Von Daniel Hübner

Duisburg l Vor lauter Glückwünschen war es am Sonntag selbst eine Stunde nach dem Finale kaum möglich, mehr als zwei zusammenhängende Sätze mit Marcel Hacker zu kommunizieren: Für den 35-jährigen Skuller vom SCM war der achte Meistertitel seiner Karriere im Einer nicht nur eine seelische Wohltat, weil er der Konkurrenz bei den deutschen Kleinboot-Meisterschaft auf der Regattabahn in Duisburg das Heck zeigen konnte. Vor allem war es der Beweis seiner eigenen Stärke: "Ich konnte meiner Kraft vertrauen", sagte ein glücklicher Hacker.

Nach 6:59,03 Minuten hatte er gewonnen, zweieinhalb Sekunden vor Karl Schulze (Dresden), der bis zur Hälfte mit gleichem Abstand geführt hatte. "Ab 1250 Meter habe ich den Endspurt vorbereitet", analysierte Hacker. Glückwünsche kamen dann nicht nur vom Heimcoach Roland Oesemann und der gesamten SCM-Crew. Auch Bundestrainer Marcus Schwarzrock klopfte dem Routinier anerkennend auf die Schulter.

Anerkennung hatte sich auch Carina Böhlert (SCM) verdient. Die 19-Jährige hatte mit dem Einzug ins B-Finale "mehr erreicht, als wir es erwartet hatten", sagte Oesemann in Anbetracht der Rückenwirbelentzündung, die seinen Schützling zuletzt so plagte. Böhlert belegte am Ende Rang vier in ihrem Endlauf, den zehnten in der Gesamtwertung. Und sie erreichte außerdem ihr Ziel - Fünfte in der U-23-Wertung. "Damit bin ich sehr zufrieden", sagte sie mit Blick auf einen WM-Einsatz im Juli für Linz (Österreich).

Ein Platz bei jenen Titelkämpfen ist Maximilian Planer (SCM) sicher: Als bestes U-23-Boot belegte der 22-Jährige mit Malte Jakschik im Zweier ohne Platz acht (2. im B-Finale) und empfahl sich fürs A-Nationalteam. "Langfristig gesehen war es für uns ein großer Schritt", freute sich Planer. Marco Neumann musste sich indes mit Andreas Penkner mit Platz 16 begnügen. Riemenruderin Lisa-Marie Reinhardt erreichte ihr Ziel: Im D-Finale der Skullerinnen wurde sie nicht Letzte (sondern Vorletzte).