Kochstedt (tsv/sza) l Spieler des Tages war Moritz Specht, der alle drei Tore erzielte. Einen würdigen Rahmen für ein Finalspiel bot das Kochstedter Areal allerdings nur teilweise. Es gab keinen Stadionsprecher und so bekamen die 180 Zuschauer auch von der Siegerehrung kaum etwas mit. Die Rot-Weißen feierten dennoch und dies ausgelassen.

Vorerst nichts Zwingendes

Um den „Pott“ in den Händen halten zu können, war zuvor viel Arbeit nötig, denn die Kliekener boten viel Gegenwehr und führten bis zur 73. Minute mit 2:1. Mit einer starken Schlussoffensive ging der Pokalsieg am Ende äußerst verdient an die Rot-Weißen. Matchwinner war Kapitän Specht, der den Sieg in der 84. und 88. Minute per Doppelpack eintüten konnte.

In den ersten zehn Minuten hatten die Zerbster zwar mehr Spielanteile, doch zwingende Chancen kamen nicht heraus. In der elften Minute wurde es gefährlich. Die Ecke von Stefan Kunitschke kam auf den Kopf von Moritz Specht. Aber ein Kliekener klärte auf der Linie. Die nächste Ecke von Kunitschke schoss Specht knapp am Tor von Tom Gräfe vorbei.

Nervosität nach Rückstand

Nach 17 Minuten kamen die Kliekener zur ersten Möglichkeit. Nach der Flanke aus dem Halbfeld geht der Kopfball knapp am Tor vorbei. Danach versuchte es Pascal Lude aus der Distanz. Er traf den Ball jedoch nicht richtig.

In der 23. Minute war wieder Klieken dran. Kevin Schünhoff war nach einem hohen Ball in die Spitze frei durch, doch er scheiterte mit seinem Lupfer am herauseilenden Ricardo Werner. Den Nachschuss klärte Lucas Weichbrot auf der Linie. Dann doch die 1:0-Führung für die Blau-Weißen. Nach einem Freistoß vom Mittelkreis war Schünhoff zur Stelle und traf per Kopf ins lange Eck (26.).

Nun kam bei den Zerbs- tern etwas Nervosität auf. Doch nach 35 Minuten konnte Specht zum 1:1 ausgleichen. Nach einem Pressschlag zirka 25 Meter vor dem SG-Tor landete der Ball auf dem Fuß von Specht, der Gräfe austanzte und die Kugel über die Linie schob.

Die Zerbster bestimmten nun wieder das Spiel. Klieken war mit der Verteidigungsarbeit beschäftigt. Dann die Doppelchance für Specht nach zwei Ecken von Max Schröter. Zuerst wurde der freie Kopfball auf der Linie geklärt. Nach der zweiten Ecke klatschte sein Kopfball an die Latte und es blieb beim 1:1 bis zur Halbzeitpause (39.).

Beide Mannschaften starteten unverändert in den zweiten Abschnitt. Nach drei Minuten landete ein Freistoß von Weichbrot auf dem Kopf von Specht, der ihn genau in die Arme von Gräfe köpfte.

Das Spiel wurde jetzt härter und die Zerbster immer überlegener. Bei einem platzierten Freistoß von Weichbrot ahnte Gräfe die Ecke und faustete die Kugel ab (55.). Im Gegenzug war der eingewechselte Tim Schölzel allein durch. Aber sein Ball aus 20 Metern landete in den Armen von Werner (57.). Dann die 2:1-Führung für Klicken. Ein schöner flacher Ball kam durch die Schnittstelle der Abwehr. Schölzel war durch und schob an Werner vorbei ein (73.).

Vorerst fanden die Rot-Weißen kein Rezept, gefährlich vor das SG-Tor zu kommen. Sie stürmten auf das Gräfe-Tor und von Klieken war nichts zu sehen, bis auf einen Konter über rechts, wobei der Querpass auf den freien Mitspieler zu weit in die Spitze ging. Dann das 2:2 für Zerbst. Nach Schröter-Flanke kam Specht an die Kugel, narrte die Abwehr und traf gekonnt ins lange Eck (84.).

Doppelpack von Specht

Die Rot-Weißen wollten nun die Entscheidung. Doch die nächste Chance hatte Klieken per Freistoß, den Werner im Nachfassen sicher hielt. Drei Minuten vor Ultimo zwang Schröter den SG-Keeper zu einer Glanzparade. Und kurz danach traf erneut Specht zur Entscheidung, der einen langen Ball gekonnt annahm und ihn im kurzen Eck versenkte.

Kampf bis zum Schluss

In der Folge kam Hektik auf und Kliekens bereits gelb-verwarnter Mathias Niesar musste wegen Meckerns mit Gelb-Rot vom Platz (90.). Die Härte seitens der Blau-Weißen nahm zu, doch das änderte am absolut verdienten Sieg der Rot-Weißen nichts mehr.

„Von den Spielanteilen her war es ein verdienter Sieg“, freute sich Trainer Carsten Heise, der anfügte, dass es „hinten raus eine hervorragende Mannschaftsleistung war“. „Ich hatte erst gedacht, wir schießen kein Tor mehr. Dieses Mal haben wir auch ein bisschen Glück gehabt, aber wer bis zum Schluss kämpft und nicht aufhört, hat es sich auch verdient.“

Bei der anschließenden Siegerehrung, die der Vizepräsident gesellschaftliche Verantwortung des KFV Anhalt, Mario Pinkert sowie der Vertreter des Titelsponsors, Jörg Bosse und der Vertreter der Stadt Coswig, Michael Stephan, vornahmen, wurden Medaillen, Geldprämien und Pokale überreicht.

Beide Mannschaften haben sich für den Landespokal qualifiziert. Die Zerbster spielen nun zum Saisonauftakt als Kreispokalsieger gegen den Kreisoberliga-Meister Grün-Weiß Wörlitz um den „Supercup“.

Zerbst: Werner – Kunitschke, Alarich, D. Ernst, Fischer, Schröter, Specht, Meerkatz, Lude (94. Ritze), Kosel (70. Ch. Sens), Weichbrot.

Klieken: Gräfe – Schröter, Lerm, Wassermann, B. Fischer (62. Schölzel), M. Niesar (90. Gelb-Rot), Schleinitz, F. Fischer, Sternitzke, Niesar, Schünhoff.

SR: Torsten Hüttig (Grün-Weiß Dessau), Torsten Wünsch, André Bube; ZS: 180.

Tore: 0:1 Schünhoff, Kevin (26.); 1:1 Specht, Moritz (35.); 1:2 Schölzel, Tim (73.); 2:2, 3:2 Specht, Moritz (84., 88.).