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Handball SCM-Linksaußen Mertens ist der einzige Magdeburger im DHB-Team

13 Spieler des SC Magdeburg sind bei der Europameisterschaft im Einsatz. Zum DHB-Kader gehört mit Lukas Mertens jedoch erneut nur ein Profi der Elbestädter.

Von Lukas Reineke 13.01.2026, 17:23
Lukas Mertens erzielte in den Testspielen gegen Kroatien mit seinem SCM-Kollegen Matej Mandic sieben Tore.
Lukas Mertens erzielte in den Testspielen gegen Kroatien mit seinem SCM-Kollegen Matej Mandic sieben Tore. Foto: IMAGO/wolf-sportfoto

Magdeburg/Hannover - Wie schon bei der Weltmeisterschaft 2025 hält Lukas Mertens die Flagge des SC Magdeburg bei der deutschen Nationalmannschaft hoch. Zum zweiten Mal in Folge ist der Linksaußen der einzige Grün-Rote im Aufgebot des Deutschen Handballbundes (DHB) für ein internationales Turnier. Nach einer überragenden Hinserie mit dem SCM, der insgesamt 13 Profis abstellt, möchte er nun auch bei der Europameisterschaft auf der Erfolgswelle reiten.

„Wir spielen mit Magdeburg wirklich eine sehr, sehr gute Saison, und das kann sehr gerne auch so weitergehen. Diesen Flow will ich jetzt auch auf die Nationalmannschaft übertragen“, erklärt Mertens auf der Website des DHB.

In der Vorbereitung funktionierte dieses Vorhaben bereits. Beide Testspiele gegen Vizeweltmeister Kroatien gewann die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason. „Die Siege waren sehr, sehr wichtig. Und vor allem, dass wir gegen eine Topmannschaft getestet haben. Denn solche Spiele unter Wettkampfdruck kannst du im Training nie darstellen. Als Vize-Weltmeister ist Kroatien natürlich absolut top, genau das, was wir mit Blick auf die EM brauchen.“

70. Länderspiel im EM-Test

Das 33:27 am Sonntag in Hannover war zudem das 70. Länderspiel von Mertens, in denen er 158 Treffer erzielte. „Ich gehöre mittlerweile zur älteren Generation, die jungen, die jetzt nachkommen, haben es einfacher, reinzukommen. Die wissen, was zu tun ist, wie sie sich integrieren müssen. Aber nur so funktioniert es in der Nationalmannschaft“, sagt der 29-Jährige über den Meilenstein. Erstmals lief der gebürtige Wilhelmshavener am 5. November 2021 gegen Portugal mit dem Adler auf der Brust auf. Seither ist Mertens ein fester Bestandteil des Teams und bei jedem Turnier dabei gewesen. Der größte Erfolg ist nach wie vor die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2024.

Bei dem Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen soll nun weiteres Edelmetall – das erste bei einer EM seit dem überraschenden Titelgewinn 2016 – hinzukommen. Mertens, der sich seine Einsatzzeiten mit dem Kieler Rune Dahmke teilen wird, rechnet dem DHB-Team gute Chancen auf das Halbfinale aus: „Wir sind eingespielt, und mittlerweile ist es auch so, dass im Training von Anfang an unsere Automatismen greifen.“

Um das Handballfieber für die WM zu wecken, müssen wir eine gute EM hinlegen.

Lukas Mertens über die EM und die Heim-WM 2027

Diese Automatismen müssen von Beginn an abgerufen werden. Am Donnerstag (20.30 Uhr/ARD) startet die EM gegen Österreich. Es folgen die Duelle gegen Serbien am Sonnabend (20.30 Uhr/ARD) sowie Spanien am Montag (20.30 Uhr/ZDF). „Da muss man wirklich von der ersten Minute des ersten Spiels an hellwach sein. Meiner Meinung nach ist das die schwerste Gruppe der EM“, meint Mertens: „Wenn man sieht, welche Spieler Serbien in den letzten Jahren herausgebracht hat, dass Spanien immer für eine Medaille infrage kommt und auch Österreich ein Team hat, das in den letzten Jahren immer besser geworden ist und wir uns teilweise auch schwer gegen sie getan haben. Das werden Spiele auf Augenhöhe.“

Alle Partien in Herning

Ein Vorteil auf dem Weg in die Hauptrunde und in die K.o.-Phase soll der Spielort sein. Im Gegensatz zu den ersten drei Gegnern kennt Deutschland die Jyske Bank Boxen in Herning bestens. Bereits bei der zurückliegenden WM spielte die DHB-Auswahl seine Vor- und Hauptrunde in der Arena. Dieses Mal werden alle deutschen Partien in Herning stattfinden. „Wir kennen die Halle mittlerweile gut, wissen was für Bedingungen auf uns zukommen. Das ist ein absoluter Handball-Tempel“, freut sich Mertens auf die Atmosphäre mit bis zu 15.000 Zuschauern.

Und natürlich liegt die gesamte Konzentration auf der anstehenden EM, doch für Mertens hätte ein erfolgreiches Turnier einen positiven Nebeneffekt mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr: „Um das Handballfieber für die WM zu wecken, müssen wir eine gute EM hinlegen und den Fernsehzuschauern und den Fans in Deutschland auch zeigen, wir sind nicht erst bei der Heim-WM bereit, sondern jetzt. Daher wollen wir schon jetzt gerne wieder so eine Euphorie entfachen, damit alle heiß sind auf die Heim-WM. Aber jetzt geht erstmal der Fokus auf die EM“.