Handball / SCM

Thulin überragt auch in Göppingen

Der SC Magdeburg bleibt beim Kampf um Rang drei in der Handball-Bundesliga klar auf Kurs. Mit einem 29:21 landeten die Grün-Roten in Göppingen einen wichtigen Auswärtssieg.

Von René Miller
Tobias Thulin hatte beim Sieg des SCM in Göppingen einen überragenden Tag. Hier kommt FA-Kreisläufer Kresimir Kozina auf den Magdeburger Torwart zugeflogen.
Tobias Thulin hatte beim Sieg des SCM in Göppingen einen überragenden Tag. Hier kommt FA-Kreisläufer Kresimir Kozina auf den Magdeburger Torwart zugeflogen. Foto: imago images

Göppingen/Magdeburg - Wenn Marcel Schiller nach dem Spiel seiner Göppinger gegen den SC Magdeburg darum bittet, diesen Tag einfach zu streichen, sagt das eigentlich schon alles über das Spiel. Darüber, dass der SCM in Göppingen klar gewonnen hat. Und darüber, dass beim 29:21 (17:6) die Leistung zwischen den Pfosten des Magdeburger Tores überragend gewesen sein muss.

Top-Torjäger Schiller verzweifelt

Mit 15 Paraden und einer Fangquote von 42 Prozent brachte Tobias Thulin die Gastgeber zum Verzweifeln. Allen voran Schiller. Der aktuelle Top-Torjäger der Bundesliga brachte von acht Versuchen nur zweimal den Ball an Thulin vorbei, verwarf dabei sogar zwei Siebenmeter. „Schiller ist der beste Werfer des Gegners. Auf ihn hatte ich mich deshalb natürlich schon extra vorbereitet. Aber ich habe dabei auch gute Hilfe von unserer Abwehr bekommen“, berichtete der Schwede stolz. Schon beim Sieg gegen Kiel am vergangenen Dienstag hatte Thulin mit 15 Paraden eindrucksvoll gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, wenn Jannick Green ausfällt. Den Dänen plagen immer noch Knie-Beschwerden.

Obwohl in Göppingen 250 Fans in die Halle durften, war von denen nicht viel zu hören. Zu groß war die Überlegenheit des SCM. Nach einer Viertelstunde hatten sich die Grün-Roten schon mit 7:2 abgesetzt und Thulin fünf Paraden hingelegt. Und bevor Marko Bezjak drei Minuten vor der Pause beim 15:5 für die erste Zehn-Tore-Führung sorgte, wurde Omar Ingi Magnusson von einem Ex-Magdeburger an seinem dritten Tor gehindert.

Magnusson macht zwei Tore gut

Jacob Bagersted griff dem Isländer beim Wurf genau in den Arm und sah dafür die Rote Karte. Eine Zwei-Minuten-Strafe hätte es bei dieser Szene aber auch getan. Zuvor hatte Magnusson zwei Siebenmeter verwandelt und legte nach dem Seitenwechsel noch zwei Tore aus dem Feld nach. Somit hat Magdeburgs bester Werfer der Saison seinen Rückstand in der Schützenliste auf Schiller um zwei Treffer verkürzt und liegt nur noch vier Tore zurück.

Viel wichtiger als die Torjägerkrone ist den Magdeburgern aber Rang drei. Und dafür waren die zwei Punkte in Göppingen enorm wichtig. Und in der aktuellen Form sind die Grün-Roten auch schwer zu schlagen. Trainer Bennet Wiegert: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir das sehr, sehr gut gemacht. Mit einer sehr starken Torwartleistung. Mit solchen Paraden kommt dann schon mal so ein deutliches Ergebnis zur Pause zustande.“

Damgaard bester Werfer

Entsprechend frustriert waren die Gastgeber, die sich auch nicht lange in der Kabine aufhielten und für den zweiten Durchgang einwarfen. Und nur acht Minuten nach dem Seitenwechsel hatte Göppingen beim 22:12 für den SCM schon so viele Tore erzielt wie vor der Pause in 30 Minuten zusammen. Die Gäste ließen aber trotzdem keine große Spannung mehr aufkommen.

Michael Damgaard, am Ende mit sechs Toren bester Werfer, verteidigte beim 23:13 (44.) das Zehn-Tore-Polster. Erst nach dem 25:15 (49.) konnte Göppingen ein bisschen Resultatskosmetik betreiben. Was Wiegert trotz des klaren Sieges ein bisschen ärgerte: „Da hatten wir so ein paar Phasen und nicht mehr den richtigen Biss. Aber bei unserem harten Programm muss ich das der Mannschaft auch zugestehen.“