Zerbst l Im Zerbster Stadtwerke Kegelcenter herrschte großer Andrang. Zur Verabschiedung des langjährigen Keglers des SKV Rot-Weiß Zerbst, Axel Schondelmaier, mit anschließendem Testspiel gegen dessen alten und neuen Verein SKC Unterharmersbach waren so viele Zuschauer gekommen, wie noch nie zu einem Vorbereitungsspiel. Sogar der Zerbster Bürgermeister Andreas Dittmann gab dem Schwarzwälder bei seinem vorerst letzten Auftritt in Zerbst die Ehre.

Nach Dankesworten des SKV-Chefs Lothar Müller mit Geschenken des Vereins gab auch Kapitän Timo Hoffmann ein letztes Statement zu seinem ehemaligen Mannschaftskollegen ab: „Ich blicke auf sieben tolle Jahre zurück, in denen Axel den Verein und die Mannschaft geprägt hat, wie kaum ein anderer. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles Gute“.

Nach einem überaus emotionalen Video-Zusammenschnitt mit Bildern von Schondelmaiers Erfolgen mit dem SKV und großen Momenten des Jubels bedankte sich der Scheidende bei jedem einzelnen Spieler mit Einblicken in die jeweiligen Eigenheiten und den Einfluss seiner Teamkameraden auf sein eigenes Leben und seinen sportlichen Werdegang. Der Dank an seine Frau für die jahrelange Unterstützung war der emotionale Höhepunkt seiner Dankesrede.

Doch dann wurde es sportlich. Im Duell des deutschen Meisters mit dem Verbandsligisten aus Unterharmersbach zeigte Schondelmaiers neues Team eine durchaus bundesligareife Leistung. Mit fünf Ergebnissen jenseits der 600er Marke forderten die Schwarzwälder die Heim-Mannschaft ernsthaft. Am Ende gab es allerdings trotzdem ein klares 6:2 (3809:3671).

Hoffmann resümierte nach dem Spiel: „Wir sind wieder einen Schritt weiter. Es ist ein ansprechendes Gesamtergebnis. Wir haben aber noch reichlich Luft nach oben. Wenn wir aber zu diesem Zeitpunkt schon alle in Topform wären, würde mir das eher Angst machen. Denn sechs Wochen ein solches Niveau zu halten, wäre kaum machbar. Wir müssen ja erst zu Saisonbeginn gegen Schwabsberg fit sein.“

Überragende Zerbster Akteure waren Mathias Weber (678) und Hoffmann selbst mit der Tagesbestleistung von 679 Kegeln. Aber auch Neuzugang Jürgen Pointinger bewies zumindest auf den ersten 60 Wurf (343, insgesamt 645) seine Klasse. Auch Fabian Seitz (630), Boris Benedik (630), Thomas Schneider (627), Manuel Weiß (619) und Uros Stoklas (610) boten phasenweise starken Kegelsport. Im Trainingslager in Österreich wollen sich die Rot-Weißen den letzten Schliff holen. „Da werden wir vormittags hart trainieren und jeden Abend ein Spiel gegen einen Erstligisten absolvieren“, gab Hoffmann einen Einblick in die weitere Vorbereitung.

Nach dem Spiel stand noch einmal Schondelmaier im Mittelpunkt. Die Fans, vor allem Familie Günther aus Thüringen, bedankten sich bei ihrem Idol mit viel Beifall, einem riesigen thüringischen Präsentkorb und dem Keglerlied, das von Hanni Fenske und Dorlies Krebs angestimmt wurde. Axel Schondelmaier verabschiedete sich mit dankenden Worten und der bejubelten Aussage: „Ich schicke euch immer meine ganze Energie. Ich werde immer ein Zerbster, immer ein Roter bleiben…“