Handball Magnusson auf den Spuren von SCM-Legende Stefansson
Omar Ingi Magnusson wurde für die EM jetzt auch offiziell zum Kapitän der isländischen Nationalmannschaft ernannt. Zu den prominenten Vorgängern in diesem Amt gehört auch SCM-Legende Olafur Stefansson.

Magdeburg/Reykjavik - Bei den beiden Länderspielen gegen Deutschland im Herbst trug Omar Ingi Magnusson bereits die Kapitänsbinde der isländischen Nationalmannschaft. Allerdings war damals die Nachfolge von Aron Palmarsson noch nicht offiziell geklärt. Das hat Nationaltrainer Snorri Steinn Gudjonsson inzwischen aber getan und sich wie erwartet für den Rückraumspieler des SC Magdeburg entschieden.
Mit bisher 92 Länderspielen und 332 Toren gehört Magnusson auch zu den erfahrensten Spielern im Team der Isländer. Schon bei vier Weltmeisterschaften (2017, 2019, 2021, 2023) und drei Europameisterschaften (2018, 2022, 2024) gehörte er zum Kader. Die EM 2020 verpasste er aufgrund einer Gehirnerschütterung und die WM im Vorjahr aufgrund einer Verletzung am rechten Sprunggelenk. 2022 wurde er sogar EM-Torschützenkönig. Die Kapitänsrolle im isländischen Handball-Nationalteam ist auch nicht irgendeine Rolle. Schließlich füllten auch vor Palmarsson, der im vergangenen Sommer seine Karriere beendet hatte, mit Gudjon Val Sigurdsson und dem früheren Magdeburger Olafur Stefansson absolute Weltstars dieses Amt aus.
Magnusson sogar als Spielmacher geplant
„Kapitän zu sein, ist eine große Ehre für mich und natürlich eine noch größere Verantwortung. Aber ich bin in erster Linie stolz, zu dieser Mannschaft zu gehören. Wenn ich kein Kapitän wäre, würde ich mich auch nicht anders verhalten“, betont Magnusson im Interview mit der isländischen Tageszeitung „Morgunbladed“ und hebt den Teamgeist hervor. Während der 28-Jährige beim SCM im rechten Rückraum spielt, plant Islands Coach mit ihm im Fall der Fälle sogar als Spielmacher.
Schließlich gehören mit Palmarsson und Sigvaldi Björn Gudjonsson zwei erfahrene Profis nicht mehr zum Kader. Und jetzt fällt auch noch Kristjan Örn Kristjansson kurzfristig aus. Dafür sollen es Andri Mar Runarsson und Arnar Freyr Arnarsson richten. „Das sind alles großartige Spieler und jeder hat etwas, das ihn einzigartig macht. So haben wir eine vielfältiges Team, und ich hoffe, dass uns das zugutekommt“, lobt Magnusson. Wenn Palmarsson auf der Platte stand, haben sich auch viele auf den langjährigen Topstar verlassen. Jetzt müssen die Rollen verteilt werden.
Verletzung vor einem Jahr motiviert doppelt
„Aron war ein Weltklassespieler und gehörte Jahr für Jahr zu den Besten. Er konnte alles und war sehr wichtig für uns. Jetzt müssen wir diese Lücke füllen und es ohne ihn lösen“, bestätigt Magnusson und fühlt sich dabei natürlich besonders in die Verantwortung genommen. Dass er vor einem Jahr die WM verletzungsbedingt verpasste, motiviert ihn jetzt zusätzlich. Magnusson: „Ich weiß das umso mehr zu schätzen und freue mich darauf, die EM zu spielen. Wir wollen da auch weiterkommen als Platz zehn oder elf in den letzten Jahren. Dafür müssen wir aber gleich gut in die Gruppenphase starten.“
Erster Gegner ist Italien am 16. Januar. Außerdem treffen die Isländer noch auf Polen und Ungarn. Magnusson: „Die Gruppe ist eine echte Herausforderung. Italien und Polen sind momentan zwar kleinere Teams, aber trotzdem stark.“ Dass die Spiele in Kristianstad ausgetragen werden, gefällt Magnusson deshalb sehr: „Ich mag Kristianstad. Wir haben da schon vor drei Jahren bei der WM gespielt und kennen die Arena gut.“