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Handball SC Magdeburg nach Sieg gegen Füchse im Finale des DHB-Pokals

Drittes Finale in Folge: Der SC Magdeburg hat erneut das Endspiel im DHB-Pokal erreicht. Überragender Mann im Halbfinale gegen die Füchse Berlin war Torwart Sergey Hernandez.

Von Lukas Reineke Aktualisiert: 14.04.2024, 13:54
SCM-Torwart Sergey Hernandez parierte beim Halbfinalsieg gegen die Füchse Berlin 16 Bälle.
SCM-Torwart Sergey Hernandez parierte beim Halbfinalsieg gegen die Füchse Berlin 16 Bälle. Foto: Franziska Gora

Köln. - „Hier regiert der SCM!“, riefen die Fans des SC Magdeburg, während die letzten Sekunden im DHB-Pokal-Halbfinale gegen die Füchse Berlin von der Uhr liefen. Nach der Schlusssirene brach großer Jubel auf der Tribüne und auf der Platte aus. Die Grün-Roten haben die erste Hürde auf dem Weg zum ersehnten DHB-Pokalsieg genommen. Im Halbfinale gewann der SCM gegen die Hauptstädter mit 30:25 (14:10). Am Sonntag (15.35 Uhr/ARD und Dyn) greift Magdeburg nun im Endspiel gegen die MT Melsungen nach dem Titel.

Überragender Mann bei den Elbestädtern war von Beginn Sergey Hernandez. Der Torwart war nach den Doping-Vorwürfen und der vorläufigen Sperre gegen seinen Positionskollegen Nikola Portner in den sportlichen Fokus gerückt. Und der Spanier lieferte. Vier Paraden in den ersten zehn Minuten. Zu diesem Zeitpunkt führte Magdeburg mit 5:0. „Es war großartig, zum ersten Mal in diese Arena zu kommen. Unsere Fans waren unglaublich. Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Hernandez nach seiner Premiere vor 19.750 Zuschauern in der ausverkauften Lanxess Arena.

Fast elf Minuten bis zum ersten Füchse-Tor

Die Füchse taumelten bis dato durch die Partie und Trainer Jaron Siewert musste die erste Auszeit nehmen - zur Freude von Bennet Wiegert. Der SCM-Coach schrie seine Anspannung heraus und animierte die grün-roten Fans auf der Tribüne, ehe er sich mit seiner Taktiktafel an seine Spieler wandte. „Wir haben einen sehr guten Start erwischt. Wir wollten zeigen, dass wir präsent sind“, erklärte SCM-Coach Bennet Wiegert: „Das 6:0 hat uns natürlich Selbstvertrauen gegeben.“

Denn auch nach der Auszeit war zunächst Magdeburg zur Stelle. Matthias Musche erhöhte auf 6:0. Es dauerte unfassbare 10:52 Minuten, bis Mathias Gidsel den ersten Treffer der Hauptstädter erzielte. Und es kamen weitere hinzu. Berlin holte Tor um Tor auf. In der 24. Minute hatte Gidsel plötzlich die Chance zum 10:10. Doch der Däne scheiterte beim Gegenstoß an Hernandez. „Sergey, Sergey“-Rufe schallten durch die Arena. Beim 14:10-Pausenstand hatte der 28-Jährige bereits zehn Paraden auf dem Konto.

„Wir haben den Ausgleich nicht zu gelassen. Es war wichtig mit 14:10 in die Halbzeit zu gehen. Ich fand das Ergebnis für die Torhüterleistung mit 10:2-Paraden aber eigentlich nicht gut genug“, haderte Wiegert.

Nach dem Seitenwechsel sah der 42-Jährige, wie seine Spieler das Polster dann auf 16:11 ausbauten. Doch wie zu Beginn des Spiels kämpften sich die Füchse zurück. In der 44. Minute hatten sie erneut den Anschluss hergestellt. Hans Lindberg traf zum 20:19.

Kristjansson wird „Spieler des Spiels“

Doch die Elbestädter konnten ihre Führung abermals behaupten. Kristjansson - mit acht Treffern als „Spieler des Spiels“ geehrt - erzielte zwei Tore in Folge und ließ die Magdeburger Fans wieder etwas durchatmen. Sieben Minuten vor dem Ende betrug der Vorsprung dann wieder fünf Tore. Felix Claar warf das 26:21 - die Vorentscheidung. Denn dieses Mal ließ der SCM die Berliner nicht mehr herankommen. Auch weil Hernandez gegen Jerry Tollbring ein 16. und letztes Mal zur Stelle war. „Bei 16 Paraden ist es mit der Qualität, die wir haben, schwierig uns zu schlagen“, lobte Wiegert seinen Keeper: „Dass Sergey das kann, ist für mich keine Überraschung. Schön, dass er es direkt zeigen konnte. Jetzt benötigen wir morgen das Gleiche nochmal.“

Gisli Kristjansson wurde als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet.
Gisli Kristjansson wurde als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet.
Foto: Franziska Gora

Während aus dem SCM-Fanblock erneut „Sergey, Sergey“-Rufe zu Vernehmen waren, gingen die Köpfe bei den Füchse-Spielern allmählich nach unten. Die letzten fünf Minuten wurden somit zum Schaulaufen. Tim Hornke erzielte schließlich den 30:25-Endstand.

Nach 2022 und 2023 steht der SCM damit zum dritten Mal in Serie im Finale des DHB-Pokals. Im Endspiel gegen die MT Melsungen, die im zweiten Halbfinale mit 33:28 (16:11) gegen die SG Flensburg-Handewitt bezwang, können die Grün-Roten sich zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Pokal und nach der Klub-WM den zweiten Titel der Saison sichern. „Ich habe mein ganzes Leben trainiert, um solche Spiele zu spielen“, fieberte Hernandez schon kurz nach dem Halbfinale dem Endspiel entgegen.

Omar Ingi Magnusson verwandelte alle seine fünf Siebenmeter.
Omar Ingi Magnusson verwandelte alle seine fünf Siebenmeter.
Foto: Franziska Gora

Statistik zum Spiel

SCM-Tore: Kristjansson 8, Magnusson 7/5, Claar 5, Musche 5, Hornke 3, Bergendahl 2

Füchse-Tore: Andersson 9, Gidsel 7, Tollbring 3/1, Darj 2, Lindberg 2, Marsenic 2

Schiedsrichter: R. Thiyagarajah (Gummersbach)/S. Thiyagarajah (Gummersbach)

Zuschauer in Köln: 19.750 (ausverkauft)

Strafminuten: 4 - 2

Siebenmeter: 5/5 - 1/3