Wittenberg l Bei der Reserve des Sachsen-Anhaltligisten SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz landeten die Blau-Weißen am Sonnabend einen Last-Minute-Sieg. Fast wäre es „nur“ ein Punkt geworden, doch Kapitän Fabian Schwenger warf die Zerbster nur ein paar Sekunden vor dem Ende noch ins Glück. „30 Sekunden vor Schluss gingen wir mit einem Tor in Führung“, berichtete Trainer Markus Natho. Torschütze war Florian Dobritz. Doch Wittenbergs Jaroslav Zuzanek glich wenig später wieder zum 28:28 aus.

So gestalteten sich die letzten Sekunden mehr und mehr zum Krimi. Dabei schaltete Schwenger am schnellsten: „Fabi erzielte per direktem Anwurf ins leere Tor den Siegtreffer“, freuten sich Trainer und Mannschaft über einen knappen 29:28-Auswärtssieg.

HSV lässt sich einlullen

Die Zerbster starteten gut in die Partie. „Wir haben in der ersten Halbzeit wirklich gut gespielt“, lobte Natho. Doch seine Mannschaft geriet zunächst in Rückstand. So nahm er bereits nach zehn Minuten beim Stand von 3:6 die erste Auszeit.

Dennoch lief der HSV-Motor (noch) nicht richtig rund. „Wittenberg war sehr ruhig und fast schon zum einschlafen. Und da haben wir uns etwas einlullen lassen“, war auch der Zerbster nicht zufrieden.

Bis zum Pausenpfiff lagen die Gäste 11:14 zurück, da sie ihr Spiel „nicht wirklich aufziehen konnten“ und „wieder einmal Pech beim Abschluss hatten“ (Natho). Allein 16 Fehlwürfe standen auf dem Statistikzettel des Trainers. Zum Glück für den HSV waren die Wittenberger auch nicht so viel besser und so blieb das Spiel eng.

Auch im zweiten Abschnitt mussten die Zerbster einem Rückstand hinterher laufen (13:16/32.; 16:19/36.; 18:20/38.). Endlich, in der 40. Minute, traf Dobritz zum 20:20-Ausgleich.

„Jetzt war es wieder eine offene Partie und wir mussten unsere Schnelligkeit ausspielen und das konnten wir auch“, lobte Natho seine Männer. Das Spiel war sehr eng, doch immer wieder hatten die Gastgeber vom Spielstand her gesehen kleine Vorteile (23:22/47.; 25:23/49.). In der 51. Minute traf dann HSV-Kapitän Schwenger zum 25:25-Ausgleich.

Störfaktor vor der Abwehr

Markus Natho ließ Laurenz Brodowski vorgezogen als Störfaktor vor der Abwehr agieren. „Er konnte durch seine Größe den Gegner zu Fehlpässen zwingen und somit kamen wir erneut schnell in den Tempogegenstoß“, erläuterte der Coach seine Taktik. Die ging auf und der HSV sogar in der 59. Minute durch Dobritz erstmals in Führung – 28:27.

Dann folgten die letzten Sekunden, wo Fabi Schwenger zum Matchwinner wurde, als er die Kugel, wie schon beschrieben, vom Anwurf ins leere Tor der Gastgeber bugsierte und für großen Jubel sorgte.

„Das war schön, auch weil es unerwartet war. Die Mannschaft hat sich zum Ende gesteigert und verdient gewonnen“, freute sich Natho für sein Team, das zwischenzeitlich Platz drei in der Verbandsliga Süd inne hatte. Da Landsberg am Sonntag in Weißenfels 29:27 gewinnen konnte, stehen die Zerbster mit 25:15 Punkten nun auf Platz vier.

Darauf wollen sie sich aber nicht ausruhen: „Jetzt heißt es, sich auf Köthen in zwei Wochen (21. März, 18 Uhr) vorzubereiten“, meinte Markus Natho, der mit seiner Mannschaft die Siegesserie mit Sicherheit auch in Köthen beim Tabellensechsten fortsetzen möchte.

HSV 2000 Zerbst: Lorenz, Geilich– Ille 3, Schwenger 7 (1/1) Daudert 9 (5/6), Dobritz 4, Maerten 1, Brodowski 5, Reis.

Trainer: Markus Natho, Thomas Gerke.