Handball

SCM siegt mit überragendem Green

Auch Melsungen kann die Handballer des SC Magdeburg nicht stoppen. Mit einem 27:24 klettern die Grün-Roten in der Tabelle auf Rang zwei.

Kassel/Magdeburg l Als die Schlusssirene in der Kasseler Rothenbach-Halle erklang, stürmten die SCM-Spieler erst einmal auf Jannick Green zu. Der Torwart bot beim 27:24 (13:12) der Magdeburger bei der MT Melsungen eine überragende Leistung. Er hatte am Ende nicht nur elf Paraden auf seinem Konto, sondern wehrte vor allem in den ganz entscheidenden Momenten die Würfe des Gegners ab. Nach dem Sieg gegen Essen am Donnerstag verriet Green, dass er sich im Dauerstress am besten ablenkt, wenn er nach den Spielen mit den Teamkollegen in der Kabine locker quatschen kann. Und das scheint der Däne ausgiebig getan zu haben.

Im Gegensatz zu den vergangenen Spielen begann bei Melsungen Silvio Heinevetter im Tor, um als Ex-Magdeburger und früherer Füchse-Torwart die gewisse Emotionalität ins Spiel zu bringen. Aber so sehr Heinevetter in den vergangenen Jahren die Magdeburger ärgern konnte – am gestrigen Nachmittag kaufte ihm Jannick Green ganz klar den Schneid ab.

Dass es nach neun Minuten 5:3 für die Gastgeber stand, hatte sich der SCM durch technische Fehler im Angriffsspiel selbst zuzuschreiben. Denn die Grün-Roten leisteten sich in der Anfangsphase einige wirklich unnötige Ballverluste und luden Melsungen dadurch immer wieder zu Gegenstößen ein. Aber dann zeigten ausgerechnet die zwei Isländer im Magdeburger Trikot gegen die vom isländischen Nationaltrainer Gudmundur Gudmundsson gecoachten Melsungenern wie gut sie sind. Durch drei Tore von Gisli Kristjansson und zwei Treffer von Omar Ingi Magnusson drehte der SCM das Spiel und führte nach 16 Minuten mit 8:6. Nach 23 Minuten waren die Gäste sogar auf vier Tore (11:7) davongezogen. Mit den immer wieder in die direkten Duelle gehenden Magdeburger Rückraumspielern kamen die Melsungener einfach nicht klar. Nach 24 Minuten räumte dann auch noch Heinevetter nach bis dahin nur einer Parade für Nebojsa Simic seinen Kasten.

Dass der SCM nur mit einem 13:12 zur Halbzeit führte, lag an einer Undiszipliniertheit von Kristjansson. Trainer Bennet Wiegert hatte bei eigenem Ballbesitz in der Auszeit angeordnet, dass die letzten 20 Sekunden ausgespielt werden sollen. Doch Kristjansson suchte viel zu früh den Abschluss, verfehlte das Tor und Melsungen konnte im Gegenstoß durch Finn Lemke verkürzen. Weil Magnusson nach dem Seitenwechsel ein Zuspiel ins Aus setzte und Daniel Pettersson frei scheiterte, glichen die Gastgeber sogar zum 13:13 aus. Aber der SCM schüttelte sich kurz und zog wieder auf drei Tore (16:13/36.) davon.

Es schien, dass allein die Gäste entscheiden, wie das Spiel ausgeht. Bei voller Konzentration waren die Magdeburger klar dominierend und setzten sich klar ab. Aber beim vierten Spiel in acht Tagen schlichen sich auch immer wieder Fehler ein. Dadurch kamen die Gastgeber immer wieder auf ein Tor ran. MT-Nationalspieler Kai Häfner: „Wir konnten aber nie ausgleichen. Und dann ist Magdeburg einfach zu gut.“

Vor allem Green, der beim Stand von 22:20 (47.) und 23:22 (50.) für den SCM gleich zweimal MT-Linksaußen Yves Kunkel zum Verzweifeln brachte. Weil Magnusson, mit neun Treffern bester Werfer, anschließend per Siebenmeter für den SCM traf, der Wurf von Häfner dagegen nur an die Latte knallte, waren die Weichen endgültig auf SCM-Sieg gestellt. „Es ist derzeit zwar schwierig für Kopf und Beine. Aber es macht Spaß, sich mit solchen Gegnern zu messen“, freute sich Kapitän Christian O‘Sullivan bei Sky.