Weidner bei U-23-WM

Steven Weidner startet am Donnerstag dieser Woche durch: Der 20-jährige Skuller vom SC Magdeburg tritt bei der U-23-Weltmeisterschaft in Plovidiv (Bulgarien) im Doppelvierer an. Mit Paul Konrad Peter, Henry Schwinde und Steven Hacker will Weidner um seine erste Medaille bei der dritten WM-Teilnahme in dieser Altersklasse mitrudern. Nach dem Vorlauf stehen am Sonnabend das Halbfinale, am Sonntag der Endlauf auf dem Programm.(dh)

Magdeburg l Otto Haase stammt aus der Gewichtheber-Hochburg in Samswegen und ist der Krafttrainer der Ruderer vom SC Magdeburg. Als dieser spielt er nicht erst in dieser Saison eine wichtige Rolle in der Gruppe von Coach Roland Oesemann, aber in Vorbereitung auf die Wettbewerbe anno 2017 war Haase besonders wichtig.

Nachdem Philipp Syring im vergangenen September seine Ausbildung bei der Bundespolizei in Kienbaum angetreten, reiste der 70-jährige Haase zweimal pro Woche, vier Monate lang, in das verschlafene Örtchen in Brandenburg, um mit Syring ein individuelles Programm an den Hanteln zu absolvieren. „Sonst wäre Philipp nicht so gut durch den Herbst gekommen“, sagte Haase. Am vergangenen Mittwoch hat sich der Aufwand Haases endgültig ausgezahlt: mit der Nominierung von Syring und Max Appel für die Weltmeisterschaft in Sarasota (USA/24. September bis 1. Oktober).

Da lagen ziemlich bange Tage hinter den beiden Oesemann-Schützlingen. Denn nach dem neunten Platz im Doppelvierer mit Tim Grohmann (Leipzig) und Timo Piontek (Koblenz) beim Weltcup in Luzern war gar nicht klar, ob das Boot die WM ansteuern würde. Für den Start in Sarasota hatte Bundestrainer Marcus Schwarzrock beim Wettkampf auf dem Rotsee Platz sieben ausgegeben. „Die Erleichterung ist sehr groß“, sagte Syring entsprechend: „Es ist eine gute Chance, Erfahrungen zu sammeln. Wenn wir uns richtig zusammenreißen, werden wir vielleicht nicht um Gold, aber um eine Medaille mitkämpfen können.“ So wie sie es in den vergangenen Jahre eigentlich immer taten. Und das mit Erfolg: 2016 fuhren Syring und Appel zu Gold im Doppelzweier bei der U-23-WM.

Der Reiseplan steht

Den Optimismus haben Syring und Appel jedenfalls nicht verloren, obwohl dem Vierer in dieser Saison „das Erfolgserlebnis gefehlt hat“, erklärte der 20-jährige Syring. Jeweils Platz sechs bei der Europameisterschaft in Racice und beim Weltcup in Poznan folgte eben der verpasste Finaleinzug in Luzern. „Auch das Training verlief recht zäh, das alles schlaucht im Kopf.“ Der 21-jährige Appel ergänzte: „Wir müssen uns einfach als Team noch mehr zusammenraufen.“ Die Chance dazu hat das Quartett bereits seit Montag. In Ratzeburg hat die Vorbereitung auf die WM begonnen. Ratzeburg, Magdeburg, Weissensee in Österreich, Magdeburg, Ratzeburg, Sarasota: Das ist ihr Reiseplan. Und Oesemann ist es dabei vor allem wichtig, dass seine Jungs den Spaß wiederfinden.

„Ich denke, es wird zunächst an die Grundlagen gehen, um diese dann in die Belastung im Boot reinzubringen“, richtete Appel seinen Blick auf die nächsten Wochen. Sie haben ja einiges aufzuholen, wollen sie in Sarasota das Finale erreichen. „Die Konkurrenz ist uns einige Schritte voraus“, sagte Syring, „obwohl sie auch noch keine überragenden Zeiten gefahren ist.“

Da hilft zum Beispiel ein überragendes Krafttraining. Zwar muss sich dieser Doppelvierer vor allem auf dem Wasser viel erarbeiten, trotzdem ist auch Otto Haase in den nächsten Wochen immer dabei. Nicht persönlich, aber mit einem individuell ausgearbeiteten Programm für die Magdeburger.