Magdeburg l Insgesamt wurden in Deutschland nach der WM 2006 durch den Deutschen Fußballbund (DFB) 1019 Mini-Bolzplätze vergeben. Magdeburg bekam vor allem dank der Unterstützung des heutigen DFB-Ehren-Vizepräsidenten Hans-Georg Moldenhauer gleich zwei dieser Felder. Eines wurde an der Grundschule Diesdorf, das zweite an der ehemaligen Grundschule Stormstraße, der heutigen Salzmannschule, errichtet.

Eigentümer und Träger der beiden Minispielfelder ist die Stadt Magdeburg, die Betreuung liegt beim Fachbereich Schule und Sport.

Ein ganz wichtiges Kriterium für die Vergabe dieser Kunstrasenanlagen war die Zusage der Betreiber, dass die Plätze für einen Zeitraum von mindesten 15 Jahren täglich für einen möglichst langen Zeitraum zugänglich sind. „Für beide Spielfelder gibt es Öffnungszeiten. Die Plätze können während der Öffnungszeiten von jedem genutzt werden. Es gibt keine Vergaben oder Voranmeldungen. Außerhalb der Öffnungszeiten sind die Plätze nicht zugänglich“, heißt es dazu auf Anfrage der Stadt.

Bilder

Plätze müssen öffentlich zugänglich sein

Allerdings gibt es bei den beiden Magdeburger Plätzen einige Unterschiede in Bezug auf die Entstehungsgeschichte und vor allem auf die Nutzung. Der Diesdorfer Platz wird auch aktuell vom ortsansässigen Heimatverein betreut. Dieser hatte großen Anteil daran, dass der Bolzplatz überhaupt an seinem heutigen Standort entstand. Unter Federführung des damaligen Vorsitzenden Heiner Laugisch und des noch heute im Verein aktiven Manfred Kurth wurden nicht nur die baulich notwendigen Untergrundarbeiten organisiert. Der Heimatverein ging bei Unternehmen und Institutionen in der Stadt förmlich betteln, um beispielsweise ein größeres umlaufendes Ballfangnetz, eine zusätzliche räumliche Abgrenzung und ein Flutlicht zu errichten.

„Dafür waren nochmals Mittel im unteren fünfstelligen Bereich nötig“, erzählt Laugisch heute. Die eigentlichen Kosten pro Platz lagen damals bei rund 30  000 Euro, die sich Stadt und DFB teilten. In Diesdorf kamen so nochmals 15  000 Euro hinzu.

Derzeit betreut der Heimatverein den Platz, erhält dabei große Unterstützung durch den Hausmeister der Schule. „Der Platz wird täglich genutzt“, weiß Kurth zu berichten. Davon konnte sich die Volksstimme selbst ein Bild vor Ort machen. Durch die fast „Rund-um-die-Uhr-Betreuung“ ist das Spielfeld in einem ordentlichen Zustand. Was nicht nur die Nutzer erfreut.

Anders gestaltet sich die Situation an der Salzmannschule. Zwar wird auch dieser Platz durch „den Hausmeister mitbewirtschaftet“. Doch präsentiert sich der Platz in einem schlechten Zustand. „Dieses Spielfeld wird quasi wöchentlich durch Randalierer heimgesucht und nachhaltig geschädigt“, berichtet Kerstin Kinszorra, Pressesprecherin der Stadt. Daher beabsichtigt die Stadt, den Platz an der Salzmannschule, die sogenannte „Molli-Arena“, im kommenden Jahr aufzuwerten.

Randalierer verunstalten Bolzplatz

Zur Hege und Pflege der beiden Anlagen leisten zum einen der Heimatverein und zum anderen die Stadt jährlich handwerkliche, ideelle und finanzielle Aufwendungen. So erhält der Heimatverein in Diesdorf jährlich „5400 Euro zur Unterhaltung des Platzes. Zudem werden größere Reparaturen durch den Fachbereich Schule und Sport vorgenommen“, heißt es von Seiten der Kommune. „Wir wollen den Platz im kommenden Jahr unter anderem visuell aufwerten“, berichtet Kurth.

Damit sollen Schmierereien an der Bande beseitigt werden. Randalierer, wie sie an der Stormstraße ihr Unwesen treiben, versuchen und versuchten auch in Diesdorf ihre Spuren zu hinterlassen. Doch durch die Aktivitäten der Mitglieder des Vereins konnten diese teils abgeschreckt und verhindert und die Verursacher teils ermittelt werden.

An der Stormstraße leistet der Hausmeister der Schule Pflegearbeiten. Somit ist gewährleistet, dass sich der Platz in einem äußerlich sehr sauberen, allerdings auch bemitleidenswert notdürftig reparierten Zustand präsentiert. Die Spuren der Randalierer sind auf dem Belag und der Umrandung des Platzes allgegenwärtig. Auch die im Jahr 2018 für knapp 3000 Euro erfolgten Reparaturen an den Ballfangnetzen sind kaum mehr ersichtlich.

Beiden 13x20 Meter großen Magdeburger Kunststoffrasenfeldern gemein ist allerdings, dass sie regelmäßig zum Kicken genutzt werden. Somit ist jedenfalls eines der großen Ziele, die mit den Bolzplätzen erreicht werden sollte, gegeben. Andere Wohngebiete in der Stadt wären froh, solche Bedingungen bieten zu können.