Magdeburg l Es ist der Jahrgang 1997, der am Sonnabend in den Ring drängt. Artur Henrik, Jurgen Uldedaj, Peter Kadiru, Michael Eifert und Tom Dzemski – sie alle eint dasselbe Geburtsjahr, sie alle stehen für die Nachwuchsarbeit bei SES. Und geht es nach Promoter Ulf Steinforth, so sollen sie sich bestenfalls wie ein Wein entwickeln: Je älter, desto besser.

Zwei der 97er-Truppe stehen am Sonnabend beim „Sommer Open-Air“ auf der Magdeburger Seebühne noch einmal besonders im Fokus. Tom Dzemski und Michael Eifert gehören beide zum Team Deutschland, das SES 2013 gegründet hat, um junge Nachwuchssportler zu fördern. Es ist somit ein stall-internes Duell um den Junioren-WM-Titel im Halbschwergewicht der IBF, der Hauptkampf des Abends noch dazu. Für beide ist es der bisherige Höhepunkt ihrer Karriere, es geht um den ersten Profi-Gürtel.

Tom Dzemski bleibt cool

„Der Gewinner hat die Chance, zu einem Hauptkämpfer zu avancieren, eines unserer Zugpferde zu werden“, sagt Steinforth und verweist auf Robert Stieglitz und Dominic Bösel, die mit solch einem Titel durchgestartet sind.

Viel Aufmerksamkeit, viel Rummel – letztlich auch viel Druck. Kein Wunder, dass Trainer Dirk Dzemski betont: „In diesem Kampf kommt es darauf an, wer die besseren Nerven hat. Das Sportliche ist gar nicht so entscheidend.“ Und einer, der sich bei der Pressekonferenz schon mal nicht aus der Ruhe bringen ließ, war sein Sohn Tom. Auf die Frage, was er zu dem Marathon sage, den sein Gegner Eifert im Zuge der Vorbereitung absolviert hat, antwortete er kurz: „Es ist mir egal, ob er 40 oder 100 Kilometer läuft. Letztlich sind wir Boxer, keine Läufer.“

Erst vom Opa, dann vom Vater trainiert

Natürlich sei der Kampf auch für ihn etwas Besonderes, „aber ich habe ein gutes Gefühl, wir haben alles dafür getan“. In dem Wörtchen wir ist Vater Dirk immer mit inbegriffen. „Früher bin ich noch von meinem Opa trainiert worden, dann von meinem Vater. Wenn es nicht klappen würde, hätten wir die Konstellation schon geändert“, sagt der 23-Jährige und lacht. Er habe zwar das Gefühl, dass Dzemski senior im Vorfeld schon etwas aufgeregter sei als sonst, „aber dafür ist er zu cool, hat er zu viel Erfahrung, das zeigt er nicht“.

Dirk Dzemski schmunzelt. „Wir haben schon 14 Kämpfe miteinander absolviert, es ist also nichts Neues für mich. Sobald es in den Ring geht, bin ich sowieso Profi, da behandele ich auch alle meine Schützlinge gleich.“ Von Vorteil könne es aber schon sein, dass er zum einen die Erfahrung aus etlichen hitzigen Kämpfen mitbringt und zum anderen seinen Sohn bestens kennt. „Da kann ich dann noch einmal anders einwirken“, so der Coach.

Freude über Stall-Duell bei SES groß

Da für Dzemski auch Michael Eifert, der von Ali Celik angeleitet wird, kein Unbekannter ist, gibt es im Ring keine Geheimnisse. „Der Kampf wird zeigen, wer sich im vergangenen Jahr besser entwickelt hat“, meint Dzemski. Sein Junior Tom habe im athletischen, aber auch im taktischen Bereich dazugelernt. „Viele können gut boxen. Aber wann ich welches Mittel bei welchem Gegner richtig einsetze, darauf kommt es ja an.“ Favorisieren möchte er seinen Sohn trotzdem nicht.

Celik klopft dagegen schon größere Sprüche: „Das ist der stärkste Michael, den wir je gesehen haben“, verspricht er.

Egal, wie das Duell auch ausgehen wird, Ulf Steinforth freut sich jetzt schon: „Es ist einfach toll, dass wir so einen Kampf aus den eigenen Reihen liefern können.“