Handball

SCM siegt nur durch Kraftakt gegen Essen

Das war wirklich ein ganz hartes Stück Arbeit. In einer engen Partie kämpft der SC Magdeburg den Bundesliga-Aufsteiger aus Essen nieder.

Magdeburg l Drei Spiele in fünf Tagen – das merkte man dem SC Magdeburg gegen TuSEM Essen deutlich an. Die Grün-Roten taten sich im Bundesliga-Spiel gestern Abend in heimischer Halle lange Zeit schwer und brauchten einen echten Kraftakt, um letztlich mit einem 34:28 (16:16) die nächsten zwei Punkte einzufahren.

Wie angekündigt machte SCM-Trainer Bennet Wiegert keine „Spielchen“ und nahm die Gäste sehr ernst. Im Gegensatz zur Europacup-Partie am vergangenen Dienstag gegen Alingsas (36:21) begannen diesmal Jannick Green im Tor, Daniel Pettersson auf Rechtsaußen und Omar Ingi Magnusson im rechten Rückraum. Die schnelle Gästeführung drehten Marko Bezjak und Lukas Mertens bis dritten Minute in ein 2:1 um. Und nach sieben Minuten waren die Gastgeber beim 6:3 erstmals auf drei Tore weg.

Doch Essen gab nicht auf und kam zum 6:5 (12.) wieder heran. Auch vom 8:5 des SCM ließen sich die Gäste nicht schocken und glichen nach einer Viertelstunde zum 8:8 aus. Wiegert hatte also nicht umsonst davor gewarnt, dass TuSEM mit Alingsas nicht zu vergleichen ist. Der 39-Jährige sagte nach dem Spiel bei „Sky“: „Uns ist es auch im Überzahlspiel nicht gelungen, Essen den Mut zu nehmen. Wir haben uns sehr schwergetan. Und zum Schluss ist es dann ein Drahtseilakt, bei dem man aufpassen muss.“

Im Tor der Essener stand übrigens mit Lukas Diedrich ein ehemaliger Magdeburg. Der 20-Jährige hatte in der vergangenen Saison noch für die SCM-Youngsters gespielt. Dass die ursprünglich für Mitte November angesetzte Partie damals aufgrund eines Corona-Verdachts bei den Grün-Roten verschoben werden musste, kam Diedrich besonders entgegen. Er musste nämlich damals aufgrund eines Nasenbeinbruchs pausieren und war bis zur Absage total traurig, weil er ausgerechnet in der Getec-Arena gefehlt hätte.

Den idealen Tag erwischte Diedrich allerdings nicht. Deshalb wechselte TuSEM nach 20 Minuten beim Stand von 10:8 die Torhüter und glich erneut aus (10:10/21.). Eine knappe Minute vor der Pause leuchtete an der Anzeigetafel aus SCM-Sicht sogar ein 15:16 auf. Gisli Kristjansson glich aber fast mit der Pausensirene zum 16:16 aus.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb es eine enge Kiste. Magnusson hatte zwar mit seinem zwischenzeitlich achten Tor, am Ende waren es elf, für ein 20:18 (37.) gesorgt, aber Essen glich immer wieder aus. Als es nach 47 Minuten 25:26 stand, wurden die Fragezeichen in den Magdeburger Gesichtern immer größer. Schließlich wurden gegen den Bergischen HC, TVB Stuttgart und die Rhein-Necker Löwen schon drei Heimspiele in dieser Saison verloren.

Aber auch wenn der zuletzt tolle Schnitt bei Gegentoren (nur 24,7) nicht gehalten werden konnte, kämpfte sich der SCM irgendwie zum Sieg. Die entscheidende Szene war dabei wohl die Parade von Green beim 29:27 (54.). Dass der Däne danach den Ball vor Freude küsste, sagte alles über die Erleichterung beim SCM, der im Gegenzug auf 30:27 stellte. Als Magnus Gullerud dreieinhalb Minuten vor Schluss zum 32:28 traf, waren die Gastgeber endgültig auf der Siegerstraße.

Wiegert lobte zunächst den Gegner: „Essen hat es zu gut gemacht, um hier mit sechs Toren zu verlieren.“ Aber er kennt auch das Geheimnis des derzeitigen Erfolges seiner Mannschaft: Es ist der Teamgeist, „mit dem uns einiges leichter von der Hand geht“.