Zerbst l Nach der Meldung am gestrigen Nachmittag zogen auch der Handballverband Sachsen-Anhalt (HVSA) und der Kegel-Weltverband, der Deutsche Classic-Keglerbund sowie der Landesverband Kegeln/Bowling Sachsen-Anhalt nach.

Nachdem der FSA zu Beginn der Woche eine Mitteilung an die Vereine herausgegeben hatte, den Spielbetrieb selbst bei möglichen Infektionsfällen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten (Volksstimme berichtete), fiel gestern Nachmittag die Entscheidung, dass „der gesamte Spielbetrieb im Verbandsgebiet ausgesetzt wird“. „Der Beschluss gilt für alle Spielklassen des Kreis- und Landesspielbetriebes vom 12. bis einschließlich 22. März“, heißt es in der Mitteilung des FSA.

„Es geht hier um die Gesundheit und da tun die zwei Wochen spielfrei keinem weh. Und wenn man da die Ansteckungskette unterbrechen kann, ist es gut“, sagte der Trainer vom TSV Rot-Weiß Zerbst, Jens Borchers.

Beim HVSA teilte Präsident Steffen Müller auf der Homepage mit, dass er den Spielbetrieb des HVSA und der Bezirke für die Zeit vom 13. März bis einschließlich 29. März aussetzt. „Aktuell können wir uns einzig an den Vorgaben der politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Kommunalebene orientieren. Seitens des DHB wurden an die Landesverbände noch keine Handlungsempfehlungen gegeben.“

„Konsequent, aber ärgerlich“

Der HVSA wird „rechtzeitig vor Ablauf der benannten Frist weitere Entscheidungen bekannt geben“.

„Die Entscheidung ist konsequent, aber für uns sehr ärgerlich“, sagte Karen Straube, Präsidentin des Zerbster HSV 2000, in einem ersten Statement.

Besonders hart trifft es die Kegler vom SKV Rot Weiß Zerbst, die am 21. März zum Deutschen Meister gekürt werden sollten.

„Auf Grund der aktuellen Entwicklung zum Corona-Virus (SARS-CoV-2) und den daraus hervorgehenden täglich aktualisierten Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes verschiebt das Präsidium des Deutschen Keglerbundes Classic die Bundesligaspieltage am 14. und 15. März und 21. und 22. März sowie die Aufstiegsspiele am 28./29. März und 4./5. April“, heißt es in dem offiziellen Schreiben und dass „neue Termine rechtzeitig, entsprechend der Beurteilung der aktuellen Lage, bekanntgegeben werden“.

Auch das Champions League Final-Turnier im serbischen Apatin entfällt. Die Zerbster und viele ihrer Anhänger hatten bereits Flüge und Hotelunterkünfte gebucht. SKV-Präsident Lothar Müller war „geschockt und irritiert“. „Wir können derzeit keine strukturierte und sachliche Handlungsfähigkeit erkennen“, sagte er. „Die Verantwortlichen dieser Entscheidungen handeln verantwortungvoll entsprechend den Hinweisen der Ämter. Die Absage des Final Four der Champions League trifft uns hart, aber sie ist nachvollziehbar, mehr kann ich derzeit nicht sagen“, so Müller.

Auch der Volleyballverband Sachsen-Anhalt (VVSA) zog gestern nach und stellt „seinen Spielbetrieb auf Landes-, Stadt- und Kreisebene in der Zeit vom 13. bis einschließlich 29. März ein“.

„Der VVSA wird rechtzeitig vor Ablauf der benannten Frist weitere Entscheidungen bekannt geben. Dazu wird sich in den nächsten Tagen im Spiel- und Jugendausschuss sowie mit den SFA/KFA beraten, wie wir ggf. mit Tabellen und auf Landesebene mit den Auf- und Abstiegsregelungen umgehen werden bzw. müssen“, heißt es auf der Homepage.

Zeitgleich wurde entschieden, dass der Sparkassen-Landespokal am 19. April in Wittenberg nicht stattfinden wird.

Ausführliche Meinungen folgen.