit Ball machen, und das braucht halt etwas Zeit“, kommen die leichten Anlaufschwierigkeiten für den neuen Westerhäuser Coach nicht unerwartet.

Wagner-Elf mit Höhen und Tiefen

„Nichtsdestotrotz, wenn ich mir die Spiele so ansehe, dürfen wir in Thalheim nicht verlieren, Zuhause gegen Arnstedt müssen wir einfach gewinnen, da haben wir 13:3-Chancen. Auch das letzte Spiel bei Fortuna Magdeburg liegen wir deutlich mit 0:4 hinten, bekommen aber drei Gegentore nach Standards und schenken das vierte her durch einen individuellen Fehler, sind aber fußballerisch eigentlich die bessere Mannschaft“, trauert Marco Wagner den teilweise leichtfertig verschenkten Punkten hinterher.

Zumal der Coach das Potenzial seiner Mannschaft kennt: „Die Jungs trainieren gut, im Training klappt einiges auch viel, viel besser als im Spiel. Wir müssen einfach dahin kommen, unsere Trainingsleistungen auch auf den Platz zu transportieren“, so Wagner. Reserven sieht der Trainer auch in der Chancenverwertung: „Wir haben uns viele Möglichkeiten herausgearbeitet, daraus aber zu wenig gemacht. Darüber hinaus schenken wir viel zu einfach Tore her, ob nun in Thalheim oder zuletzt in Magdeburg. Da müssen wir konzentrierter sein, daran müssen wir arbeiten.“

Dennoch sieht Marco Wagner auch viel Positives. „Die Mannschaft zieht komplett mit, ist voll dabei, trainiert gut, wie gesagt stärker als sie spielt. Mit Ball spielen wir schon einen sehr guten Fußball, das lässt sich teilweise sehr gut anschauen. Wir kreieren viele Torchancen, im letzten Drittel kommt der Pass oft nicht so oder wir waren zu überhastet. Und die Mannschaft lebt, das sieht man auch an einem Mannschaftsabend, wo alle Spieler dabei waren“, lobt der 42-Jährige den guten Teamgeist.

Gemeinschaft über WhatsApp am Leben gehalten

Ein großes Lob verteilt Marco Wagner auch an das Umfeld am Wolfsberg: „Es macht mir unwahrscheinlich viel Spaß, mit allen zusammenzuarbeiten. Ob Sascha Malkowski oder Dirk Zimmerhäkel, Hannes Wendorff oder Sophia Gropengießer, das sind Fußball-Besessene, das merkt man halt auch. Und sie sind genauso niedergeschlagen, wenn man verliert und suchen nach Fehlern, wo man ansetzen kann. Auch die Jungs sind super gut drauf, wissbegierig, das passt schon. Aber zum Schluss, das wissen wir auch, zählen die Ergebnisse. Und da hätten wir schon gern ein paar Punkte mehr gehabt.“

Für die Corona-Pause hat er seinen Schützlingen Trainingspläne mit an die Hand gegeben. „Das läuft auch richtig gut, da kann ich nur sagen chapeau. Wir machen daraus auch ein paar Wettkämpfe, gruppenintern. Wir wollen ja trotzdem die Gemeinschaft irgendwo am Leben erhalten, anders als über die WhatsApp-Gruppe geht es halt momentan nicht“, erzählt Marco Wagner.

Vorbereitung auf Pflichtspiele im Dezember

„Die Hoffnung, dass es im Dezember wieder los geht, besteht natürlich. Aber wenn man die Zahlen sieht und hört was Herr Spahn sagt... Wir ziehen jetzt im November durch und gucken, wie von der Regierung entschieden wird. Im Moment fokussieren wir uns darauf, dass wir im Dezember doch spielen können“, schildert Wagner die aktuelle Lage und sieht sein Team für einen Re-Start gerüstet. „Nach vier Wochen bin ich der Meinung, das geht. Man kann natürlich nicht sagen, morgen müsst ihr euer Punktspiel machen. Aber wenn Anfang der Woche entschieden wird, ihr spielt am Wochenende und wir stehen dreimal auf dem Platz und machen was mit dem Ball, dann ist das aus meiner Sicht möglich. Wenn der Dezember abgesagt wird, reden wir dann wieder von einer kompletten Vorbereitung.“